Quadriga: Bundeswehr und NATO üben den Bündnisfall
Russland bedroht Europa. Zur Abschreckung trainieren Bundeswehr und NATO daher jedes Jahr die Abwehr eines Angriffs auf das Bündnis.
Russland bedroht Europa. Zur Abschreckung trainieren Bundeswehr und NATO daher jedes Jahr die Abwehr eines Angriffs auf das Bündnis.
Russlands Überfall auf die Ukraine zerstörte die europäische Friedensordnung und fordert das System kollektiver Verteidigung der NATO heraus. Russland könnte einen Angriff auf die Allianz wagen. Abschreckung ist das Gebot der Stunde. Mit der Übungsserie Quadriga trainieren die Bundeswehr und ihre NATO-Partner seit 2023 die Verteidigung im Bündnisfall.
Bundeswehr und NATO-Partner beweisen in der Praxis, dass sie Deutschland und das Bündnis verteidigen wollen und können.
Die Invasion Russlands in der Ukraine ab dem 24. Februar 2022 hat in Europa viele vermeintliche Gewissheiten beendet – darunter auch jene, dass Russland keinen konventionellen Angriff auf ein anderes europäisches Land wagen würde. Während es den Krieg gegen die Ukraine mit großer Härte fortführt, scheint Russland gleichzeitig die Weichen für eine größere Konfrontation zu stellen: Seine Rüstungsproduktion läuft auf Hochtouren, die Verteidigungsfähigkeiten Europas werden schon jetzt getestet. Analysten zufolge könnte Russland schon 2029 in der Lage sein, das NATO-Bündnisgebiet in Europa zu attackieren.
„Wirksame Abschreckung ist unsere Lebensversicherung. Wenn ein russischer Soldat alliiertes Territorium betritt, werden wir jeden Zentimeter davon verteidigen.“
Die neuerliche Bedrohung durch Russland vor Augen sammeln sich die Länder Europas hinter dem Schutzschild des transatlantischen Verteidigungsbündnisses NATO. Die NATO hat ihre Verteidigungspläne überarbeitet und ihre Truppenpräsenz entlang der europäischen Ostgrenze verstärkt. Die Alliierten einigten sich zudem darauf, ihre Ausgaben für die kollektive Sicherheit massiv zu erhöhen.
Die Botschaft in Richtung Moskau ist klar: Wer einen NATO-Partner angreift, bekommt es mit der gesamten Allianz zu tun. Bündeln die 32 NATO-Mitglieder ihre Fähigkeiten, ist das Verteidigungsbündnis die schlagkräftigste Militärmacht der Welt. Russland soll von einem Angriff wirksam abgeschreckt und der Frieden so erhalten werden. Die Übungsreihe Quadriga führt dem potenziellen Gegner deshalb vor Augen, was die Bundeswehr und ihre Partner zu leisten imstande sind.
Die Quadriga-Übungsserie gibt es in dieser Form seit 2023. Die Bundeswehr trainiert jedes Jahr mit ihren Alliierten das gemeinsame Vorgehen bei einem Angriff auf das Bündnisgebiet: Von der Alarmierung über die kurzfristige Verlegung großer Truppenverbände über die „Drehscheibe Deutschland“ an die NATO-Ostflanke bis hin zum gemeinsamen Kampf im Gefecht verbundener Waffen. Doch es geht nicht nur um das Einstudieren der Abläufe im Bündnisfall: Gleichzeitig senden die Alliierten auch ein Signal der Geschlossenheit und der Stärke.
Quadriga setzt jedes Jahr einen anderen militärischen Schwerpunkt. Bei der ersten Ausgabe 2023 war die Luftwaffe besonders gefordert. Air Defender war mit 10.000 Soldatinnen und Soldaten sowie 250 Flugzeugen die größte Luft-Verlegeübung seit Bestehen der NATO. 2024 stand das Heer im Mittelpunkt des Übungsgeschehens. Eingebettet wurde Quadriga in die größte NATO-Übung in Europa seit dem Ende des Kalten Krieges: Bei Steadfast Defender waren 90.000 Soldatinnen und Soldaten vom Polarkreis bis hinunter ans Schwarze Meer im Einsatz. Bei Quadriga 2025 steht nun die Marine im Fokus.