Das DCRC beweist Führungsfähigkeit für die NATO-Ostflanke
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Litauen
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Das Deployable Control and Reporting Centre, kurz DCRC „Red Hawk“, ist zurück aus Litauen. Vier Monate lang erprobte der mobile Gefechtsstand der Luftwaffe an der NATO-Ostflanke verlegefähige Führungsfähigkeit unter realen Einsatzbedingungen. Die gewonnenen Erkenntnisse reichen weit über diesen Einsatz hinaus.
Das Team „Red Hawk“ stand in Litauen für verlegefähige Führungsfähigkeit der Luftwaffe an der NATO-Ostflanke und erprobte neue Verfahren der vernetzten Luftverteidigung
Bundeswehr/Johann-Michael SchellerLangsam rollen die letzten Fahrzeuge des DCRC in Holzdorf auf ihre Stellplätze. Für die Soldatinnen und Soldaten endet ein Einsatz. Für den Verband beginnt nun die Auswertung eines Einsatzes, der mehr war als Routine.
In Karmėlava betrieb die Luftwaffe mit dem DCRC einen mobilen Gefechtsstand zur Führung von Luftoperationen. Von dort konnten Luftlageinformationen verarbeitet, militärische Flugbewegungen koordiniert und Führungsanteile in der Luftraumüberwachung wahrgenommen werden. Genau diese Fähigkeit stand im Mittelpunkt des Einsatzes.
Zum ersten Mal verlegte der Verband vollständig mit eigenen Kräften in den Einsatzraum und zurück. Das ist mehr als ein logistischer Erfolg. Wer eigenständig verlegen kann, erhöht Reaktionsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit und operative Flexibilität. „Die Zeit in Litauen war sehr lehrreich für unseren Verband, hat viele wichtige Erkenntnisse geliefert und uns in der Fähigkeitsentwicklung weitergebracht“, sagt Oberst André Megow, Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 3 der Luftwaffe.
Besonders bedeutsam war die Einbindung weiterer Fähigkeiten. Erstmals wurde im Einsatz auch das Surface-to-Air Missile Operations Center, kurz SAMOC, eingebunden. Dieses Führungselement koordiniert Anteile der bodengebundenen Luftverteidigung. Im Zusammenwirken mit dem DCRC wurde damit erprobt, wie Luftlageführung und bodengebundene Luftverteidigung enger verzahnt werden können.
Auch die technische Anbindung an die Panzerbrigade 45 gehörte zu den Erkenntnissen dieses Einsatzes. Gerade in einem möglichen Bündnisfall kommt es darauf an, Fähigkeiten unterschiedlicher Teilstreitkräfte und Dimensionen vernetzt zusammenzuführen. Damit ging es in Litauen nicht nur um Präsenz, sondern um das Erproben konkreter Verfahren für moderne integrierte Luftverteidigung.
Der Einsatz zeigte zudem, dass Führungsanteile auch über große Distanzen aus einem verlegten Gefechtsstand wahrgenommen werden können. Gerade vor dem Hintergrund verteilter Operationsräume und möglicher Bedrohungen stationärer Infrastruktur gewinnt diese Fähigkeit an Bedeutung. Die Verlegung an die NATO-Ostflanke war deshalb auch ein sichtbares Signal der Bündnissolidarität. Deutschland bringt dort nicht nur Kräfte ein, sondern auch Führungsfähigkeit.
Zum ersten Mal verlegte das Deployable Control and Reporting Centre (DCRC) „Red Hawk“ mit eigenen Kräften in den Einsatzraum nach Litauen und zurück. Die eigenständige Verlegung war Teil des Fähigkeitsnachweises.
Bundeswehr/Johann-Michael Scheller
Im mobilen Gefechtsstand in Karmėlava führten Soldatinnen und Soldaten des DCRC Luftlagebearbeitung und Führungsaufgaben unter realen Bündnisbedingungen durch
Bundeswehr/Johann-Michael SchellerDas DCRC „Red Hawk“ hat in Litauen damit nicht nur seinen Auftrag erfüllt. Der Verband hat gezeigt, dass mobile Luftoperationsführung unter realistischen Bedingungen funktioniert. Für die Luftwaffe ist das ein wichtiger Fähigkeitsnachweis – und für die NATO ein konkreter Beitrag zur kollektiven Verteidigung. Wenn die Fahrzeuge nun nach Holzdorf zurückgekehrt sind, endet ein Einsatz. Die Erkenntnisse daraus wirken weiter.
von Thomas Skiba