Einsatzlazarett Role 3 der Bundeswehr
Medizinische Versorgung im Einsatz: Auf das Rettungszentrum folgt das Einsatzlazarett. Es ist vergleichbar mit einem Kreiskrankenhaus.
Deutsche Sanitätskräfte üben mit Japan und weiteren Partnern die Versorgung und Evakuierung Verwundeter von Okinawa bis Tokio.
Gemeinsam mit internationalen Partnern üben der deutsche und der japanische Sanitätsdienst bei Keen Sword 2026 die Versorgung einer großen Anzahl Verwundeter. Für die Bundeswehr stehen dabei besonders die Sanitätslogistik, die Evakuierung mit dem Transportflugzeug A400M von der Insel Okinawa und die Versorgung in einer Behandlungsebene 2 (Role 2) in Tokio im Mittelpunkt.
Rund 100 Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr nehmen vom 19. bis 29. Oktober 2026 an der Übung Keen Sword 2026 in Japan teil. Gemeinsam mit den japanischen Streitkräften sowie amerikanischen, philippinischen und neuseeländischen Partnern trainieren sie die Versorgung und Evakuierung einer großen Zahl von Verwundeten.
Ein besonderer Schwerpunkt der deutschen Beteiligung liegt dabei auf dem Zusammenspiel verschiedener Elemente der sanitätsdienstlichen Rettungskette. Das Übungsszenario führt von der Verwundetenversorgung auf Okinawa über den Lufttransport bis zur weiteren Behandlung auf der japanischen Hauptinsel.
Schematische Darstellung der Rettungskette von der Verwundung bis zur klinischen Versorgung und Rehabilitation
BundeswehrZu Beginn der Übung steht der fachliche Austausch mit den japanischen Streitkräften im Vordergrund. Trainiert werden Verfahren der taktischen Verwundetenversorgung sowie die Zusammenarbeit in den sanitätsdienstlichen Behandlungseinrichtungen der Role 2 und die Überführung in die japanische Behandlungsebene 3 (Role 3).
Auch die Dekontamination von Verwundeten ist Bestandteil der Übung. Hierfür kommt ein Verletzten-Entstrahlungs-, Entseuchungs- und Entgiftungsplatz (VLEP) zum Einsatz. Im Verlauf der Übung wird das Szenario ausgeweitet: Auf der Insel Okinawa, nördlich von Taiwan, wird ein großer Anfall von Verwundeten angenommen. Japanische, amerikanische, philippinische und neuseeländische Kräfte übernehmen dort die Erstversorgung. Anschließend kommt die deutsche Luftwaffe ins Spiel. Ein A400M transportiert Sanitätsmaterial und Blutprodukte nach Okinawa und simuliert im Übungsszenario zugleich den Lufttransport von Verwundeten nach Iruma bei Tokio.
Dort übernimmt der deutsche Sanitätsdienst mit einer Role 2 die weitere Versorgung. Die Behandlungskette führt anschließend in eine japanische Role 3 – ein japanisches Militärkrankenhaus.
Innenaufnahme vom Transportflugzeug Airbus A400M MedEvac
Bundeswehr/Patrik BransmöllerJapan ist für Deutschland ein wichtiger Partner im Indo-Pazifik. Die Zusammenarbeit beider Länder umfasst auch die Bereiche Sicherheit und Verteidigung. Deutschland hat sein Engagement in der Region in den vergangenen Jahren verstärkt.
Grundlage dafür sind die Leitlinien zum Indo-Pazifik der Bundesregierung. Sie unterstreichen die Bedeutung einer freien, offenen und regelbasierten Ordnung sowie die Zusammenarbeit mit Partnern in der Region.
Mit der Beteiligung an Keen Sword 2026 trägt der Unterstützungsbereich zur praktischen Zusammenarbeit mit Japan und weiteren Partnern bei. Gleichzeitig bietet die Übung die Möglichkeit, Fähigkeiten und Verfahren für die sanitätsdienstliche Versorgung in einem multinationalen Umfeld zu trainieren.
Keen Sword 2026 ist eine Militärübung in Japan, bei der die Versorgung und Evakuierung Verwundeter im Kriegsfall geübt wird.
Die deutsche Beteiligung findet vom 19. bis 29. Oktober 2026 statt. Ein Schwerpunkt liegt auf dem japanischen Luftwaffenstützpunkt Iruma bei Tokio. In das Übungsszenario ist außerdem die Insel Okinawa einbezogen.
Der Sanitätsdienst der Bundeswehr beteiligt sich mit rund 100 Soldatinnen und Soldaten. Darüber hinaus sind unter anderem Kräfte aus dem Bereich der ABC-Abwehr sowie die Luftwaffe mit einem A400M beteiligt.
Deutschland und Japan sind enge Partner und teilen neben demokratischen Werten gemeinsame Interessen an Sicherheit, Stabilität und einer freien und offenen internationalen Ordnung. Die sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit beider Länder wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut.
Die Übung ist Teil der praktischen Zusammenarbeit Deutschlands mit Partnern im Indo-Pazifik. Sie fußt auf den Indo-Pazifik-Leitlinien der Bundesregierung, die eine stärkere Zusammenarbeit mit demokratischen Partnern in der Region vorsehen.
Die deutsche Beteiligung verbindet mehrere Fähigkeiten innerhalb einer gemeinsamen Rettungskette: die Versorgung Verwundeter im sogenannten rückwärtigen Raum, die Versorgung von Truppen an der Front mit Sanitätsmaterial und Blutkonservern, die Evakuierung per Transportflugzeug A400M sowie die Folgeversorgung in einer deutschen Role 2 und die anschließende Behandlung durch japanische Kräfte.