Heer

Unteroffizierausbildung der Infanterie in neuer Hand

Unteroffizierausbildung der Infanterie in neuer Hand

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
2 MIN

Die II. Inspektion der Infanterieschule in Hammelburg hat einen neuen Chef: Kürzlich übernahm Major Patrick Poser das Kommando von Hauptmann Marcel Zens. Mit dem Chefwechsel endet auch eine ereignisreiche und produktive Zeit.

Drei Soldaten stehen nebeneinander auf einer Wiese und halten einen Wimpel mit Holzstange.

Der neue Chef, Major Patrick Poser (l.), Oberstleutnant Andreas Eichhorn (M.) und der scheidende Chef, Hauptmann Marcel Zens bei der Wimpelübergabe

Bundeswehr/Benjamin Bendig

„Die II. Inspektion steht für Ausbildung und Erziehung auf Trupp- und Gruppenebene mit hohem Niveau“, erklärte Oberstleutnant Andreas Eichhorn anlässlich des Chefwechsels. Er ist der Kommandeur der Lehrgruppe A der Infanterieschule und für die Führungskräfteausbildung der Heeresinfanterie verantwortlich. Die jetzt übergebene II. Inspektion kümmert sich im Hauptauftrag um die Unteroffizierausbildung als Führungskräfte für Trupps und Gruppen mit bis zu zwölf Soldaten. Zusätzlich finden in der Inspektion Spezialistenlehrgänge für das Gepanzerte Transportkraftfahrzeug (GTK) Boxer sowie an schweren Waffen der Infanterie statt, zum Beispiel am neuen Panzerabwehrsystem MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System (mehrrollenfähiges, leichtes Lenkflugkörpersystem).

Inspektion im Umbruch geführt

Ein Radpanzer fährt über eine Wiese. An den Seiten steigt Staub auf.

Die Kommandantenausbildung am Gepanzerten Transportkraftfahrzeug Boxer, hier bei einer Übung, ist eines der Aushängeschilder der II. Inspektion.

Bundeswehr/Alena Schleicher

Kommandeur Eichhorn blickte auf die Errungenschaften des scheidenden Inspektionschefs zurück: „In Ihrer zweijährigen Zeit als Chef wurde die Inspektion um einen Hörsaal erweitert und Sie übernahmen die Verantwortung für mehrere neue Lehrgänge, unter anderem für MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System und den Waffenträger Wiesel.“ Darüber hinaus sei unter anderem die Unteroffizierausbildung konzeptionell weiterentwickelt und das erweiterte System Infanterist der Zukunft in die bestehenden Lehrgänge integriert worden. „Ich werde mich von einem Chef trennen müssen, mit dem ich ausgesprochen gern zusammengearbeitet habe. Sie sind offen, ehrlich, authentisch und absolut vertrauenswürdig“, bedankte sich Oberstleutnant Eichhorn bei Zens.

Vom Vorgänger zum Nachfolger

Zwei Soldaten sitzen mit sandfarbenen Schutzwesten an der Waldkante und schießen mit einer Panzerabwehrwaffe.

Das Panzerabwehrsystem MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System ist eine der modernsten Waffen der Bundeswehr. Die Ausbildung an dem System findet in der II. Inspektion statt.

Bundeswehr/Carl Schulze

Eine besondere Geschichte schrieb der Chefwechsel außerdem: Der neue Chef, Major Patrick Poser, war bis ins Jahr 2017 im Dienstgrad Hauptmann bereits als Hörsaalleiter in der II. Inspektion eingesetzt. Als er die Inspektion verließ, übergab er an seinen Nachfolger: Hauptmann Marcel Zens. Er war zunächst Hörsaalleiter und wurde dann zum Inspektionschef befördert. Nachdem der Chefdienstposten kürzlich höher dotiert worden war, kehrt nun der ehemalige Vorgänger, Patrick Poser, im neuen Dienstgrad Major als Nachfolger an die Infanterieschule zurück. Zwischenzeitlich war er Chef einer Gebirgsjägerkompanie und in zwei Auslandseinsätzen in Mali und Irak. Als sein neuer Vorgesetzter ist Oberstleutnant Eichhorn zuversichtlich: „Sie kennen die Infanterieschule und werden schnell in Ihre Aufgabe hineinwachsen. Ich wünsche Ihnen einen guten Start und stets eine glückliche Hand bei Ihren Entscheidungen.“

Eine große Verantwortung für die Jüngsten

Zum Antreten seiner Lehrgruppe unterstrich Eichhorn die Bedeutung der Inspektion: „Ich bin der festen Überzeugung, dass gerade bei der Infanterie der Erfolg im Gefecht auf den untersten Führungsebenen herbeigeführt wird. Die Trupp- und Gruppenführer müssen in der Lage sein, im Kampf günstige Gelegenheiten zu erkennen und entschlossen auszunutzen.“ Dies sei eine große Bürde, die ausgerechnet die jüngsten Soldaten mit der wenigsten Erfahrung treffe, die jedoch „an vorderster Front eingesetzt sind und dem Feind ins Auge blicken“. Dafür brauche es gestandene Ausbilder, die sich genau dessen bewusst seien und ihren Auftrag mit Herzblut erfüllen. „Qualitätsvolle Ausbildung und Erziehung der Trupp- und Gruppenebene - dafür steht die II. Inspektion“, beendete Oberstleutnant Eichhorn die Übergabezeremonie.

von Jan Volkmann

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