Das Einsatzlazarett Role 3 ist die größte mobile klinische Versorgungseinrichtung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Es bildet die dritte und somit vorletzte Ebene der militärischen Rettungskette ab und erweitert die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten des Rettungszentrums.
Das Behandlungsspektrum reicht von der weiterführenden multidisziplinären Diagnostik und Therapie bis zur operativen und intensivmedizinischen Behandlung. Röntgen, Computertomographie und verschiedene spezialisierte Labore ermöglichen eine umfassende Diagnostik, ergänzt durch stationäre Pflege und ein breites Spektrum medizinischer Fachdisziplinen. Damit bietet das Einsatzlazarett Role 3 in den wichtigsten medizinischen Bereichen eine Versorgung, die mit der eines Kreiskrankenhauses in Deutschland vergleichbar ist.
Durch seinen modularen Aufbau lässt sich das Einsatzlazarett im Umfang und an unterschiedliche Einsatzanforderungen anpassen und weltweit verlegen. Je nach Konfiguration stehen Pflegekapazitäten für 72 bis 180 Patientinnen und Patienten zur Verfügung.
Das Einsatzlazarett Role 3 folgt einem modularen Baukastenprinzip: Einzelne Funktionsbereiche lassen sich entsprechend der jeweiligen Anforderungen zu einer medizinischen Versorgungseinrichtung zusammenstellen.
Bundeswehr/Patrick GrüterichDie militärische Rettungskette ist stufenweise aufgebaut. Während eine Role 2 die notfallmedizinische Erstversorgung, lebensrettende chirurgische Maßnahmen und die Stabilisierung für den Weitertransport sicherstellt, übernimmt die Role 3 die weiterführende klinische Behandlung bis zur Verlegung nach Deutschland.
Dabei verbindet das Einsatzlazarett Role 3 die Fähigkeiten einer umfassenden klinischen Versorgung mit der Mobilität einer verlegefähigen Sanitätseinrichtung. Die einzelnen Funktionsbereiche können entsprechend dem jeweiligen Auftrag zusammengestellt und erweitert werden. Je nach Einsatzbedingungen kann das Einsatzlazarett aus Containern und Zelten aufgebaut oder - sofern geeignet - in bereits bestehender fester Infrastruktur betrieben werden.
| Role 2 | Role 3 |
|---|---|
| Rettungszentrum | Einsatzlazarett |
| Erstversorgung und Stabilisierung | Weiterführende klinische Behandlung |
| Lebensrettende chirurgische Maßnahmen | Operative, intensiv- und stationärmedizinische Versorgung |
| Vorbereitung zum Weitertransport | Behandlung bis zur weiteren Verlegung oder Entlassung |
| Begrenzte Behandlungskapazitäten | Breites Spektrum medizinischer Fachdisziplinen |
| Bauweise | Modulares System aus Containern und Zelten |
|---|---|
| Verlegefähigkeit | Straße, Schiene, Luft und See |
| Aufbauzeit | Rund 72 Stunden |
| Operationskapazität | Bis zu sechs Operationen gleichzeitig |
| Stationäre Versorgung | Pflegestation mit bis zu 180 Betten |
| Diagnostik | Röntgen, Computertomographie (CT) und Labor |
| Medizinische Fachbereiche | Chirurgie, Anästhesie, Innere Medizin, Zahnmedizin, Psychiatrie sowie weitere Fachdisziplinen nach Bedarf |
Die Funktionsbereiche des Einsatzlazaretts Role 3 sind modular angeordnet und können je nach Auftrag individuell zusammengestellt sowie erweitert werden
Bundeswehr/Mathias Erdmann
Die einzelnen Funktionsbereiche des Einsatzlazaretts Role 3 werden miteinander verbundenen und bilden so eine ganzheitliche Behandlungsstruktur
Bundeswehr/Mathias Erdmann
Voll ausgestatteter Operationsbereich eines Einsatzlazaretts: Auch unter Einsatzbedingungen können hier komplexe chirurgische Eingriffe durchgeführt werden
Bundeswehr/Patrick Grüterich
Der intensivmedizinische Behandlungsbereich: Die technische Ausstattung ermöglicht die kontinuierliche Überwachung und Versorgung schwer verletzter oder erkrankter Patientinnen und Patienten
Bundeswehr/Patrick Grüterich
Sterilgutaufbereitung im Einsatzlazarett: Hier werden medizinische Instrumente und Materialien gereinigt, desinfiziert und für den nächsten Einsatz steril aufbereitet
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