Die Menschen hinter der Role 3: Drei Soldatinnen stellen sich vor
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Estland
- Lesedauer:
- 2 MIN
Bei Vigorous Warrior 2026 in Estland trainierten Kräfte aus 29 NATO- und Partnernationen Seite an Seite die militärische Rettungskette. Im Einsatzlazarett des Sanitätsregiments 3 aus Dornstadt kümmerten sich Soldatinnen und Soldaten um die Versorgung von Verwundeten und Erkrankten. Hier stellen drei von ihnen sich und ihren Auftrag vor.
Die evangelische Militärpfarrerin Sandra G. war als Pfarrerin und Seelsorgerin der Role 3 im estnischen Tallinn mit dabei. Bei der Sterbebegleitung ist sie für diejenigen da, denen medizinisch nicht mehr geholfen werden kann.
Bundeswehr/Mathias Erdmann
Die evangelische Militärpfarrerin Sandra G. war primär als Pfarrerin und Seelsorgerin der Role 3 im estnischen Tallinn mit dabei. Im Übungsszenario des Einsatzlazarettes hatte sie einen speziellen und sehr wichtigen Auftrag zu erfüllen: Sie war für die End-of-Life-Care – die Sterbebegleitung – für Verwundete zuständig, deren Tod auch mit den medizinischen Fähigkeiten in der Role 3 nicht verhindert werden kann. Was hier in Estland nur simuliert wurde, kann in einem realen Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung schnell an die Substanz gehen. Wie sie damit umgeht? „Vor allem immer eins nach dem anderen“, sagte Sandra G. Bei der Sterbebegleitung ginge es um Zuhören. Da sei es wichtig zu verstehen, dass man selbst nicht der Nabel der Welt ist, erklärte die Militärpfarrerin.
Sergeant Cassidy ist Operationspflegekraft und OP-Technikerin bei den kanadischen Streitkräften. Bei Vigorous Warrior 2026 unterstützte sie als Teil eines vollständigen kanadischen OP-Teams die deutsche Role 3 aus Dornstadt. Die Verbesserung der Interoperabilität stand dabei im Fokus. Es sei eine wertvolle Lernmöglichkeit gewesen, so Sergeant Cassidy. „Wir hatten Gelegenheit, mit Angehörigen verschiedener Partnernationen zusammenzuarbeiten, zu sehen, wie sie ähnliche Herausforderungen angehen, und unterschiedliche Formen der Teamarbeit im Operationssaal kennenzulernen“, beschrieb die OP-Technikerin ihre Erfahrung in Estland. Solche Übungen seien für die kanadischen OP-Teams immer eine hervorragende Gelegenheit, Ideen und bewährte Verfahren auszutauschen und gleichzeitig die gemeinsame Einsatzbereitschaft weiter zu verbessern.
Die Kanadierin Sergeant Cassidy war als Operationspflegekraft und OP-Technikerin im deutschen Einsatzlazarett gefragt. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnernationen erlebte sie als Bereicherung für die gemeinsame Einsatzbereitschaft.
Bundeswehr/Mathias Erdmann
Hauptfeldwebel Katharina S. war im deutschen Einsatzlazarett bei Vigorous Warrior 2026 für Hygiene und Infektionsprävention zuständig. Hygiene spielt im Einsatz auf engem Raum eine besonders wichtige Rolle.
Bundeswehr/Mathias ErdmannHauptfeldwebel Katharina S. war im deutschen Einsatzlazarett bei Vigorous Warrior 2026 für Hygiene und Infektionsprävention zuständig. Das liegt Katharina sehr am Herzen: „Wir beraten das medizinische Personal der Role 3 zu vorbeugenden Maßnahmen im Bereich der Hygiene. So verhindern und vermindern wir Infektionen“, erklärte sie. Dadurch schaffe man beispielsweise die Awareness für einfache Maßnahmen wie die Händehygiene, so Katharina S . weiter. In einer modularen Sanitätseinrichtung wie dem Einsatzlazarett seien die Maßnahmen zum Hygienemanagement beispielsweise durch die Infrastruktur sehr eingeschränkt . „In einem Krankenhaus habe ich genügend Platz. In einem Krankenzimmer liegen zwei Patienten, da kann ich isolieren. Hier müssen viele Patienten auf kleinem Raum untergebracht werden. Das erhöht natürlich das Risiko für Infektionen“, beschrieb Katharina S. die Unterschiede zum Lazarett vor Ort. Ein Umstand, der ihren Job umso wichtiger macht.
von Michael Tomelzik E-Mail schreiben