Einsatzlazarett Role 3 der Bundeswehr
Medizinische Versorgung im Einsatz: Auf das Rettungszentrum folgt das Einsatzlazarett. Es ist vergleichbar mit einem Kreiskrankenhaus.
Deutsche Sanitätskräfte übten mit Japan und weiteren Partnern die Versorgung und Evakuierung Verwundeter von Okinawa bis Tokio.
Gemeinsam mit internationalen Partnern übten der deutsche und der japanische Sanitätsdienst bei Keen Sword 2027 in Japan die Versorgung einer großen Anzahl Verwundeter. Für die Bundeswehr standen dabei besonders die Sanitätslogistik, die Evakuierung mit dem Transportflugzeug A400M von der Insel Okinawa und die Versorgung in einer Behandlungsebene 2 (Role 2) in Tokio im Mittelpunkt. Es war das erste Mal, dass der deutsche Sanitätsdienst an der Übungsreihe Keen Sword teilnahm.
Rund 100 Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr nahmen vom 19. bis 29. Oktober 2026 an der Übung in Japan teil. Gemeinsam mit den japanischen Streitkräften sowie amerikanischen, niederländischen, philippinischen und neuseeländischen Partnern trainierten sie die Versorgung und Evakuierung einer großen Zahl von Verwundeten.
Ein besonderer Schwerpunkt der deutschen Beteiligung lag dabei auf dem Zusammenspiel verschiedener Elemente der sanitätsdienstlichen Rettungskette. Das Übungsszenario führte von der Verwundetenversorgung auf Okinawa über den Lufttransport bis zur weiteren Behandlung auf der japanischen Hauptinsel.
Bei der Eröffnungszeremonie auf der Iruma Air Base kamen die Teilnehmenden der Übung und die Verantwortlichen aller Nationen zusammen. Teilnehmende Nationen sind: Japan, Deutschland, USA, Philippinen, Neuseeland und Niederlande.
Bundeswehr/Susanne Haehnel
Tactical Combat Casualty Care (TCCC): Bei der taktischen Verwundetenversorgung geht es um erweiterte präklinische Erste-Hilfe-Maßnahmen für verwundete Kameradinnen und Kameraden im Gefecht. Jede Sekunde zählt – auch im internationalen Zusammenspiel.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Unterschiedliche Nationen, unterschiedliche Verfahren: Bei der taktischen Verwundetenversorgung (TCCC) müssen nicht nur Sprachbarrieren überwunden werden. Die Soldatinnen und Soldaten bringen auch alle eine eigene Expertise mit ein.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Zu Behandlungseinrichtungen auf dem Festland Japans werden die Verwundeten auf dem Luftweg transportiert. Das Flugzeug des Typs A400M ist dafür mit einem Rüstsatz für medizinische Evakuierungseinsätze (MedEvac) ausgestattet.
Bundeswehr/Susanne Haehnel
Eine neuseeländische Sanitäterin verabreicht dem Patienten ein Medikament und tauscht sich dabei mit ihrem deutschen Kameraden aus
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Wo finde ich was und wie viel davon? Die MedEvac-Ausstattung im Flugzeug ist natürlich eine andere als im Krankenhaus. Doch auch auf engem Raum, bei schlechtem Licht und mit Sprachbarriere muss die Zusammenarbeit reibungslos funktionieren.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Auf der NATO Field Medical Card werden Informationen zu den Verwundeten und ihren Verletzungen dokumentiert, sodass das medizinische Personal jeder Behandlungsebene den gleichen Informationsstand hat
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Voneinander und miteinander lernen: Bei einer multinationalen Übung wie Keen Sword spielt auch Kommunikation eine große Rolle. Im A400M müssen sich die Teilnehmenden genau aufeinander abstimmen, um die Verwundeten gemeinsam bestmöglich zu versorgen.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Der Rüstsatz für medizinische Evakuierungen (MedEvac) macht aus dem A400M ein fliegendes Krankenhaus. Von Leichtverletzten bis zu Intensivpatientinnen und -patienten können Verwundete hier durch medizinisches Fachpersonal an Bord betreut werden.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Einer der Schwerpunkte bei Keen Sword ist, die Verfahren und Abläufe anderer Streitkräfte kennenzulernen und bei der Versorgung von Verwundeten Hand in Hand zu arbeiten
Bundeswehr/Susanne Haehnel
Der Befehlshaber Unterstützungskommando, Generalleutnant Gerald Funke (l.), und der Befehlshaber Zentraler Sanitätsdienst, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, besuchen die Übung in Iruma und verfolgen eine Operation in der deutschen Role 2
PIZ-Ustg/Alpers
Die Role 3 – das Einsatzlazarett – wird bei Keen Sword im Iruma Hospital betrieben. Generalleutnant Gerald Funke und Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann erfahren, wie die Abläufe hier koordiniert und die Patientenversorgung sichergestellt werden.
