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Eine Woche Soldat sein bei den Fallschirmjägern

Eine Woche Soldat sein bei den Fallschirmjägern

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Datum:
Ort:
Zweibrücken
Lesedauer:
4 MIN

Nachtsicht- und Höhenparcours, Hindernisbahn, Diensthundevorführung – das Programm für die 21 Gewinnerinnen und Gewinner eines Preisausschreibens der Bundeswehr war abwechslungsreich und aufregend. Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren aus dem ganzen Bundesgebiet haben eine Woche bei den Soldatinnen und Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken verbracht.

Mehrere Jugendliche in Uniform stehen um einen kleinen bewaffneten Panzer herum, ein Soldat steht daneben und erklärt.

Das Fallschirmjägerregiment 26 verfügt über Technik, wie den Waffenträger Wiesel mit dem Lenkflugkörpersystem TOW. Dieser kleine lufttransportfähige Panzer wird den Teilnehmern der Gewinnerreise vorgestellt, Fragen werden beantwortet.

Bundeswehr/Andreas Hultgren

Aus ganz Deutschland reisen die Gewinner an. Am Zweibrücker Bahnhof werden sie am Mittag durch Hauptmann Franz Hoyer empfangen. In der Kaserne angekommen, beziehen alle gemeinsam eine Halle. Aufgrund der Hygienebestimmungen wegen der Corona-Pandemie sind es dieses Mal keine klassischen Stuben, die Betten sind durch Spinde getrennt. Alexander ist nicht enttäuscht, im Gegenteil: „Das ist ja ein großer Raum, cool, wir sind alle zusammen. So habe ich mir das vorgestellt.“ Damit sich niemand verläuft, werden die wichtigsten Gebäude auf dem Kasernengelände auf dem Weg zur Regimentsgrillhütte gezeigt. In lockerer Atmosphäre werden dann am Abend die ersten Fragen rund um die Bundeswehr beantwortet. Die Gewinner lernen sich näher kennen, aber die Müdigkeit ist vielen anzusehen.

Anlegen eines Fallschirmsystems

Ein Soldat kontrolliert das angelegte Gurtzeug eines Jugendlichen, mehrere Jugendliche stehen im Halbkreis drum herum.

Ein Absetzer, also ein Soldat, der die Fallschirmjäger auf ihren Absprung vorbereitet, erklärt den Jugendlichen das Gurtzeug für einen Sprung vom Sprungturm sowie das Verhalten nach dem Sprung.

Bundeswehr/Andreas Hultgren

Am zweiten Tag folgt, wie auch bei Rekruten, die Einkleidung. Mit einem Einkaufswagen steuern die Jugendlichen in der Bekleidungskammer verschiedene Stationen an, um von der Feldbluse bis hin zum Klappspaten alles zu empfangen, was ein Soldat braucht. Nach und nach kommen die Jugendlichen fertig eingekleidet aus dem Gebäude. „Es fühlt sich gut an, ab diesen Moment einer von allen zu sein. Wir sehen ja alle gleich aus“, freut sich Jule.
Nach dem Mittagessen geht es zum Fallschirmgeräteumschlagszug. In den Hallen werden den Teilnehmern die verschiedenen Fallschirmsysteme erklärt. Marlene wird ein Freifallsystem angelegt, aufmerksam schauen die anderen zu. Zehn Minuten später steht Marlene „Fertig zum Sprung“ in der Halle. Aus der Menge witzelt ein Junge: „In fünf Minuten ist das Flugzeug da.“ Alle lachen. Am Sprungturm wird das bei den Fallschirmjägern üblich genutzte Fallschirmsystem T-10 durch Soldaten ausführlich erläutert. Zur Demonstration werden Soldaten aus dem Turm abgesetzt. Sogar eine Soldatin tritt ihren ersten Sprung zur Vorbereitung auf den vierwöchigen Springerlehrgang an. Die Gewinner packen tatkräftig mit an, ihnen werden alle Fragen, rund um das Fallschirmspringen beantwortet. Krönender Abschluss des Tages ist ein Nachtsichtparcours. Mit Nachtsichtgeräten gehen die Jungen und Mädchen über Treppen, laufen über einen dunklen Dachboden, gleiten unter einem Hindernis und müssen anschließend einen Baum auf einen Meldeblock zeichnen.

