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Verzögerungsgefecht

Ein mit Zweigen getarnter Panzer fährt im Gelände. Aus den Luken des Panzers schauen zwei Soldaten.

Bundeswehr/Jana Neumann

Operationstaktik

Verzögerungsgefecht: Leopard, Marder und Panzergrenadiere halten den Feind auf

In einer Art Katz-und-Maus-Spiel können Kampftruppen gemeinsam mit Schützen- und Kampfpanzern den Angreifer verlangsamen. Der wird in einen Hinterhalt gelenkt – und geschwächt. Die eigenen Kräfte geben das Gelände wie geplant wieder frei und formieren sich neu. An der NATO-Ostflanke könnten das Aufgeben von Raum und Gewinnen von Zeit besonders relevant werden.

Anders als bei einer klassischen statischen Verteidigung aus festen Stellungen heraus geht es bei der Verzögerung darum, das Abwehrgefecht beweglich zu führen – unter kalkulierter Preisgabe des Geländes, um Zeit zu gewinnen. Wie genau, das weiß der Gegner nicht; ein Vorteil für die verzögernden Kräfte.

Die eigenen Streitkräfte kämpfen bei der Verzögerung meist in Unterzahl, gleichen dies aber durch bestimmte Maßnahmen aus. In der Bundeswehr spricht man von „Hemmen“, „Binden“ und „Abnutzen“. 

Vom Grundsatz her tauschen die verzögernden Einheiten Raum gegen Zeit: Eigene Truppen geben nach und nach ihr Gelände auf und weichen mit möglichst wenig eigenen Verlusten aus. Während der Verzögerung werden dem Feind mit kleineren Gefechten weitere Verluste zugefügt. Dazu wird der Gegner durch geschickte Ausnutzung des Geländes von Pionieren oder der Artillerie in eine bestimmte Richtung gelenkt oder auch gezogen.

Damit das gelingt, müssen die eigenen Kräfte das Gebiet gut kennen und entsprechend vorbereiten. Um dabei den Überblick zu behalten, werden auch Drohnen zur Aufklärung eingesetzt.

Die vierte Kompanie übt das Verzögerungsgefecht

Verschiedene Hinterhalte für den Gegner

Bei der Verzögerung nutzen die eigenen Kräfte mehrere Arten von Sperren. Meist kommen hier die Pioniere mit ihrem schweren Gerät wie dem Pionierpanzer Dachs zum Zug. Sie unterscheiden zwischen Bau-, Spreng- und Drahtsperren. 

Taktik für Frontlinien

Die Verzögerung bietet sich gerade an Frontlinien und Ländergrenzen an, weil sie einem angegriffenen Staat unter kontrolliertem Verlust von Gelände Zeit verschafft, Unterstützung zu schicken. Relevant könnte dies vor allem an der NATO-Ostflanke werden. In Litauen stehen mit der Panzerbrigade 45 auch deutsche Soldatinnen und Soldaten bereit, um das Bündnisgebiet zu schützen.

Im weiteren Verlauf übernehmen nachfolgende Soldatinnen und Soldaten die Verteidigung, während sich die zuvor eingesetzten Verzögerungskräfte schrittweise aus dem Gefecht lösen. Die Verzögerer verschaffen ihnen die nötige Zeit, sich darauf vorzubereiten. Und die nächste Phase nach dem feindlichen Angriff beginnt.

Brigade Litauen
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