Inhalt
Der neue Standard

G95: Das neue Sturmgewehr fasst Fuß in der Bundeswehr

Ausrüstung und Technik

G95: Das neue Sturmgewehr fasst Fuß in der Bundeswehr

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Seit Dezember 2025 wird das G95 als zukünftiges Standardsturmgewehr an die Truppe ausgegeben – mittlerweile sind gut 12.000 Stück in den Waffenkammern angekommen. Das bedeutet auch, dass die Soldatinnen und Soldaten am G95 ausgebildet werden müssen. Die 1. Kompanie des Panzerpionierbataillons 701 ist zum ersten Mal mit der neuen Waffe auf der Schießbahn.

Mehrere Soldaten stehen im Gelände nebeneinander mit dem Gewehr G95 im Anschlag.

Die Panzerpioniere aus Gera sind unter den Ersten, die das G95 erhalten. Auf der Schießbahn machen sich die Soldatinnen und Soldaten mit der neuen Waffe vertraut.

Bundeswehr/Christoph Kassette

Das Sturmgewehr ist die erste Waffe, an der jeder Soldat und jede Soldatin ausgebildet wird und mit der alle kämpfen können müssen. Deshalb ist die Einführung eines neuen Standardsturmgewehrs ein besonderer Vorgang. Quer durch die Republik müssen alle Uniformträgerinnen und -träger am neuen Gewehr ausgebildet werden. Für die Umschulung vom G36 auf das neue G95 sind vor allem die Schießausbilderinnen und Schießausbilder verantwortlich.

Feldwebel Gregor S.* ist einer dieser Schießausbilder und dient im Panzerpionierbataillon 701. Sein Verband wird voraussichtlich Ende 2026 mit dem G95 ausgestattet. Damit der Umstieg reibungslos funktioniert, haben sich die Panzerpioniere die neuen Sturmgewehre im August von einem bereits ausgerüsteten Verband für ein erstes Kennenlernen geliehen.

Präzision ab dem ersten Schuss

„Das erste Schießen mit der Waffe war total gut“, berichtet der Feldwebel, der vor seiner Zeit bei den Pionieren lange Infanterist war und entsprechend viel Erfahrung mit Bundeswehrgewehren hat. „Das G95 sieht sportlich aus, fasst sich gut an und ist sehr gut zu kontrollieren“, sagt der Schießausbilder. Auf der anderen Seite brauche die Waffe aufgrund der vielen Metallteile mehr Öl als das G36, das zum Großteil aus Kunststoff besteht. 

Beim Kommando Spezialkräfte ist das G95 bereits seit einigen Jahren im Einsatz. Mittlerweile erhält nun auch die reguläre Truppe nach und nach das neue Sturmgewehr. Auf der Schießbahn zeigen sich viele Vorteile der neuen Waffe.

Die gute Kontrollierbarkeit des Rückstoßes der Waffe im Kaliber 5,56 mal 45 Millimeter ergebe sich aus verschiedenen Faktoren, erläutert Gregor S. Zum einen ermögliche der standardmäßige Handstopp an der Unterseite des Handschutzes, dass man das Gewehr gut in die Schulter ziehen könne. Darüber hinaus sitze die Schließfeder des G95 in der Schulterstütze und nicht wie beim G36 davor. Das sorge dafür, dass die Kraft des Rückstoßes näher am Körper wirke und damit besser zu kompensieren sei. 

Ein Soldat mit Gewehr G95 im Porträt Feldwebel Gregor S., Schießausbilder im Panzerpionierbataillon 701 Bundeswehr/Christoph Kassette
„Mein persönlicher Eindruck: ein sehr gutes Gewehr.“

Dieser Vorteil habe sich dann auch unmittelbar in den Schießergebnissen niedergeschlagen, erzählt der Ausbilder: „Schon beim ersten Schießen haben wir gemerkt, dass das Trefferbild deutlich besser war als mit dem G36. Das galt sowohl für uns Schießausbilder als auch für die übrigen Schützen.“ Dazu trage auch ein weiterer Faktor bei: die Möglichkeit, das G95 genau auf den Schützen beziehungsweise die Schützin einzustellen.

Die Individualisierung des G95 beginnt bei der Schulterstütze, die in ihrer Länge verstellt werden kann. Der Handstopp kann zudem frei auf dem STANAG-4694-Schienensystem – einer Universalschnittstelle für Anbauteile – befestigt werden. Diese Schienen ermöglichen auch die freie Abstandswahl der Visierung zum Auge des Schützen und der Schützin auf der Oberseite des Gewehrs.

Wechsel vom G36 zum G95

„Nach ein paar Tagen auf dem Schießplatz erreichen die Soldatinnen und Soldaten schnell das Handhabungsniveau, das sie beim G36 hatten“, berichtet der Schießausbilder. Ihm mache es große Freude seine Kameradinnen und Kameraden durch die einzelnen Schießübungen zu führen und zu sehen, dass sich schnell Erfolge einstellen.

Dabei lägen bei der Handhabung die größten Unterschiede zum G36 darin, dass der Durchladehebel sich nun am oberen Ende des Gehäuses der Waffe befinde und nicht mehr mittig. Zudem sei der Magazinwechsel mit weniger Handgriffen möglich, was in Verbindung mit den schlankeren Magazinen ein schnelleres Nachladen der Waffe erlaube.

Bis zum Jahresende sollen voraussichtlich 20.000 G95 in der Version KA1 an die Bundeswehr ausgeliefert werden. Diese Version ist um einige Zentimeter kürzer als die Standardvariante A1 und wird in den meisten Teilstreitkräften ausgeliefert. Feldwebel Gregor S. blickt bereits mit Vorfreude auf den Tag, an dem seine Einheit eigene G95-Gewehre erhält. „Ich freu mich auf die Waffe. Die Möglichkeit, sie passgenau auf den einzelnen Schützen einzustellen, ist schon richtig gut.“ Bis 2032 sollen weitere 230.000 Sturmgewehre in den Waffenkammern der Bundeswehr landen, sodass die Truppe dann insgesamt über 250.000 G95 in den Varianten A1 und KA1 verfügt.

*Name zum Schutz der Person abgekürzt. 

von Ole Henckel

G95: Das neue Sturmgewehr fasst Fuß in der Bundeswehr

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Das Gewehr G95 freigestellt in Seitenansicht auf Polygonmuster
Ausrüstung und Bewaffnung

G95 – das neue Standardsturmgewehr ist da

Präzise, robust und modular: Das sind die technischen Daten des neuen Sturmgewehrs der Bundeswehr.

Weiterlesen
Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo der Bundeswehr

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung