Heer
Messfeier

„Kein Einsatz für das Gute geht verloren“

„Kein Einsatz für das Gute geht verloren“

  • Weltfriedenstag
  • Heer
Datum:
Ort:
Würzburg
Lesedauer:
4 MIN

Anlässlich des Weltfriedenstags haben die katholische Militärseelsorge und das Bistum Würzburg am 27. Januar traditionell Angehörige der Bundeswehr aus den Standorten der Region mit ihren Familien zur Messfeier in den Würzburger Kiliansdom eingeladen.

Soldaten in grauer Uniform tragen Kerzen, Kreuz, Fahnen und Weihrauchschwenker, dahinter folgt die Geistlichkeit im Ornat.

Ministranten in Uniform prägen das Bild der Messfeier anlässlich des Weltfriedenstags im Würzburger Kiliansdom. Vorneweg schwenkt Oberstabsfeldwebel Andreas Deckert den Weihrauch.

Bundeswehr/Samuel Spiegel

Es gebe nichts Schöneres, als zu Beginn der Messe „Friede sei mit Euch“ zu wünschen. Mit diesen Worten stimmte der katholische Leitende Militärdekan Arthur Wagner die knapp 100 Anwesenden in Uniform und in Zivil auf die Messfeier ein, die unter strenger Beachtung der Infektionsschutzbestimmungen stattfand.

Der Würzburger Weihbischof Ulrich Boom verdeutlichte in seiner Predigt, dass gerade in Zeiten, in denen der Friede aufs Äußerste infrage gestellt werde, der Glaube an die Liebe des Herrn eine neue Bedeutung bekomme. „Mehr denn je gilt es, die ‚Macht der Liebe‘ hochzuhalten, damit unsere kleine und große Welt, national und international, nicht zerfällt oder im Chaos endet.“ Boom bezog sich damit auf den Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ im Großen Zapfenstreich. Wo diese Macht nicht vorherrsche, führe ein Zusammenleben zu Ungerechtigkeit, Unfrieden, Unfreiheit und Zwietracht. „Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit, keinen Frieden ohne Freiheit, keinen Frieden ohne Einheit.“ Der Weihbischof dankte den Soldatinnen und Soldaten, die sich mit ihrem Dienst und ihren Einsätzen im In- und Ausland für den Erhalt dieser Werte einsetzten.

Oberstleutnant Christian Karl Beer schilderte in seiner Lesung, wie König David den Herrn um Segen für sein Volk bittet: „Wer bin ich, mein Herr und Gott, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierhergeführt hast?“ Gottvertrauen habe David geleitet, erklärte Weihbischof Boom hierzu. „Gottvertrauen, ja jedes Vertrauen vertreibt die Übermacht der Angst.“ Benedicere – den Segen spenden, wörtlich „gutes Sagen“ – das bedeute aus Sicht Booms auch, dass David Gott um Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Einheit bitte. Viele Schrifttexte passten zum Thema Frieden, und sie alle seien „Orientierungshilfen für unseren Einsatz in Kirche und Welt“.

Gutes säen und auf Früchte hoffen

Bildcollage: Rechts und links je ein Soldat in Uniform, in der Mitte ein Geistlicher im Ornat.

Oberstleutnant Christian Karl Beer (l.) hält die Lesung. Weihbischof Ulrich Boom dankt den Soldaten für deren Einsatz für den Frieden. Generalmajor Ruprecht von Butler spricht zum ersten Mal als Kommandeur der 10. Panzerdivision im Dom.

Bundeswehr/Markus Richter (2), Samuel Spiegel

Bisweilen sei der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit enttäuschend, sagte der Weihbischof im Hinblick auf die Wiederergreifung der Macht durch die Taliban nach dem Abzug der Bündnistruppen in Afghanistan. „Wir leben und vermitteln, was uns wichtig ist im Blick auf Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Einheit“, und dann mache man die Erfahrung, dass „es aber nicht fruchtet, selbst da, wo wir Leib und Leben einsetzen“. Das sei schmerzlich, „wenn ich auch glaube, dass all das, was wir wo auch immer an Gutem säen, letztendlich aufgeht und Früchte trägt. Kein Einsatz für die Förderung des Guten geht verloren. Was uns wichtig ist, wofür wir stehen, das haben wir auch zu leben.“

Generalmajor Ruprecht von Butler sprach als neuer Kommandeur der 10. Panzerdivision erstmals beim Weltfriedenstag. Er ist Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands. Butler bat: „Gott gebe uns die Kraft und den Mut, den richtigen Weg zwischen Dialog und Entschlossenheit zu finden, um die Gabe des Friedens zu bewahren.“ Achtung und Anerkennung internationaler Regeln seien Basis für den Frieden in Europa, bekräftigte der Kommandeur. Der Glaube habe ihm stets nötige Orientierung gegeben: „Es ist die Erziehung zu einem Wertekanon des gegenseitigen Respekts der Achtung vor dem Mitmenschen, der Anerkennung eines jeden Menschen als einzigartiges Individuum, als achtenswerte Schöpfung Gottes.“

Ministranten in Uniform prägen die Messe

Ein Priester im Chormantel hält eine goldene Prachtbibel hoch, beiderseits stehen Soldaten mit Kerzen und Weihrauchschwenker.

Begleitet von den Ministranten in Uniform präsentiert der Veitshöchheimer Militärpfarrer Dr. Andreas Rudiger (M.) als assistierender Priester die Heilige Schrift

Bundeswehr/Markus Richter

Ministranten in Uniform prägten das Bild der Messfeier. Als Konzelebranten wirkten der Leitende Militärdekan Arthur Wagner aus München, die Militärdekane Jürgen Eckert aus Fürstenfeldbruck und Alexander Brosche aus Ulm sowie der Veitshöchheimer Militärpfarrer Dr. Andreas Rudiger mit. Mit ihrer Fürbitte gedachten Oberfeldarzt Dr. Susan Weigelt und Stabsunteroffizier Michaela Fox aus Volkach unter anderem der Soldaten, die im Einsatz stehen, und der Menschen, die vor Krieg und Gewalt fliehen.

Ein achtköpfiges Bläserensemble des Heeresmusikkorps Veitshöchheim unter Leitung von Hauptfeldwebel Bernhard Müßig begleitete den Gottesdienst von der Orgelempore des Doms.

Junger Soldat lässt sich firmen

Ein Geistlicher im Ornat hebt die Arme, um einen vor ihm knienden jungen Mann zu segnen.

Weihbischof Ulrich Boom (l.) firmt einen Obergefreiten aus Würzburg zum Abschluss seines Freiwilligen Wehrdienstes in Donaueschingen

Bundeswehr/Markus Richter

Die Firmung eines jungen Soldaten unterstrich die feierliche Atmosphäre im Dom: Der Obergefreite Raphael Schlimbach aus Würzburg hatte sich im Gespräch mit Militärpfarrer Dr. Rudiger zum Empfang dieses Sakraments entschlossen. Er hatte im Alter von 16 Jahren die Kommunion empfangen und seine nachfolgende Firmung stand noch aus. Üblicherweise empfangen Soldaten die Sakramente in Uniform. Der Obergefreite jedoch beendete wenige Tage nach der Messfeier seinen Freiwilligen Wehrdienst, war bei der Bundeswehr bereits ausgekleidet worden und wurde deshalb in Zivil gefirmt.

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von Karsten Dyba

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