Zentrum Innere Führung öffnet seine Türen – zunächst zur „Probe“

Zentrum Innere Führung öffnet seine Türen – zunächst zur „Probe“

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Datum:
Ort:
Koblenz
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4 MIN

Der Lehrgangs- und Ausbildungsbetrieb am Zentrum Innere Führung geht ab Juni mit ausgewählten Trainings weiter. Zum Schutz aller Teilnehmenden sowie des Lehrpersonals wird ab sofort ein auf die Dienststelle zugeschnittenes Hygienekonzept umgesetzt. Ab August ist dann eine Ausweitung des eingeschränkten Regelbetriebs vorgesehen.

Das Zentrum Innere Führung (ZInFüZentrum für Innere Führung) ist seit über sechzig Jahren für seine menschennahe und offene Ausbildung bekannt. Der enge Austausch der Trainingsteilnehmenden war stets ein wesentliches Merkmal der Seminare im General Ulrich de Maizière-Campus in der Von-Witzleben-Straße. Das bekannte Bild gut gefüllter Hörsäle, von Trainingsteilnehmenden, die in Kleingruppen nah beieinander und lebhaft über Herausforderungen und Lösungen diskutieren – und dies auch gern in den Pausen und nach Dienst fortführen –, wird es am Zentrum Innere Führung bis auf Weiteres nicht mehr geben.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machten auch am Zentrum in Koblenz das Aussetzen des stationären und mobilen Lehrbetriebes sowie der Coaching-Maßnahmen erforderlich. Die aktuelle Entwicklung der Corona-Lage und das Vorliegen eines auf die Dienststelle zugeschnittenen Hygienekonzepts ermöglichen nun zumindest den teilweisen Neustart von Lehre, Ausbildung und Coaching in angepasster Form.  

Erläuterung mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung

Abstand, das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung und die Einhaltung der Hygienevorschriften sind zunächst unverzichtbar

Bundeswehr / Brachmann

Einzelne Lehrgänge, wie z. B. Innere Führung mit Einheitsführerinnen und Einheitsführern, Wehrrecht für Lehroffiziere oder das sogenannte „Refresherseminar für Peers“, beginnen noch im Juni unter Corona-Bedingungen und werden auch als Test zur Erprobung des Hygienekonzepts durchgeführt. Mit den Erfahrungen aus diesen Lehrgängen und der Berücksichtigung aller Auflagen und Bedingungen zum Schutz der Beteiligten soll nach der Sommerpause ab August dann in einen modifizierten eingeschränkten Regelbetrieb übergegangen werden. Gleiches gilt für die Wiederaufnahme des Coachings und den Start des neuen Aktionsprogramms „Modernes Führen“, mit denen das ZInFüZentrum für Innere Führung Einheiten und Dienststellen vor Ort unterstützt. Im zweiten Halbjahr 2020 wird der Fokus im Trainingsbetrieb auf der Durchführung der Pflichtlehrgänge für die wesentlichen Multiplikatoren der Inneren Führung in der Truppe (z. B. mit Bataillonskommandeurinnen und Bataillonskommandeuren, Einheitsführerinnen und Einheitsführern sowie „Spießen“), bei einsatzbezogenen Trainings sowie auf Trainings für das Personal der Rechtspflege liegen. 

Auf Fachexpertise gebaut

Die Wiederaufnahme des eingeschränkten Regelbetriebs unter Corona-Bedingungen verlangt individuell angepasste hygienische und organisatorische Maßnahmen und strikte Richtlinien. Generalmajor André Bodemann, der Kommandeur des Zentrums Innere Führung, gibt eine klare Marschrichtung vor:  

Wir streben bestmögliche Arbeits- und Lernbedingungen an, die zeitgleich ein höchstes Maß an Schutz und Sicherheit für alle Beteiligten bieten.“


Unter dieser Vorgabe wurde ein umfangreiches und auf das Zentrum zugeschnittenes Hygienekonzept erarbeitet, das abgestimmt auf die drei Bereiche Hygiene/Arbeitsschutz, Räumlichkeiten/Infrastruktur und Mobilität künftig den Dienstalltag am Zentrum ermöglicht. „Um eine Übertragung des Virus möglichst zu verhindern, haben wir für die verschiedensten Bereiche Regelungen gesucht und Lösungen gefunden, die hoffentlich so praktikabel sind, dass sie den Tagesdienst und die Lehrgänge nicht zu sehr einschränken“, erklärt Oberstleutnant Stefan Eich. Er ist einer der beiden Einsatzstabsoffiziere der Projektgruppe „COVID-19Coronavirus Disease 2019“ am Zentrum und hat das Hygienekonzept mit erarbeitet.

„An vieles war zu denken und wir haben uns die entsprechende Fachexpertise herangeholt, wie etwa durch ÖRA, FAS oder den LSO“, ergänzt Eich. ÖRA, die Überwachungsstelle für öffentlich-rechtliche Aufgaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr West, FAS, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, und der LSO, der Leitende Sanitätsoffizier, gaben die notwendigen Rahmenbedingungen und Eckpunkte vor, unter denen künftig der Dienstbetrieb wieder anlaufen kann.

Mund-Nasen-Bedeckung zum Schutz der anderen

Einige Passagen des Hygienekonzepts betreffen nur den Lehrbetrieb, andere widmen sich dem richtigen Verhalten in der Truppenküche. Das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern zwischen Personen und die regelmäßige und richtige Handhygiene tauchen immer wieder auf. Beides sind unverzichtbare Maßnahmen, um ein erneutes Ausbreiten des Virus zu verhindern.

Zudem gilt für alle, die künftig die Gebäude der Von-Witzleben-Straße betreten, das verpflichtende Tragen einer geeigneten Mund-Nase-Bedeckung. Das Ablegen des Mundschutzes kann erst erfolgen, wenn die Person unter Einhaltung des Abstandsgebots von mindestens 1,5 Metern einen festen Sitzplatz eingenommen hat. So ist zu verhindern, dass – wenn auch ungewollt – das Abstandsgebot verletzt wird.

In der Praxis muss es sich bewähren

An viele Regelungen, die im Konzept aufgelistet sind, müssen sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses wie auch die Trainingsteilnehmenden erst gewöhnen – das ist auch der Projektgruppe COVID-19Coronavirus Disease 2019 bewusst. Das Hygienekonzept wird allen Trainingsteilnehmenden vorab zugeschickt. Doch nichts ist in Stein gemeißelt und manche Regelung muss erst einmal den Praxistest bestehen. Generalmajor Bodemann stellt klar:

Für alle wird es eine Umstellung sein. Wir müssen stets flexibel unsere Maßnahmen prüfen und gegebenenfalls den aktuellen Rahmenbedingungen anpassen. Und wenn sich die Corona-Lage weiter entschärft, werden selbstverständlich auch wir unsere Auflagen lockern können.“

von Thomas Martin