Höhlenlabyrinth und Ziplinepark

Ein Jugendlicher in Flecktarnuniform gleitet an einem Drahtseil zwischen Bäumen hindurch.

Über eine Seilrutsche geht es in einem Hochseilgarten von Baum zu Baum.

Bundeswehr/Andreas Hultgren

Auch der dritte Tag ist erlebnisreich. Nach einer Gesprächsrunde mit der Regimentsführung besuchen die Jugendlichen die Schlossberghöhlen in Homburg. Es sind die größten Buntsandsteinhöhlen Europas. Sie bestehen aus zwölf Stockwerken und erstrecken sich über 140 Meter Länge und 60 Meter Breite. Nach einer Führung durch das Höhlenlabyrinth dürfen die Gewinner elf Stationen selbst erkunden. Am Nachmittag wartet ein Höhenparcours in einem Ziplinepark auf sie. „Denke, atme, fühle, zittere und flieg“, ist dabei das Motto. Mit Komplettgurt, doppelter Seilsicherung, Doppelseilrolle und Handschuhen absolvieren die Jugendlichen zunächst einen Übungsparcours durch die Baumwipfel. Dort machen sie sich mit der Ausrüstung vertraut. Danach geht es endlich los. In luftiger Höhe rasen die Gewinner über eine Länge von 1.000 Metern zum Ziel. Sie lachen und schreien, die Angst ist überwunden. Am Abend beantworten Kameraden des Karrierecenters Mainz während eines gemeinsamen Essens zahlreiche Fragen rund um die Karriere bei der Bundeswehr.

Teamarbeit auf der Hindernisbahn

Jugendliche in Uniform robben unter Drähten entlang, die über ihnen gespannt sind.

In der tiefsten Gangart geht es auf der Hindernisbahn unter dem Gleithindernis entlang.

Bundeswehr/Andreas Hultgren

Frisch ausgeruht beginnt für alle der vierte Tag. Auf dem Programm stehen die Hindernisbahn, die Feldküche und zahlreiche Vorführungen. Nach einem Aufwärmprogramm absolvieren die Gewinner mit Helm und Handschuhen die Hindernisbahn, die auch Trainingsraum für Rekruten und alle anderen Soldaten ist. Der schnellste Teilnehmer und die schnellste Teilnehmerin werden ermittelt. Anschließend laufen die Jugendlichen eingeteilt in drei Gruppen jeweils mit zwei vollen Wassereimern über die Hindernisbahn. Teamgeist ist gefragt: Aufgabe ist es, gemeinsam als Gruppe die zwei Eimer über die Bahn zu bringen und dabei möglichst wenig Wasser zu verlieren.

Ein echtes Gemeinschaftserlebnis

Gruppenbild von Jugendlichen in Uniform. Einige stehen, einige hocken, zwischen ihnen das blauweiße Regimentswappen.

Die Teilnehmer dürfen eine Woche lang so nah den Soldatenalltag erleben, wie es sonst nicht möglich ist.

Bundeswehr/Andreas Hultgren

Nach dem Mittagessen präsentieren die Soldaten den jungen Besuchern den Waffenträger Wiesel 1 TOW, ein lufttransportfähiges, leicht gepanzertes Vollkettenfahrzeug und eine der Panzerabwehrwaffen der Fallschirmjäger. Alle hören gespannt zu und fragen die Ausbilder sprichwörtlich Löcher in den Bauch. Weiter geht es zu den Diensthunden. Hinter dem sicheren Zaun zeigen die Diensthundeführer, was der Kamerad Hund kann, wie zum Beispiel Sprengstoff erschnüffeln oder Personen schützen. Hundebesitzer, wie Ronja, finden das besonders interessant.
Am letzten gemeinsamen Abend tauschen alle die Eindrücke der Woche aus. Auf die Frage, was der Höhepunkt war, sind sich die meisten einig: „Irgendwie war alles beeindruckend“, so Melanie stellvertretend. Das gemeinsame Schlafen in der Halle, das gemeinsame Essen und die gemeinsamen Erlebnisse ließen die Gruppe zusammenschweißen. Einige der Gewinner haben bereits Pläne für einen Einstieg bei der Bundeswehr, sei es bei der Marine oder Luftwaffe, wie zum Beispiel Marlene. Sie findet, gegenüber anderen Arbeitgebern biete die Bundeswehr eine größere Vielfalt an Berufsmöglichkeiten.

von Andreas Hultgren

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