Die Reserve im Einsatz: Die Operation im Blick

Die Reserve im Einsatz: Die Operation im Blick

  • Menschen
  • Reserve
Datum:
Ort:
Kabul
Lesedauer:
2 MIN

Über 250 Reservedienst Leistende sind weltweit für die Bundeswehr im Einsatz. Natürlich kommt es dabei auch vor, dass sich die Einsatzzeit über die Weihnachtsfeiertage erstreckt. In dieser Serie schildern uns die Soldatinnen und Soldaten ganz persönlich, wie sie diese besondere Zeit ohne ihre Familien im Einsatz erleben.

Ein Soldat vor einer Mauer.

Während der Weihnachtszeit ist Kai eine wichtige Stütze für das deutsche Einsatzkontingent.

Bundeswehr/PAO RS

Wer bin ich? Wo komme ich her? Welche Verwendung habe ich in der Heimat?

Mein Name ist Hauptmann Kai. Ursprünglich komme ich aus Solingen bei Düsseldorf. Ich bin seit 2009 bei der Bundeswehr und habe meinen aktiven Dienst 2012 beim Panzergrenadierbataillon 212 in Augustdorf beendet. Seitdem bin ich als Reservist regelmäßig aktiv und nutze dies als Ausgleich für meinen Beruf. Wenn ich mal nicht als Reservist tätig bin, verbringe ich meine Tage in Kanada, wo ich hauptberuflich für einen Social Media Konzern arbeite.

Was ist meine Aufgabe im Einsatz?

Im Einsatz bin ich beschäftigt mit der Evaluation und Beurteilung aller Operationen der afghanischen Sicherheitskräfte im Norden des Landes. Dieser Job ist fordernd, aber am Ende immer höchst interessant. Dabei arbeite ich täglich mit afghanischen Kräften zusammen und habe nach rund drei Monaten schon eine Menge über die Kultur in diesem Land gelernt. Das bedeutet, dass ich mich im Alltag oft auf Herausforderungen einlasse, welche ich sonst von nirgendwoher kenne. Diese lehrreiche Zeit ist für mich überaus bedeutungsvoll und lenkt schnell von der Selbstverständlichkeit vieler Grundsätze ab mit denen ich aufgewachsen bin.

Zwei Soldaten sitzen an einem Computer, im Hintergrund sieht man eine Soldatin

Evaluierung und Beurteilung der Operationen – Gemeinsam mit den afghanischen Kräften

Bundeswehr/PAO RS

Was bedeutet Weihnachten für mich im Allgemeinen?

Für mich persönlich war Weihnachten immer die Gelegenheit meine Familie und alte Freunde zu treffen. Obwohl es in den letzten Jahren immer seltener der Fall war, ist dies eine der wenigen Gelegenheiten um in meine Heimat zurückzukehren und mich an alte Zeiten zu erinnern. Zugleich heißt es aber auch loszulassen. Eine der wichtigsten Erfahrungen die ich gesammelt habe ist das Reisen mit leichtem Gepäck. Das heißt für mich, altes hinter sich zu lassen um Platz für Neues zu schaffen.

Was bedeutet es für mich zur Weihnachtszeit im Einsatz zu sein?

Ein Soldat steht neben einem Weihnachtsbaum

Weihnachten ist Familienzeit

Bundeswehr/PAO RS

Weihnachten im Einsatz heißt für mich ein Stück Heimat mit in eine völlig fremde Welt zu nehmen. Für alle Kameradinnen und Kameraden die im Einsatz sind führt kein Weg daran vorbei, diesen Ort zu einem, wenn auch nur temporären, Zuhause zu machen. Dies schließt tägliche Routine, Abwechslung und schließlich auch Ausgleich mit ein. Viele meiner Kameradinnen und Kameraden führen Ihre Hobbys auch im Einsatz weiter fort und glücklicherweise findet sich ab und zu auch für mich eine Gelegenheit dazu. Obwohl die eigene Familie weit weg ist, sind mein Team und ich im Einsatz zusammengewachsen. Wir haben uns als temporäre Familie, 5.000 kmKilometer entfernt von dem eigenen Zuhause, zusammen gefunden.

von Bundeswehr/PAO RS