Duale Berufsausbildung bei der Bundeswehr
In den Ausbildungswerkstätten erlernen junge Menschen zivile Berufe mit Zukunft.
In der Ausbildungswerkstatt des Fliegerhorstes Wunstorf werden junge Menschen in drei verschiedenen Fachrichtungen ausgebildet: Fluggerätmechanik (Instandhaltungstechnik), Fluggerätelektronik und Elektronik für Geräte und Systeme.
Der Fliegerhorst Wunstorf ist die Heimat des Lufttransportgeschwaders 62 und dessen A400M-Flotte. Eine der beiden Hallen der Ausbildungswerkstatt des Geschwaders befindet sich direkt an den Liegeplätzen der großen Transportflugzeuge.
Bundeswehr/Sascha KnollSeit über sechs Jahrzehnten werden auf dem Fliegerhorst Wunstorf jährlich 38 junge Schulabgängerinnen und Schulabgänger in zivilen Berufen ausgebildet. Die Zahl wird sich ab 2028 durch den Neubau der Ausbildungshalle auf 48 erhöhen. Bisher haben insgesamt fast 1.600 junge Frauen und Männer in Wunstorf eine Ausbildung abgeschlossen. Nicht nur deswegen ist die Ausbildungswerkstatt des Fliegerhorstes fest in der Region verankert. Viele ehemalige Auszubildende arbeiten mittlerweile in verschiedenen Abteilungen am Standort in Wunstorf, in anderen Liegenschaften oder der Industrie. Ohne solche ausgebildeten zivilen Fachkräfte würde beispielsweise kein A400M abheben können. Damit trägt jede und jeder Einzelne entscheidend zur Erfolgsgeschichte des Fliegerhorstes bei.
Die motorisierte Fliegerei fasziniert die Menschen seit über 120 Jahren: Die Bundeswehr investiert mit erfahrenem und kompetentem Personal in die Ausbildung von jungen Menschen und damit in die Zukunft.
In Wunstorf starteten am 1. April 1960 die ersten Metallflugzeugbauer in der Ausbildungswerkstatt. Die Berufsbilder der luftfahrttechnischen Berufe wurden über die Jahre mehrfach hin zum heutigen Fluggerätmechaniker (Instandhaltungstechnik) angepasst. Bei den elektrotechnischen Berufen entwickelte sich die Ausbildung vom Elektromechaniker zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Im Jahr 2022 kam der Ausbildungsbereich Fluggerätelektronik in Wunstorf hinzu. Die Ausbildungen dauern dreieinhalb Jahre und können bei guten Leistungen um ein halbes Jahr verkürzt werden. Somit werden mittlerweile in drei Ausbildungsberufen jedes Jahr qualifizierte Fachkräfte auf dem neuesten Stand der Technik ausgebildet.
Der Standort Wunstorf verfügt über zahlreiche Ausbildungsexponate und Flugzeugtypen, um die praktische Ausbildung vor Ort zu gestalten und zu unterstützen. In den Bereichen Fluggerätmechanik und Fluggerätelektronik werden einzelne Ausbildungsinhalte direkt im Wartungsbetrieb an einem der modernsten militärischen Transportflugzeuge vermittelt – dem Airbus A400M. Zudem erfolgt eine Einbindung der Auszubildenden in den Fachwerkstätten des ebenfalls am Standort Wunstorf beheimateten Systemzentrums 23.
In jedem Jahr stehen aktuell insgesamt 38 Ausbildungsplätze in drei Berufen zur Verfügung
Bundeswehr/Martin Buschhorn
Die Zahl der Auszubildenden wird sich durch den Neubau der Ausbildungshalle sogar auf 48 erhöhen
Bundeswehr/Simon Otte
Im letzten Ausbildungsjahr werden in den Bereichen Fluggerätmechanik und Fluggerätelektronik einzelne Ausbildungsinhalte direkt im Wartungsbetrieb des A400M vermittelt
Bundeswehr/Markus Rott
Ob Schülerpraktikum oder wie hier beim Zukunftstag – es gibt viele Möglichkeiten, schon vorab einmal in die Ausbildungswerkstatt Wunstorf hineinzuschnuppern
Bundeswehr/Simon Otte
In jedem Jahr können junge Menschen Praktika beim Lufttransportgeschwader 62 machen oder zum Zukunftstag kommen. Die Ausbildungswerkstatt ist bei beidem immer ein fester Bestandteil.
Bundeswehr/Simon Otte
Schon jetzt stehen modere Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hier programmiert ein Auszubildender gerade eine Drohne an seinem Laptop.
Bundeswehr/Simon Otte
Im Bereich Elektroniker für Geräte und Systeme haben alle Auszubildenden einen eigenen Arbeitsplatz und einen Laptop, um beispielsweise Drohnen oder LEDs zu programmieren
Bundeswehr/Simon OtteUm die kontinuierlich hohe Ausbildungsqualität der Werkstatt in Wunstorf zu halten und auf dem Stand der Technik zu bleiben, ist ein Neubau der Ausbildungswerkstatt auf dem Fliegerhorst geplant. Beginnen sollen die Arbeiten im Jahr 2026. Sie umfassen diverse Fachwerkstätten und den Bau einer eigenen Halle für die Schulungsluftfahrzeuge.
Mit der Fertigstellung und dem Einzug in die neue Ausbildungsstätte – voraussichtlich Ende 2028 – wird die Zahl der Ausbildungsplätze weiter steigen. Pro Jahr können dann bis zu 20 Fluggerätmechanikerinnen und -mechaniker, 14 Fluggerätelektronikerinnen und -elektroniker sowie zwölf Elektronikerinnen und Elektroniker ihre Ausbildung auf dem Fliegerhorst beginnen. Dann werden dort bis zu 192 junge Menschen zeitgleich ausgebildet werden. Damit wird die Ausbildungswerkstatt Wunstorf der größte zivile Ausbilder im Umfeld des Fliegerhorstes. Eine der beiden Hallen der Ausbildungswerkstatt des Geschwaders befindet sich direkt an den Liegeplätzen des A400M.
Die Einstellung erfolgt immer zum 1. September eines Jahres. Interessierte bewerben sich über das Bewerbungsportal der Bundeswehr. Der Bewerbungsschluss ist immer der 30. September des Vorjahres. Infos zum Verfahren gibt es bei den Karrierecentern der Bundeswehr, oder dem Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Wunstorf. Das Team der Ausbildungswerkstatt beantwortet zusätzlich gern Fragen zu Ablauf und Inhalten der Ausbildung.
Voraussetzung für einen Start in der Ausbildungswerkstatt Wunstorf ist mindestens ein qualifizierter Haupt- oder Realschulabschluss. Gute Noten in Englisch, Deutsch, Mathematik und Physik sind wichtig – ebenso wie Interesse an Technik, handwerkliches Geschick und Teamfähigkeit.
Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Bereich Personalmanagement Herr Vogel
Ausbildungswerkstatt Wunstorf Ausbildungsleiter Herr Meinders