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Ukraine-Unterstützung

NSATU: Die Bundeswehr bei der NATO-Unterstützungsmission für die Ukraine

NSATU steht für NATO Security Assistance and Training for Ukraine. Im Hauptquartier in Wiesbaden koordiniert das Bündnis mit weiteren Partnernationen seit 2024 die Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Aggressor. Die Bundeswehr beteiligt sich an der Mission.

Ein Soldat mit einem NATO-Ärmelabzeichen steht vor dem Waffensystem Patriot

Bundeswehr/Jane Schmidt

Die Ukraine wird seit der russischen Vollinvasion im Februar 2022 von zahlreichen Staaten mit Waffensystemen, Munition und anderem militärischen Material in ihrem Abwehrkampf unterstützt. Militärische Ausbildung kommt hinzu. Doch Ressourcen bedarfsgerecht einzusetzen und effektiv zu nutzen, erfordert eine aufwendige multinationale Koordination. Diese Aufgabe hatten zunächst einzelne Staaten übernommen.

Für die Europäische Union plant und steuert seit Oktober 2022 die Ausbildungsmission EUMAM UA die militärische Ausbildung ukrainischer Streitkräfte durch EU-Partner.

Zusätzlich beschlossen die Mitgliedstaaten der NATO auf ihrem Gipfel im Juli 2024 in Washington, die Mission NATO Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU) als koordinierendes Element aufzustellen. So wird die militärische Hilfe und Unterstützung der NATO-Staaten gebündelt, um sie noch effektiver und effizienter gestalten zu können.

Deutschland beteiligt sich vielfältig an mehreren Standorten an NSATU. Im Hauptquartier in Wiesbaden stellt die Bundeswehr außerdem Personal in allen Bereichen. Zudem waren deutsche Soldatinnen und Soldaten in Polen im Einsatz, um - gemeinsam mit Partnernationen - die Logistikkette zur Unterstützung der Ukraine abzusichern.

Flugabwehrraketensystem Patriot im Sonnenaufgang

Nach 2023 wurde das Waffensystem Patriot nun erneut in Polen eingesetzt

Bundeswehr

2025: Deutsche Flugabwehr schützt Verkehrsknotenpunkt

Von Januar bis Dezember 2025 unterstützte die Bundeswehr die integrierte NATO-Luftraumverteidigung bei der Sicherung des östlichen Bündnisgebiets. Am 10. Dezember 2025 wurde dieser Auftrag planmäßig an die niederländischen Streitkräfte übergeben. Davor hatten die US-Streitkräfte den Schutz gegen Bedrohungen aus der Luft übernommen.

Am Jahresanfang 2025 waren zwei Patriot-Feuereinheiten des Flugabwehrraketengeschwaders 1 der Luftwaffe nach Polen verlegt worden – weniger als 100 Kilometer entfernt von der Grenze zur Ukraine. Zentraler Auftrag des Einsatzes war der Schutz des logistischen Knotenpunkts Rzeszów. Das bodengebundene Luftverteidigungssystem Patriot bietet umfassenden Schutz vor ballistischen Raketen, bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen sowie Marschflugkörpern. Besondere Bedeutung erhielt der Einsatz Anfang September, als mehrere russische Drohnen den polnischen Luftraum verletzten und zum Teil von NATO-Kampfjets bekämpft wurden.

An dem Einsatz waren die in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern stationierten Einheiten des Geschwaders beteiligt: die Flugabwehrraketengruppen 21 aus Sanitz, 24 aus Bad Sülze sowie die Gruppe 26 aus Husum. Rund 200 Soldatinnen und Soldaten waren dauerhaft am Standort Rzeszów eingesetzt. Das Personal der Luftwaffe wurde vor Ort von Kräften aus unterschiedlichen anderen Bereichen der Bundeswehr unterstützt.

Zuletzt waren deutsche Patriot-Einheiten in den Jahren 2022 und 2023 im Rahmen der „erhöhten Wachsamkeitsaktivitäten“ der NATO (enhanced Vigilance Activities) in der Slowakei und Polen sowie zum Schutz des NATO-Gipfels in Litauen im Einsatz.

Ein graues Transportflugzeug fliegt mit zwei Kampfflugzeugen

Flugzeuge vom Typ Airbus A330 stehen für Luftbetankungen bereit

Bundeswehr/Christian Timmig

Luftbetankung mit A330

Ebenfalls zum Schutz des logistischen Knotenpunkts im Osten Polens werden Fähigkeiten zur Luftbetankung von Kampfflugzeugen der Allianz bereitgestellt. Die MMU (Multinational Multi Role Tanker Transport Unit) in Eindhoven (Niederlande) erfüllt diesen Auftrag mit speziell ausgerüsteten Flugzeugen vom Typ Airbus A330 MRTT (Multi Role Tanker Transport).

Diese multinationale Tanker- und Transportflotte hatten 2014 die Niederlande und Luxemburg gegründet. Später schlossen sich Deutschland, Norwegen, Belgien und Tschechien an. Die Flugzeuge mit niederländischen Hoheitszeichen gehören der NATO, die Einsätze der Flotte koordiniert das Europäische Lufttransportkommando (European Air Transport Command, EATC) in Eindhoven. Geflogen werden die Maschinen von  multinationalen Crews. Deutschland stellt dabei mit mehr als 60 Prozent den größten Anteil des Personals der MMU.

Stab zur Koordination

Im Stab der Mission NSATU in Wiesbaden ist die Bundeswehr mit rund 60 Soldatinnen und Soldaten beteiligt. Eine kleinere Zahl deutscher Kräfte ist auch im NATO-Hauptquartier SHAPE (Supreme Headquarters Allied Powers Europe) in Mons (Belgien) eingesetzt. Zudem besetzt Deutschland den Dienstposten des Stellvertretenden Kommandeurs des NSATU. Deutschland und Großbritannien wechseln sich hier ab, den Anfang macht der deutsche Generalmajor Hartmut Renk. An der Spitze von NSATU steht ein US-General. Insgesamt beteiligen sich etwa 30 Nationen mit Personal in Wiesbaden, darunter auch die Ukraine selbst sowie die zwei Nicht-NATO-Staaten Australien und Neuseeland.

Die Beratung sowie die Fähigkeitsentwicklung der ukrainischen Streitkräfte unter Heranführung an die NATO-Standards und die Synchronisation mit der EU-geführten Mission EU Military Assistance Mission in support of Ukraine (EUMAM UA) gehören neben der Koordination der materiellen Unterstützung zu den Aufgaben des Stabes.  

Bei NSATU handelt es sich um eine anerkannte Mission. Sie ist kein Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes. Eine parlamentarische Mandatierung ist somit nicht erforderlich.

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