Gesundheitsversorgung: Eine gesamtstaatliche Aufgabe
Wie dieser Kraftakt gelingen kann, besprachen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik sowie dem Unterstützungsbereich.
Eine Woche lang tauschten Führungskräfte aus dem zivilen Gesundheitswesen, der Wirtschaft und der Politik ihren beruflichen Alltag gegen eine Bundeswehrkaserne in Feldkirchen. Bei der Dienstlichen Veranstaltung zur Information (InfoDVag) durchliefen sie eine Schnupper-Grundausbildung und erhielten Einblicke in den Sanitätsdienst der Bundeswehr.
Blickpunkt Rettungskette: Was ist ein Verwundetensammelpunkt und wie arbeitet ein Einsatzersthelfer Alpha, wenn ein Kamerad oder eine Kameradin verwundet wird?
Bundeswehr/Uwe Henning
Was bedeutet es, wenn militärische und zivile Gesundheitsversorgung im Ernstfall eng zusammenarbeiten müssen? Und welche Fähigkeiten braucht ein moderner Sanitätsdienst? Antworten darauf erhielten die Teilnehmenden während der InfoDVag in Feldkirchen aus erster Hand.
Einmal im Jahr haben zivile Führungskräfte die Möglichkeit, den Sanitätsdienst der Bundeswehr hautnah kennenzulernen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem der Austausch zwischen militärischen und zivilen Partnern sowie das gegenseitige Verständnis für gemeinsame und unterschiedliche Aufgaben und Herausforderungen.
Es war ein interessanter Mix vieler Berufs- und Interessengruppen – vom Bürgermeister bis zum Bundestagsabgeordneten, aber auch zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Hilfsorganisationen –, die mehr über den Sanitätsdienst der Bundeswehr erfahren wollten. Für fünf Tage legten sie Bundeswehruniformen an und erhielten im Dienstgrad eines Oberleutnants reale Einblicke in den Alltag eines Soldaten oder einer Soldatin. Auf dem Dienstplan standen Ausbildungsinhalte einer typischen Grundausbildung, etwa Formaldienst, Schießen oder Marschieren. Zu den Höhepunkten für die Teilnehmenden zählten sicherlich das öffentliche Gelöbnis auf dem Marktplatz in Straubing und der Geländetag „Leben im Felde“ mit anschließenden Nachtbiwak.
„Als Bundestagsabgeordnete bekommen wir bei unseren Besuchen an Standorten der Bundeswehr immer die Schokoladenseite präsentiert. Ich denke, es ist noch einmal ein anderer Einblick, bei der InfoDVag die Arbeitsweise dieses Teilbereiches näher kennenzulernen und viel mit den Soldatinnen und Soldaten zu sprechen. Man sieht, dass im Hinblick auf Ausbildung, Ausrüstung und taktische Konzepte derzeit viel an Weiterentwicklung passiert.“
Bei der InfoDVag 2026 ging es insbesondere darum, Brücken zu bauen. Denn die medizinische Versorgung in Deutschland fußt auf enger Zusammenarbeit – im Alltag ebenso wie in Krisensituationen. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr ist nicht nur eine wichtige Fähigkeit im Unterstützungsbereich, sondern ein wichtiger Partner innerhalb der gesamtstaatlichen Gesundheitsvorsorge.
Gerade in besonderen Situationen kommt es darauf an, dass zivile und militärische Akteure ihre Fähigkeiten verbinden. Die Woche in Feldkirchen schaffte den Raum für Begegnungen und Gespräche rund um das Thema der zivil-militärischen Zusammenarbeit und die Frage: Wie stellen wir in einem Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung die Gesundheitsversorgung gemeinsam sicher?
Ein besonderes Highlight für die Teilnehmenden war das öffentliche Gelöbnis auf dem Marktplatz in Straubing, bei dem sie für die Dauer der Veranstaltung zum Oberleutnant ernannt wurden
Bundeswehr/Uwe Henning
Der Sanitätsdienst verfügt über verschiedene Rettungsfahrzeuge. Wie diese funktionieren und wie schwer es ist, eine verwundete Person in so ein Fahrzeug zu verladen, erfuhren die Teilnehmenden hautnah.
Bundeswehr/Uwe Henning
Welche Ausrüstung haben die Soldatinnen und Soldaten an einem Verwundetensammelpunkt dabei? Insbesondere die Ärztinnen und Ärzte interessierten sich für den Rettungsrucksack eines Ersthelfers Bravo.
Bundeswehr/Uwe Henning
Tarnen im Gelände: Mit Begeisterung schminkten sich die Teilnehmenden und unterstützten sich dabei gegenseitig. Die Tarnschminke hilft dabei, von feindlichen Kräften nicht sofort erkannt zu werden.
Bundeswehr/Uwe Henning
Wie überlebe ich ohne feste Infrastruktur? Die Teilnehmenden erhielten beim Nachtbiwak praktische Tipps, wie sie selbst ein Feuer entzünden, Wasser sammeln oder ihr Zelt aufbauen können.
Bundeswehr/Uwe Henning