Bundeswehr/Roland Alpers
Nach Erstuntersuchung und Dekontamination wird der Patient an die Sanitätskräfte der nächsten Ebene übergeben
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Vor der medizinischen Behandlung muss der Patient dekontaminiert werden
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Das deutsch-japanische Team beginnt die Untersuchung des Patienten
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Da der Ursprung des Pulvers nicht genau definiert ist, geht das SIBCRA Team unter ABC-Vollschutz vor
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Im Biolabor wird die Probe untersucht. Im Handschuhkasten können zwei Menschen parallel die Probe testen.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Die Mitarbeitenden des Biolabors des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr können eine Vielzahl an Tests am Material vornehmen. Sie schützen mit ihrer Expertise die Truppe vor biologischen Kampfstoffen.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Falls Indikatoren darauf hinweisen, dass die Probe keinen natürlichen Ursprung hat, kann das Labor die Erkenntnisse an die Militärpolizei zur weiteren Ermittlung übergeben
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Die Probe kann mit unterschiedlichen Kits digital ausgewertet werden. Dabei wird auch nach Indikatoren geprüft, ob die Probe natürlichen Ursprungs ist.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Auf und um Okinawa wird die Verteidigung der südwestlichen Inseln Japans geübt. Generaloberstabsarzt Dr. Ralf H. informiert sich hauptsächlich über die Taktische Verwundetenversorgung der Amerikaner.
Bundeswehr/Claudia Seidenschwanz
Der Besuch des Befehlshabers des Zentralen Sanitätsdienstes bei der Marine Expeditionary Force in Okinawa dient dem Key Leader Engagement und dem Austausch auf Befehlshaberebene – auch mit Blick auf eine künftige Übungsteilnahme
Bundeswehr/Claudia SeidenschwanzZu Beginn der Übung stand der fachliche Austausch mit den japanischen Streitkräften im Vordergrund. Trainiert wurden Verfahren der taktischen Verwundetenversorgung sowie die Zusammenarbeit in den sanitätsdienstlichen Behandlungseinrichtungen der Role 2 und die Überführung in die japanische Behandlungsebene 3 (Role 3).
Auch die Dekontamination von Verwundeten war Bestandteil der Übung. Hierfür kam ein Verletzten-Entstrahlungs-, Entseuchungs- und Entgiftungsplatz (VLEP) zum Einsatz. Im Verlauf der Übung wurde das Szenario ausgeweitet: Auf der Insel Okinawa, nördlich von Taiwan, wurde ein großer Anfall von Verwundeten angenommen. Japanische, amerikanische, philippinische und neuseeländische Kräfte übernahmen dort die Erstversorgung. Anschließend kam die deutsche Luftwaffe ins Spiel. Ein A400M transportierte Sanitätsmaterial und Blutprodukte nach Okinawa und simulierte im Übungsszenario zugleich den Lufttransport von Verwundeten nach Iruma bei Tokio.
Dort übernahm der deutsche Sanitätsdienst mit einer Role 2 die weitere Versorgung. Die Behandlungskette führte anschließend in eine japanische Role 3 – ein japanisches Militärkrankenhaus.
Schematische Darstellung der Rettungskette von der Verwundung bis zur klinischen Versorgung und Rehabilitation
Bundeswehr/Patrick GrüterichVon der taktischen Verwundetenversorgung im Gefecht bis zur lebensrettenden Operation: Zur multinationalen Übung Keen Sword in Japan brachten die Kräfte des Sanitätsdienstes der Bundeswehr einige Tonnen an Material aus Deutschland mit. Die Ausstattung reichte von einfachen Verbänden über medizinische Instrumente bis zu hochsensiblen technischen Geräten.
Das Luftlanderettungszentrum (LLRZ) Spezialeinsatz war innerhalb weniger Stunden auf der Iruma Air Base aufgebaut. Vom Röntgenbild bis zur OP können in der dort betriebenen Role 2 Verwundete intensivmedizinisch und chirurgisch erstversorgt werden.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Neben Verwundetendarstellerinnen und -darstellern kommen auch Übungspuppen zum Einsatz, an denen Behandlungen durchgeführt werden können. Die Puppen werden dafür professionell präpariert und können echte Symptome und Verletzungen simulieren.
Bundeswehr/Roland Alpers
Auf den ersten Blick unauffällig, aber von lebenswichtiger Relevanz: Alle Verwundeten haben eine NATO Field Medical Card, auf der Verletzungsmuster und bereits erfolgte Behandlungen dokumentiert sind. So gehen wichtige Informationen nicht verloren.
Bundeswehr/Roland Alpers
Die Role 2 verfügt über ein eigenes Röntgengerät. Die entsprechenden Bilder können direkt auf einem Laptop ausgewertet und so beispielsweise innere Verletzungen ausgeschlossen oder bestätigt werden. Diese Informationen können im Zweifel Leben retten.
