Luftwaffe

Multinationale Partnerschaft für die Nutzung des Weltraums

Multinationale Partnerschaft für die Nutzung des Weltraums

  • Kooperation
  • Luftwaffe
Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
3 MIN
Mit dem ASA400-Teleskop wird weit in den Weltraum geblickt

Das ASA400-Teleskop erkennt Objekte in bis zu 36.000 Kilometern Entfernung

Bundeswehr/Stephan Ink

Eine solche Kooperation ist die Combined Space Operations Initiative (CSpO) Memorandum of Understanding (MoUMemorandum of Understanding). Zu den bisherigen Nationen USAUnited States of America, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland, kommt Deutschland als sechste Nation hinzu. Auch Frankreich wird dieser multinationalen Initiative in absehbarer Zeit folgen.

Ende 2019 folgte Deutschland der Einladung bisheriger Teilnehmerstaaten. Dazu zeichneten Generalleutnant Markus Laubenthal, Abteilungsleiter Führung Streitkräfte und Beauftragter des BMVgBundesministerium der Verteidigung für die militärische Nutzung des Weltraums, und Brigadegeneral Burkhard Pototzky, General Weltraumoperationen des Zentrums Weltraumoperationen im Zentrum Luftoperationen, den Antwortbrief.

Aufgaben einer neuen Dimension

Die multinationale Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam die Grundlagen für Weltraumoperationen zu entwickeln. Das CSpO MoUMemorandum of Understanding setzt dabei den administrativen Rahmen für die Zusammenarbeit zur Entwicklung bestmöglich abgestimmter Grundlagen für gemeinsame Weltraumoperationen.

Eine Darstellung der Objekte, die sich im erdnahen Weltraum befinden

Jeder helle Punkt steht für ein Objekt mit einer Größe von 10 Zentimetern oder mehr. Sie zu beobachten und zu analysieren ist eine Mammutaufgabe für die multinationale Zusammenarbeit

European Space Agency

Der Weltraum unterliegt einem Wandel: Sowohl die Verkehrsdichte als auch die Anzahl der Akteure im All erhöht sich. Damit steigt auch die Anzahl an Waffensystemen, die derzeit in der Entwicklung oder bereits einsatzbereit sind und sich gezielt gegen Weltraumobjekte oder die durch sie erbrachten Dienste richten (z.B. Satellitenkommunikation, Satellitennavigation). Dadurch hat die Dimension Weltraum neben den etablierten Dimensionen Land, Luft, See und Cyber erheblich an sicherheitspolitischer Bedeutung gewonnen. 

Den Weltraum nutzen wir alle

Für unsere Gesellschaft ist es mittlerweile elementarer Bestandteil des täglichen Lebens, Dienste und Produkte aus dem Weltraum zu nutzen – ohne es immer zu bemerken. Daher könnte ein Wegfall katastrophale Folgen für das öffentliche Leben und die gesamtstaatliche Sicherheit haben.
Deshalb ist es eine Dauereinsatzaufgabe der Bundeswehr, den Weltraum zu nutzen. Sowohl für den Grundbetrieb als auch für den Einsatz ist er schon lange unverzichtbar. Dadurch wird der militärische Beitrag zur Weltraumsicherheit zu einem wichtigen Baustein der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge für den Weltraum.

Brigadegeneral Pototzky und Generalleutnant Laubenthal zeichnen die Teilnahme in der CSpO MoU

Brigadegeneral Burkhard Pototzky und Generalleutnant Markus Laubenthal zeichnen den Antwortbrief zur Teilnahme in der CSpO MoUMemorandum of Understanding

Bundeswehr/Florian Stolzmann

Die Teilnahme an der CSpO Initiative trägt nun dazu bei, diese Aufgabe zukünftig besser und – wo notwendig – auch zusammen mit Partnern ausführen zu können. „Weltraumlage und Weltraumoperationen sind nur im internationalen Kontext möglich“, erklärt Brigadegeneral Pototzky. „Für die Luftwaffe gilt es nun, den Fähigkeitsaus- und -aufbau in den Bereichen Weltraumlage sowie Planen und Führen von Weltraumoperationen konsequent weiter voranzutreiben, um einen aktiven Beitrag zu leisten und als internationaler Partner weiterhin anerkannt zu bleiben.„

Der Weg zum Zentrum Weltraumoperationen


Um dies für die Bundeswehr umzusetzen, erweitert die Luftwaffe ihren Anteil Weltraumlagezentrum zum Zentrum Weltraumoperationen. Das Weltraumlagezentrum arbeitet seit 2011 ressortgemeinsamen mit dem Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Es erstellt die sogenannte „Weltraumlage“, warnt Satellitenbetreiber vor mögli-chen Risiken (z.B. vor zufälligen Kollisionen mit anderen Satelliten oder Weltraumschrott) und berät die Bundeswehr für Einsätze und den Grundbetrieb zu Fragen der Weltraumlage. Dies passiert vor allem auf der Basis amerikanischer Daten. Ebenso dient es als zentraler Ansprechpartner der Bundesregierung.

Das Zentrum Weltraumoperationen soll zukünftig gewährleisten, dass streitkräftegemeinsame Weltraumoperationen geplant und geführt werden können. So soll es unter anderem auch die Satelliten der Bundeswehr 24 Stunden täglich auch vor direkten Bedrohungen schützen. Dazu wird das Zentrum auch eigene Sensoren einsetzen und so selbständig Weltraumlagedaten sammeln. Um die damit verbundenen neuen Aufgaben zu bewältigen, ist bis 2025 ein Personalaufwuchs um 80% vorgesehen.

Das ASA400-Teleskop steht unter einer Kuppel

Unter der Kuppel ist das Teleskop vor schlechtem Wetter gut geschützt

Bundeswehr/Stephan Ink


Die Kooperation des Zentrums Weltraumoperationen mit den Operationszentralen der anderen Mitglieder der CSpO Initiative trägt dazu bei, für alle beteiligten Nationen eine widerstandsfähige Gesamtarchitektur zu schaffen, die es potentiellen Gegnern erschwert, durch eine Konfliktaustragung im Weltraum negative Effekte gegen die Weltraumnutzung der einzelnen Staaten zu erzielen. Dadurch erzeugt die CSpO Initiative einen Beitrag zur Weltraumsicherheit für alle Raumfahrtakteure – die Luftwaffe leistet mit dem Zentrum Weltraumoperationen hierzu zukünftig einen bedeutenden Beitrag.
 

von Kommando Luftwaffe