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Ein Kran für alle Fälle

Ein Kran für alle Fälle

  • Technik
  • Heer
Datum:
Ort:
Stadtallendorf
Lesedauer:
2 MIN

Wenn Hauptfeldwebel Peter Landgraf vom Versorgungsbataillon 7 aus Stadtallendorf über sein Waffensystem spricht, leuchten seine Augen. Als Waffensysteme der Bundeswehr sind hauptsächlich der Leopard 2 oder der Schützenpanzer Puma bekannt. Doch Landgraf meint in diesem Fall seinen Fahrzeugkran.

Dreizehn Soldaten stehen verteilt vor einem Fahrzeugkran und auf einem Lkw. Sie schauen für das Gruppenbild in die Kamera

Sechs Wochen lang dauert die Ausbildung im Versorgungsbataillon 7, dann dürfen sich die Soldaten Kranbediener nennen.

Bundeswehr/Katarina Flor

Landgraf leitet die Ausbildung zum Kranbediener und sorgt dafür, dass es seinen acht Lehrgangsteilnehmern nie langweilig wird. Seinem geschulten Auge entgeht nichts - überhaupt nichts. Mit einem kurzen Blick erkennt er, wenn sich beispielsweise zwei Ketten an einer Kabine verdreht haben. Mit seiner freundlichen Art spricht er die Soldaten auf den Fehler direkt an. „Ihr müsst die Ketten nochmal lösen und neu festmachen. Sonst beschädigt Ihr sie beim Anheben“, erklärt er ruhig. „Lautsein führt zu nichts. Deswegen spreche ich mit den Lehrgangsteilnehmern immer ruhig und bevorzuge einen kameradschaftlichen Umgangston. Außerdem ist das Lautsein nicht meine Art“, sagt der Thüringer.

Mit Freundlichkeit zum Erfolg

Ein Soldat hat sich vor der Führerkabine eines olivgrünen Krans abgehockt und lächelt in die Kamera.

Hauptfeldwebel Peter Landgraf bildet mit Ruhe und Freundlichkeit Soldaten zum Kranbediener aus. Nach etlichen Tagen im Unterrichtsraum geht es endlich zur praktischen Ausbildung an den Kran.

Bundeswehr/Katarina Flor

In Stadtallendorf werden die Kranbediener für die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ ausgebildet. Sie dauert sechs Wochen und endet mit einer Abschlussprüfung. In den ersten Tagen wird nur Theorie vermittelt. Allein die Sicherheitsbestimmungen sind sehr umfangreich. Im praktischen Teil steht natürlich das „Kranen“ im Schwerpunkt. Einen Container umzusetzen, braucht seine Zeit. In der Ausbildungsphase dauern die ersten Übungen fast eine Stunde, ehe der Kran ausgerichtet ist, die Ketten befestigt sind und das Anheben des Containers losgehen kann. „Später, wenn die Kranbesatzung eingespielt ist, geht das natürlich alles viel schneller“, sagt der 31-jährige Hauptfeldwebel.

„Heben, bergen, schleppen“

Ein Soldat mit Warnweste und Schutzhelm ordnet vornübergebeugt die schweren Ketten eines Krans.

Die Ketten müssen ordentlich liegen, sonst werden sie beim Anheben der bis zu 20 Tonnen schweren Container beschädigt.

Bundeswehr/Katarina Flor

Aber nicht nur das „Kranen“ wird trainiert, auch das Bergen und Abschleppen von Fahrzeugen. „Es ist schon vorgekommen, dass wir während eines Übungsplatzaufenthaltes ein Fahrzeug aus dem Graben ziehen oder herausheben mussten“, sagt der junge Familienvater. Die Ausbildung hat auch einen interessanten und erfreulichen Nebeneffekt für die Soldaten. „Unsere Ausbildung wird auch im zivilen Bereich voll anerkannt, man braucht später nur noch die Einweisung auf den jeweiligen Kran und dann kann es losgehen“, so Landgraf. Jetzt heißt es für die Lehrgangsteilnehmer erst einmal, die Abschlussprüfung zu bestehen. Da sieht Landgraf aber keine Probleme: „Wir werden alle Teilnehmer so gut vorbereiten, dass Sie die Prüfung einfach nur bestehen können.„ Der erfahrene Ausbilder des Versorgungsbataillons 7 weiß eben, worauf es ankommt.

von Jens Wander

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