Bundeswehr/Roland Alpers
Von Kitteln und Masken bis Pflaster und Verbände: Während einer Übung – und auch im Ernstfall – werden große Mengen an Verbrauchsmaterial benötigt, um auch über einen längeren Zeitraum sicher und hygienisch arbeiten zu können.
Bundeswehr/Roland Alpers
Gute Lichtverhältnisse sind bei der Verwundetenversorgung wichtig. Im Luftlanderettungszentrum Spezialeinsatz werden dafür Lichtteppiche mit LED-Leuchten verwendet. Sie sind leicht, energiesparend und lassen sich einfach verpackt transportieren.
Bundeswehr/Roland Alpers
Besteht der Verdacht einer Kontamination mit einem biologischen Kampfstoff, kommt der oder die Verwundete in den Isolator. So wird verhindert, dass ein Erreger nach außen dringt – während gleichzeitig eine intensivmedizinische Versorgung möglich ist.
Bundeswehr/Roland Alpers
Im Labor können Blut und andere Proben entnommen und unmittelbar ausgewertet werden. So kann etwa eine lebensrettende Entgiftung zeitnah eingeleitet werden.
Bundeswehr/Roland Alpers
In der sogenannten Glove Box können potenziell gefährliche biologische Proben sicher und steril bearbeitet werden. Dafür hat die Box eine Schleuse und Handschuheingriffe, über die die Probe untersucht und inaktiviert werden kann.
Bundeswehr/Roland Alpers
Die ShinMaywa US-2 ist ein amphibisches Such- und Rettungsdienstflugzeug, das auch von der japanischen Marine genutzt wird. Sie kann auf dem Wasser landen und Verwundete aufnehmen oder an ein Rettungsboot auf dem Wasser übergeben.
Bundeswehr/Roland AlpersJapan ist für Deutschland ein wichtiger Partner im Indo-Pazifik. Die Zusammenarbeit beider Länder umfasst auch die Bereiche Sicherheit und Verteidigung. Deutschland hat sein Engagement in der Region in den vergangenen Jahren verstärkt.
Grundlage dafür sind die Leitlinien zum Indo-Pazifik der Bundesregierung. Sie unterstreichen die Bedeutung einer freien, offenen und regelbasierten Ordnung sowie die Zusammenarbeit mit Partnern in der Region.
Mit der Beteiligung an Keen Sword trug der Unterstützungsbereich zur praktischen Zusammenarbeit mit Japan und weiteren Partnern bei. Gleichzeitig bot die Übung die Möglichkeit, Fähigkeiten und Verfahren für die sanitätsdienstliche Versorgung in einem multinationalen Umfeld zu trainieren.
Die Übung Keen Sword findet in Japan statt. Die Versorgung der Insel Okinawa, nördlich von Taiwan, wird von Tokio aus übernommen, die Evakuierung der Verwundeten findet nach Iruma bei Tokio statt.
Bundeswehr/Nathalie PoulheimKeen Sword ist eine Japanisch-Amerikanische Übungsserie. 2026 üben dort über 50.000 Teilnehmende aus acht Ländern die Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit in der Region. Deutschland beteiligt sich in diesem Jahr zum ersten Mal.
Die deutsche Beteiligung findet vom 19. bis 29. Oktober 2026 statt. Ein Schwerpunkt liegt auf dem japanischen Luftwaffenstützpunkt Iruma bei Tokio. In das Übungsszenario ist außerdem die Insel Okinawa einbezogen.
Keen Sword ist eine Japanisch-Amerikanische Übungsserie und orientiert sich in der Konzeption am Haushaltsjahr der USA. Dies beginnt in den USA im Oktober.
Der Sanitätsdienst der Bundeswehr beteiligt sich mit rund 100 Soldatinnen und Soldaten. Darüber hinaus sind unter anderem Kräfte aus der ABC-Abwehr, der Militärpolizei sowie die Luftwaffe mit einem A400M beteiligt.
Deutschland und Japan sind enge Partner und teilen neben demokratischen Werten gemeinsame Interessen an Sicherheit, Stabilität und einer freien und offenen internationalen Ordnung. Die sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit beider Länder wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut.
Die Übung ist Teil der praktischen Zusammenarbeit Deutschlands mit Partnern im Indo-Pazifik. Sie fußt auf den Indo-Pazifik-Leitlinien der Bundesregierung, die eine stärkere Zusammenarbeit mit demokratischen Partnern in der Region vorsehen.
Die deutsche Beteiligung verbindet mehrere Fähigkeiten innerhalb einer gemeinsamen Rettungskette: die Versorgung Verwundeter im sogenannten rückwärtigen Raum, die Versorgung von Truppen an der Front mit Sanitätsmaterial und Blutkonservern, die Evakuierung per Transportflugzeug A400M sowie die Folgeversorgung in einer deutschen Role 2 und die anschließende Behandlung durch japanische Kräfte.