Heer

Die Reserve ist #FuerEuchGemeinsamStark

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  • Amtshilfe
  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Zwölf Jahre hat Hauptfeldwebel Ronny Blackmore als Soldat beim Aufklärungslehrbataillon 3 in Lüneburg gedient. 2014 endete seine aktive Dienstzeit, doch als Reservist blieb er seinem Bataillon treu. Nun hat er beim Einsatz in der Corona-Amtshilfe neue Erfahrungen gesammelt: in einem Seniorenheim in Buxtehude.

Vier Soldaten mit Flecktarnuniform und eine Frau in Zivil stehen mit hinter dem Rücken verschränkten Händen vor einem Haus.

Hauptfeldwebel Ronny Blackmore (2.v.l.) hat mit drei Kameraden wochenlang die Mitarbeiter und Besucher des Seniorenheims in Buxtehude auf das Coronavirus untersucht. Der Schnelltest dient ihrer und der Sicherheit der Heimbewohner.

Bundeswehr/Michael Stenzel

Ronny Blackmore ist Soldat mit Leib und Seele. Einer, der kein Problem damit hat, sich tagelange mit Marschgepäck und getarntem Gesicht im Gelände zu bewegen. „Die militärische Aus- und Fortbildung zum Spähtruppführer ist fordernd“, sagt der Hauptfeldwebel der Reserve. Im Zuge des Corona-Amtshilfeeinsatzes hat er eine andere wichtige Aufgabe übernommen. Blackmore und drei weitere Kameraden helfen über mehrere Wochen in einem Seniorenheim. Seit Februar klärt der Familienvater einen ganz besonders tückischen Feind auf: das Coronavirus. Der Hauptfeldwebel gehört zu den mehr als 1.500 Soldaten und Soldatinnen der Panzerlehrbrigade 9 aus Munster, die seit Beginn der Pandemie im Corona-Einsatz standen oder immer noch stehen. Die Aufgabe von Blackmore war es, die Mitarbeiter und Besucher der Einrichtung mit einem Antigen-Schnelltest auf eine mögliche Corona-Infektion hin zu untersuchen. Der Test dient der Sicherheit der Heimbewohner, aber auch der Besucher und der Mitarbeiter des Hauses. Für Blackmore ist dieser besondere Einsatz nun zu Ende. Doch es ist ein Auftrag, den er und seine Kameraden jederzeit wieder ausführen würden. „Er ist notwendig und wir haben als Soldaten einen Eid geleistet, dass wir der Bundesrepublik Deutschland und ihren Menschen treu dienen„, sagt er. Die Leiterin des Seniorenheims, Magdalena Schmilinski, und ihre Mitarbeiter waren über die Unterstützung aus Lüneburg froh. Die Männer in der Flecktarnuniform eroberten die Herzen der Bewohner und Mitarbeiter durch ihr freundliches und tadelloses Verhalten im Sturm.

Ein letzter, berührender Gruß

Ein freundlich blickender Soldat in Flecktarnuniform und eine ältere Dame unterhalten sich im Freien.

Der stellvertretende Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9, Oberst Andreas Schnebelt, kommt zur Dienstaufsicht ins Seniorenheim. Sogleich wird er von einer Heimbewohnerin begrüßt, die die Leistungen der abgestellten Soldaten ausdrücklich lobt.

Bundeswehr/Michael Stenzel

Besonders deutlich wird das, als der Stellvertreter des Kommandeurs der Panzerlehrbrigade 9, Oberst Andreas Schnebelt, zur Dienstaufsicht ins Seniorenheim kommt. Als ihm Blackmore vorschriftsmäßig Meldung macht, sagt eine ältere Dame hörbar für alle: „Ich finde es toll, was Sie und Ihre Soldaten hier leisten“, und ergänzt: „Mein Mann war auch bei der Bundeswehr.„ Für den Reservisten Blackmore, der im Zivilberuf als Vollzugsbeamter in Hamburg arbeitet, ist der Dienst an der Corona-Front eine absolut neue Erfahrung, die er und seine Soldaten aber auf keinen Fall missen wollen. „Wir haben Einblicke bekommen, die so nie möglich gewesen wären“, sagt er. Auch dass sie mit dem Tod konfrontiert wurden, müssen sie erst einmal verarbeiten. Für einen Soldaten ist das an und für sich nichts Ungewöhnliches, da das zum Berufsbild gehört. Doch die Situation in Buxtehude war aber doch etwas anderes. Der Hauptgefreite Akim Lennard Katz berichtet von einem für ihn besonders belastenden Moment: „Einem älteren Herren ging es nicht gut. Als der alarmierte Rettungsdienst kam und den Mann an uns vorbeitrug, salutierte er auf der Liege in unsere Richtung.„ Es war der letzte Gruß des alten Herrn, denn am nächsten Morgen erfahren die Soldaten, dass der Mann verstorben ist. „Das berührt schon“, sagt der 21-Jährige nachdenklich. Nichtsdestotrotz würde er sich sofort wieder für eine solche Aufgabe melden. Eine wichtige Erkenntnis haben Blackmore und seine Kameraden aus diesem Einsatz mitgenommen: „Wir haben gewaltigen Respekt vor der Arbeit der Pflegekräfte„, sagt der Hauptfeldwebel. Und weiter: „Die Männer und Frauen in der Pflege leisten klasse Arbeit, die leider viel zu wenig honoriert wird.“ Die wahren Helden sind für ihn auf jeden Fall die Alten- und Pflegekräfte.

von Klaus Reschke

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