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EFP: Die vermutlich schnellste Brücke der Welt

Anerkannte Missionen
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

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Stabsgefreiter Nina G. hat ihre erste Nacht in Rukla verbracht. Mehr als 1.000 Kilometer fern ihres Heimatstandortes Minden. „Ich habe ehrlich gesagt ein wenig unruhig geschlafen“, berichtet sie. Für sechs Monate wird Nina G. ihren Dienst für Deutschland in Litauen leisten – als Fahrerin des Brückenlegepanzers Leguan bei der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission Enhanced Forward Presence.

Ein Panzer mit einer Brücke fährt rückwärts. Ein Soldat steht davor und gibt Handzeichen

Millimeterarbeit: Nina G. manövriert gemeinsam mit ihrem Kommandanten den Leguan aus dem Abstellplatz im technischen Bereich

Bundeswehr/PAO EFP

Der Brückenlegepanzer Leguan  ist ein wahrhafter Koloss auf Ketten. Basierend auf dem Fahrgestell des Kampfpanzers Leopard 2, ist er zusätzlich mit langen Brücken ausgestattet. Diese können so ausgefahren werden, dass sie sich überlappen und somit ein bis zu 35 Meter breites Hindernis überwinden können. Außerdem hält diese Gefechtsfeldbrücke einiges aus: Die Tragfähigkeit des Systems beträgt mehr als 70 Tonnen, in Ausnahmefällen sogar bis zu 90 Tonnen. Somit können alle Gefechtsfahrzeuge der Bundeswehr die Übergänge des Leguans nutzen.

Beweglichkeit in Minuten

Ein Brückenlegepanzer beim Ablegen von zwei Gefechtsfeldbrücken

Mit dem Leguan können in kürzester Zeit zwei Brücken ausgelegt und auch wieder aufgenommen werden

Bundeswehr/PAO EFP

Auch die Verlegung der Brücken geht äußerst schnell vonstatten: Innerhalb von fünf Minuten ist die Gefechtsfeldbrücke ausgelegt, innerhalb von sieben Minuten kann sie wieder aufgenommen werden. Des Weiteren wird sie waagerecht verlegt, was dem potenziellen Feind das Aufklären der Übergangsstelle erschwert. „Der Leguan ist eine absolute Hochwertressource, die es unseren Kampftruppen ermöglicht, Hindernisse zu überqueren, die ansonsten weiträumig umfahren werden müssten. Kurzum: Wo andere Fahrzeuge nicht weiterkommen, tritt er auf den Plan – ein Garant für die uneingeschränkte Mobilität im hochintensiven Gefecht“, erläutert der Kommandeur der EFP-Battlegroup, Oberstleutnant Hagen Ruppelt, die Signifikanz des Brückenlegepanzers für die Gefechtsführung.

Ehre und Verpflichtung zugleich

Eine Soldatin sitzt in der offenen Fahrerkabine eines Brückenlegepanzers

Stabsgefreiter Nina G. freut sich, die Herausforderung in Litauen gemeinsam mit „ihrem Leguan“ anzugehen

Bundeswehr/PAO EFP

Stabsgefreiter Nina G. wird den Brückenlegepanzer für die kommenden sechs Monate in der durch Oberstleutnant Ruppelt geführten multinationalen Battlegroup steuern. Sie und ihr Kommandant, Hauptfeldwebel Hagen W., wurden gemeinsam mit ihrem Leguan vom Panzerpionierbataillon 130 aus Minden für diesen wichtigen Auftrag nach Litauen entsandt. „Ich blicke dieser Herausforderung sehr gespannt entgegen! Ich freue mich auf meinen ersten Einsatz fern der Heimat und darauf, wichtige Erfahrungen für meine weitere Laufbahn bei der Bundeswehr zu sammeln“, so Nina G.

Sie ist eine von wenigen Pioniersoldaten der Bundeswehr, welche die umfangreiche und anspruchsvolle Ausbildung an dem 1.500 PS starken und 63 Tonnen schweren Koloss durchlaufen haben. Nur die besten Kraftfahrer der Pioniertruppe erhalten die Möglichkeit, an diesem Hochwertfahrzeug eingesetzt zu werden. „Das ist für mich Ehre und Verpflichtung zugleich“, berichtet Stabsgefreiter Nina G. stolz.

Das Material ist einsatzbereit

Eine Soldatin sitzt in einem Panzer, ein zweiter Soldat steht vor dem Panzer und bespricht sich mit ihr

Stabsgefreiter Nina G. und Hauptfeldwebel Hagen W. werten gemeinsam den Übungsdurchgang aus

Bundeswehr/PAO EFP

Gemeinsam mit ihrem Kommandanten Hauptfeldwebel Hagen W. bildet Nina G. ein schlagkräftiges Team. Hagen W. ist erfahrener Pionierfeldwebel, er hat Nina G. ausgebildet und achtet penibel darauf, dass sein Schützling alles korrekt ausführt und gibt, falls notwendig, Tipps und Verbesserungsvorschläge. „Er ist anspruchsvoll, aber immer fair. Wichtig ist, dass im Rahmen der Auftragserfüllung alle Räder ineinandergreifen. Da darf man sich keine Fehler erlauben. Insofern bin ich für jedes Feedback von ihm sehr dankbar. Das macht uns als Team nochmals stärker“, berichtet Nina G. und entlockt ihrem Kommandanten ein zustimmendes Lächeln.
An ihrem zweiten Tag in Rukla heißt es für beide heute: Material- und Funktionsprüfung. Ergebnis: Alles verläuft reibungslos – der Leguan ist einsatzbereit und hat den 1.000 Kilometer langen Bahntransport schadlos überstanden. Nun kann das Team den Auftrag in Litauen mit voller Tatkraft angehen.

von Timo Radke

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