Hohes Tempo für moderne Ausrüstung: Das wurde erreicht
Vom Sondervermögen bis zur neuen Ausrüstung für die Streitkräfte – die Beschaffungen 2025 im Überblick.
Das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz hat 2025 großartige Arbeit geleistet. Dieser Erfolgskurs soll zukunftsfest gestaltet werden. Dafür setzte der Verteidigungsminister Boris Pistorius am 23. Februar 2026 in Koblenz auf eine Entwicklung mit weiteren Standorten in der Fläche. Noch in diesem Jahr soll das Konzept zur Reform vorliegen.
Der Standort Koblenz inklusive aller Dienstposten bleibe, so der Minister gegenüber der Presse
Bundeswehr/Dirk BannertDen Rotstift will der Minister weder am Standort Koblenz selbst noch an den dort vorhandenen Dienstposten ansetzen. Der Standort Koblenz bleibe der Hauptsitz und es werde keine Agenturlösung geben. Vielmehr gehe es darum, in die Fläche zu gehen – und zwar dorthin, wo kluge und kreative Köpfe sowie neue Talente an möglichen neuen Standorten zur Verfügung stünden. Dabei solle es aber keine Verlagerung der Beschaffung in die Teilstreitkräfte geben. In seinem Statement vor der Presse in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle gab Pistorius damit die Richtung klar vor: Es gehe darum, das Amt für die Herausforderungen der Zukunft gut aufzustellen.
Jahr für Jahr seien in der Vergangenheit Rekordzahlen beim Abschluss von Großprojekten erreicht worden: Beispielweise habe man in 2025 103 der sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen erarbeitet. Diese müssen vom Haushaltsausschuss des Bundestages gebilligt werden, bevor Beschaffungen dieser Größenordnungen überhaupt anlaufen können. Insgesamt seien sogar mehr als 11.500 Beschaffungsverträge mit einem Gesamtwert von fast 34 Milliarden Euro geschlossen worden. „In Koblenz wird Großartiges geleistet“ fasste der Minister die zuvor genannten Zahlen und erreichten Erfolge des Beschaffungsamtes zusammen.
Das Jahr 2025 war auch von einer Vielzahl von Auslieferungen geprägt: Aus 149 Projekten konnte Material im Wert von rund 24 Milliarden Euro an die Truppe übergeben werden – teilweise finanziert aus dem Sondervermögen. Beispielsweise erhielt die Marine den ersten der neuen Seefernaufklärer „Poseidon P8A“. Außerdem kamen auch viele Fahrzeuge wie die sogenannten Wechsellader sowie persönliche Ausrüstung in der Truppe an.
Zu den Kernaufgaben des Beschaffungsamtes gehört auch die Begleitung der Nutzung. Die Beschäftigten des Amtes verantworten neben der eigentlichen Beschaffung auch den gesamten Lebenszyklus der Produkte. Dazu gehören Instandsetzung, Produktpflege und Ersatzteilbeschaffung. Denn: Produkte, die die Truppe bereits nutzt, werden stetig weiterentwickelt, gewartet und repariert. Ein Projekt endet also nicht mit der Übergabe eines Gerätes. In die Nutzung bereits beschafften Geräts wurden in 2025 fast sieben Milliarden Euro investiert.
Zukünftig wird die Bundeswehr mehr Soldatinnen und Soldaten haben als jetzt. Weil diese auch entsprechend mehr Ausrüstung und Material benötigen, wird in diesen Bereichen auch die Zahl der Beschaffungen steigen. Damit steigt dann wiederum auch der Bedarf an Betreuung in der Nutzungsphase. Gleichzeitig müssen schnellere Innovationszyklen – also die Entwicklungsabstände neuer Systeme – gestemmt werden.
„Wir brauchen noch mehr kluge und fähige Köpfe“, betonte deshalb der Minister. Man wolle die Standorte dort schaffen, wo man diese Köpfe finde.
Im November auf der Bundeswehrtagung hatte Pistorius entsprechende Anpassungen am Beschaffungsamt und seinen Prozessen angewiesen. Staatssekretär Jens Plötner erhielt den Auftrag, bis Mai 2026 ein entsprechendes Konzept vorzulegen. Das Konzept solle dabei ganz eng mit der Präsidentin des Bundeamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr), Annette Lehnigk-Emden, abgestimmt werden, so der Minister. Sein Ziel: „Wir wollen das BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und seine unterstellten Bereiche zukunftsfest machen.“
Bereits jetzt steht fest, dass die Reform des Beschaffungsamtes durch ein dreiköpfiges Expertenteam aus externen Beraterinnen und Beratern begleitet werden soll. Die Struktur und die Prozesse sollen durch die Expertise von außen optimiert werden – in Abstimmung mit dem Verteidigungsministerium. Am Standort Koblenz wolle man aber nicht rütteln, bekräftigte Pistorius erneut. Doch es solle mehr Standorte des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in der Fläche geben. Einer dieser Standorte ist schon jetzt das kürzlich eröffnete Innovationszentrum in Erding.
von Heike Westhöfer