Luftwaffe
Vorbereitung Air Defender 23

Flugunfallübung in Jagel – Die Zahnräder greifen ineinander

Flugunfallübung in Jagel – Die Zahnräder greifen ineinander

Datum:
Ort:
Jagel
Lesedauer:
2 MIN

In Vorbereitung auf die Übung Air Defender 23 trainierte das Taktische Luftwaffengeschwader 51 den Ernstfall: Ein Unfall in der Luft. Oberstleutnant Helge B., Flugsicherheitsstabsoffizier beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Jagel, ist Organisator der Übung, die am 11. Mai 2023 auf dem Fliegerhorst in Schleswig-Holstein stattfand.

Eine Attrappe eines Tornados steht auf einer Wiese und davor ist Rauch.

Eine Tornado-Attrappe diente während der Übung als Ausbildungsobjekt

Bundeswehr/Sherifa Kästner

Bei der multinationalen Großübung Air Defender 23 werden ab Juni mehr als 70 zusätzliche Flugzeuge die Militärflugplätze in Jagel und Hohn anfliegen. Ein guter Grund, um sich auch auf den schlechtesten Fall bestmöglich vorzubereiten. Wenn es zu einem Zwischenfall oder einem Flugunfall kommt, müssen Meldewege funktionieren und die richtigen Personen zur richtigen Zeit alarmiert werden, damit effektive Hilfe geleistet werden kann. Dafür müssen alle Zahnräder ineinandergreifen.

Komplexes, aber fiktives Szenario

Oberstleutnant Helge B. hat dafür ein Drehbuch geschrieben: Ein ziviles Sportflugzeug ist auf einem Flug über Schleswig-Holstein. Gleichzeitig befindet sich ein Tornado-Kampfjet im Anflug auf den Fliegerhorst Jagel bei Schleswig. Durch einen Vogelschlag fallen beide Triebwerke des Jets aus. Während des Versuchs, dem Vogelschwarm auszuweichen, kommt das Kampfflugzeug der Cessna-Maschine so nahe, dass der Pilot sein Sportflugzeug nur schwer unter Kontrolle behält. Die vier Insassen werden verletzt und eine Notlandung in Jagel ist nötig. Die Besatzung des Militärflugzeugs rettet sich mit Schleudersitzen. Ist es komplex? Ja. Ist es aufwändig? Ja. Zu viel für die militärischen Rettungskräfte allein. Es wird zusätzlich zivile Unterstützung angefordert.

Um 16.46 Uhr schrillen die Alarmglocken in der Feuerwache der Flugplatzfeuerwehr. Gleichzeitig waren die Sirenen der Ortsfeuerwehr in Jagel und Kropp zu hören und auch in Dannewerk rückte die Freiwillige Feuerwehr aus. Nur wenige Minuten später trafen die Hilfskräfte an den Unfallorten ein. Drei Szenarien sollten gleichzeitig bearbeitet werden. Während die Flugplatzfeuerwehr das Feuer am Wrack des Tornados löschte, retteten die Feuerwehrkameraden aus Kropp die vier Verletzten aus der Cessna. Trümmerteile des Kampfjets waren in die örtliche Tischlerei gestürzt und hatten dort einen Brand verursacht. Die Dannewerker Feuerwehr löschte diesen und konnte einen Soldaten aus dem Gebäude retten. Wo sind der Tornado-Pilot und sein Waffensystemoffizier geblieben? Den Landeort der Fallschirme konnte niemand beobachten. Deshalb setzten die Johanniter ihre Suchhunde ein. Insgesamt wirkten rund 120 Rettungskräfte mit.

  • Sanitäter versorgen eine Person vor einem Rettungswagen.

    Zivile Sanitätskräfte wurden in die Übung eingebunden. Im Ernstfall würden sie ebenso die Kräfte der Luftwaffe unterstützen.

    Bundeswehr/Sherifa Kästner
  • Vier Rettungskräfte versorgen eine Person, die am Boden liegt.

    In Vorbereitung auf die Übung Air Defender wird der Ernstfall trainiert

    Bundeswehr/Sherifa Kästner
  • Drei Soldaten in grünen Uniformen mit rotem Barrett laufen gemeinsam.

    Feldjägerkräfte sichern vor Ort die Unfallstelle ab

    Bundeswehr/Sherifa Kästner
  • Soldaten und zivile Kräfte sprechen miteinander.

    Die zivilen und militärischen Führungskräfte nehmen miteinander Kontakt auf, um gemeinsam Hilfe zu leisten und den Unfall abzuarbeiten

    Bundeswehr/Sherifa Kästner
  • Zwei Feuerwehrleute löschen einen Brand.

    Das Feuer an der Unfallstelle muss gelöscht werden

    Bundeswehr/Sherifa Kästner
  • Ein Feuerwehrmann steht vor dem Tornadowrack und im Hintergrund sind Flammen.

    An der Absturzstelle wird der Brand gelöscht

    Bundeswehr/Sherifa Kästner

Oberstleutnant Helge B. ist überrascht, positiv überrascht: „Unsere Meldewege sind unterschiedlich und es sind viele Meldestellen involviert. Ich habe befürchtet, dass es dabei Schwierigkeiten geben könnte. Tatsächlich hat es richtig gut geklappt, die Zahnräder greifen ineinander.“

von Olaf Keck

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