Heer

„Ich kann mehr, als ich gedacht hätte“

„Ich kann mehr, als ich gedacht hätte“

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Datum:
Ort:
Augustdorf
Lesedauer:
2 MIN

Gespannt lauschen die drei Rekruten den Worten des Ausbilders auf der anderen Tischseite. Stabsunteroffizier Marvin Reese erklärt den drei jungen Kameraden die Kampfausstattung „Infanterist der Zukunft“. Sein feierliches Gelöbnis liegt schon eine ganze Zeit zurück, die drei Nachwuchssoldaten haben erst vor knapp 24 Stunden ihren Diensteid abgelegt.

Drei Soldaten stehen vor einem Tisch, auf dem Gewehre und Ferngläser liegen. Hinter dem Tisch stehen zwei Soldaten.

Stabsunteroffizier Marvin Reese (r.) zeigt seinen Kameraden, den jungen Rekruten Christopher Talmon (v.l.), Tuari Williamson und Michelle Theiner, die Kampfausstattung der Panzergrenadiere „Infanterist der Zukunft“.

Bundeswehr/Jens Wander

Hinter ihnen liegen drei anstrengende und fordernde Monate, in denen sie die ersten Handgriffe und Grundlagen des Soldatenberufes erlernt haben. Mehrere Kilometer mit vollem Marschgepäck, Helm und Gewehr zu bewältigen – das hätten sich alle wohl kaum zugetraut. Aber selbst der „verwundete“ Kamerad wurde mit einer behelfsmäßig zusammengestellten Trage sicher ins Ziel gebracht. „Ich kann mehr, als ich gedacht hätte“, gibt Michelle Theiner aus Breitscheid zu.

Grundausbildung als Belastungstest

Zwei Soldaten durchwaten mit getarntem Gefechtshelm, Gewehr und Gepäck ein flaches, mit Schilf bewachsenes Gewässer.

Abschlussprüfung der Grundausbildung: Junge Rekruten durchqueren während der Rekrutenbesichtigung ein Gewässer.

Bundeswehr/Marc Eckstein

Die Ausbilder der Kompanie brachten sie und ihre Kameraden bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Auf die Frage, ob sie diese Grenzen überschritten hätte, lächelt die sympathische Abiturientin: „Ich war schon offen.“ Im Sprachgebrauch der Rekruten sei damit die körperliche Erschöpfung gemeint, erfährt man auf Nachfrage. Theiner überbrückt als freiwillig Wehrdienstleistende die Zeit bis zum Beginn ihres Physikstudiums. Christopher Talmon hat sich erst kurzfristig für den Arbeitgeber Bundeswehr entschieden. Nach dem Schulabschluss sucht Talmon, der aus Baunatal kommt, einen sicheren Arbeitsplatz. Seine Familie ermutigte ihn, sich bei der Bundeswehr zu bewerben. Trotzdem stürzte sich Talmon nicht blauäugig in das Abenteuer in Uniform, die Bedeutung der Eidesformel ist ihm sehr wohl bewusst. „Ich wusste von Anfang an, dass es hier auch um mein Leben gehen kann“, versichert der Rekrut. Als Zeitsoldat wird Talmon zukünftig im Jägerbataillon 1 im nordhessischen Schwarzenborn seinen Dienst versehen. Neben ihm steht Tuari Williamson, der im vergangenen Frühjahr seine schulische Laufbahn mit dem Abitur abgeschlossen hat.

Teamarbeit und Disziplin

Mehrere Soldaten stehen auf einem Panzer im Halbkreis um einen Soldaten herum, der auf dem Panzerturm sitzt.

Junge Panzergrenadiere inspizieren einen Kampfpanzer Leopard 2 und lassen sich seine Fähigkeiten und technischen Parameter erklären.

Bundeswehr/Jens Wander

In den kommenden Jahren wird er in Bad Salzungen zum Panzergrenadier ausgebildet. Williamson, der in Werl zu Hause ist, kannte den Bundeswehrstandort Augustdorf schon vor Beginn seiner Grundausbildung. Im Sommer 2019 nahm er an der Informationswoche der Berufsberatung der Bundeswehr teil. Während des Sommercamps bei der Panzerbrigade 21 kam Williamson das erste Mal mit seinem jetzigen Arbeitgeber in Berührung. „Danach stand meine Entscheidung fest“, erzählt er. Teamarbeit, Kameradschaft und Disziplin haben Talmon, Theiner und Williamson in den ersten Monaten bei der Bundeswehr in Augustdorf schätzen gelernt. Christopher Talmon geht sogar noch einen Schritt weiter: Er habe Anstand und Benehmen gelernt, berichtet der Baunataler. Nun wendet sich die kleine Gruppe wieder Marvin Reese und seinen Kameraden zu, die ihnen am Orientierungstag zum Abschluss der Ausbildung bei den lippischen Panzergrenadieren zeigen, was sie in Zukunft bei ihrem neuen Arbeitgeber erwartet.

von Martin Waltemathe

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