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Erprobung

Patria 6x6 im Härtetest: Neuer Radpanzer bereit für den Einsatz!

Patria 6x6 im Härtetest: Neuer Radpanzer bereit für den Einsatz!

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Der Patria 6x6 wird in der Bundeswehr sehr vielseitig einsetzbar sein. Bevor der moderne Radpanzer in die Truppe geht, muss er ein umfangreiches Testprogramm absolvieren. In der Wehrtechnischen Dienststelle für landgebundene Fahrzeugsysteme, Pionier- und Truppentechnik (WTD 41) in Trier wird das Fahrzeug auf Herz und Nieren geprüft.

Frontansicht des grünen Patria-Radpanzers, der sich auf einer Fahrbahn befindet.

Ob Steigung, Neigung oder unwegsames Gelände: An der WTD41 in Trier wird der Patria 6x6 an seine Belastungsgrenze gebracht

Bundeswehr/Dirk Bannert

Mit dem Patria erhält die Bundeswehr einen hochgeländegängigen Radpanzer mit drei Achsen und einem Gesamtgewicht von 24 Tonnen. Alle sechs Räder werden angetrieben, was die Bezeichnung 6x6 erklärt. Das Fahrzeug wird den bewährten Transportpanzer Fuchs ablösen und dank seines modularen Innenraums vielseitig einsetzbar sein. Unterschiedliche Rüstsätze ermöglichen eine flexible Anpassung an verschiedene Einsatzszenarien wie zum Beispiel für die Pioniere, die Heeresaufklärungstruppe oder als Feuerleitfahrzeug.

Aktuell sind 349 Patria in vier Konfigurationen fest bestellt. Mittelfristig wird eine vierstellige Zahl von Patrias in verschiedenen Ausführungen beschafft und damit das Portfolio der Bundeswehr erweitert.

Erprobung in Trier unter Extrembedingungen

Bevor der Patria aber an die Truppe ausgeliefert wird, muss er die sogenannte integrierte Nachweisführung erfolgreich bestehen. In der WTD41 überprüfen dabei Expertinnen und Experten, ob das Fahrzeug alle vertraglich festgelegten kraftfahrzeugtechnischen Anforderungen erfüllt und den Belastungen im militärischen Einsatz standhält.

„Auf unseren synthetischen Erprobungsbahnen testen wir gezielt auf spezifische Schwachstellen neuer Fahrzeuge. Der große Vorteil: Diese Tests sind reproduzierbar“, erklärt der kommissarische Leiter der WTD, Mike Müller.

Ziel der umfangreichen Tests ist es, mögliche technische Schwächen frühzeitig zu erkennen und so die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten weiter zu erhöhen. „Unsere Philosophie ist es, deutsche Soldaten im Einsatz so gut wie möglich zu schützen“, sagt Müller. „Wir testen unter anderem auf Schwachstellen, um zu sehen, wo es unter Umständen technisch bedingt zu Ausfällen kommen kann.“

Belastungstests des Patria auf dem „Belgischen Block“

Zu den anspruchsvollsten Prüfungen gehört die Fahrt über den „Belgischen Block“ – eine Kopfsteinpflasterstrecke mit tiefen Unebenheiten, die Fahrzeuge und Besatzung gleichermaßen fordert. Dies deckt immer wieder Schwachstellen an Testfahrzeugen auf.

Ein grüner sechsrädiger Radpanzer fährt über eine betonierte Erprobungsfahrbahn. Das linke Vorderrad hängt in der Luft.

Selbst bei extremen Verwindungen muss das Fahrzeug weiterhin zuverlässig operieren können

2026 Bundeswehr/Dirk Bannert

Auch die Schrägbahn zählt zu einer wichtigen Station der Erprobung. „Bei 30 Grad Seitenneigung kann es bei manchen Fahrzeugen schon passieren, dass das Öl im Gehäuse so wandert, dass der Motor plötzlich trocken läuft“, so Marc D., Erprobungsingenieur an der WTD. „Das kann zu einem erheblichen Motorschaden bis hin zum Totalausfall führen.“

Erkenntnisse fließen in Patria-Serienfertigung ein

Werden während der Erprobung konstruktive Schwächen erkannt, können diese durch den Hersteller beseitigt werden, bevor das Fahrzeug in die Serienfertigung geht, erläutert Christian von W., der zuständige Projektleiter im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). 

Ein Vorteil des Patria: Das Fahrzeug wird im Rahmen eines internationalen Rüstungsprogramms mit Finnland, Lettland, Schweden, Dänemark, Großbritannien und Norwegen beschafft. So kann die Bundeswehr auch auf die Erfahrungen und Untersuchungsergebnisse anderer Nutzerstaaten zurückgreifen. „Eigene Untersuchungen sind aber immer noch notwendig, da wir teilweise andere Einsatzszenarien haben als unsere Partner, die zu anderen Belastungen führen können“, so Christian von W.

Moderne Messtechnik liefert wichtige Daten

Für den Patria läuft alles glatt und er bewältigt alle Abschnitte der Teststrecke. Während sämtlicher Testfahrten erfassen Sensoren umfangreiche Messdaten. Erst wenn das Fahrzeug alle Nachweise erfolgreich erbracht hat, erhält es die Genehmigung zur Nutzung. Der Projektleiter ist überzeugt: „Der Patria wird eine echte Verbesserung für die Truppe sein!“ Erste Exemplare soll die Truppe voraussichtlich Anfang 2027 bekommen. Auf dem Weg dahin stellt die Bundeswehr mit intensiven Erprobungen sicher, dass der neue Radpanzer den hohen Anforderungen im Einsatz gerecht wird und den Soldatinnen und Soldaten größtmöglichen Schutz bietet.

von Kristian Klinck

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