Die Reserve im Einsatz: Über Weihnachten im Auslandseinsatz bei EUTMEuropean Union Training Mission in Mali

Die Reserve im Einsatz: Über Weihnachten im Auslandseinsatz bei EUTMEuropean Union Training Mission in Mali

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Als Reservistendienst Leistender ist Stabskapitänleutnant Michael W. beim Panzergrenadierbataillon 122 Oberviechtach tätig. Dieses Jahr ist er über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel im Auslandseinsatz wo er sich im Einsatzkontingent EUTMEuropean Union Training Mission in Mali einsetzt.

Ein Soldat sitzt am Schreibtisch und hält einen Ordner mit einem Stift in den Händen.

Stabskapitänleutnant Michael W. ist Reservistendienst Leistender und als Einsatzauswerter und Einsatztagebuchführer tätig.

Oberleutnant Simon Höpfl

Mein Name ist Michael W., ich bin Stabskapitänleutnant (a.D.), 59 Jahre alt und wohne in Stoltenberg, einem kleinen Ort in der Nähe von Kiel. Ende März 2021 habe ich nach fast 40-jähriger Dienstzeit meinen aktiven Dienst als Soldat beendet. Im November 2021 begann dann, mit dem Einsatz, direkt meine erste Verwendung als Reservedienst Leistender. Der Leitverband des Kontingentes, das Panzergrenadierbataillon 122 Oberviechtach fungiert dementsprechend auch als Beorderungsdienststelle. 

Aufgabe im Einsatz

Mein Einsatz ist für den Zeitraum Ende November 2021 bis Ende April 2022 geplant. Im deutschen Einsatzkontingent EUTMEuropean Union Training Mission in Mali bekleide ich die Dienstposten S3-Offizier, Einsatzauswerter und Einsatztagebuchführer. Aufgrund meiner Freiwilligenmeldung wurde ich letztendlich für diese Tätigkeiten ausgewählt. Dabei werden sowohl meine langjährigen dienstlichen Erfahrungen, als auch verschiedene Verwendungen in Einsätzen als Angehöriger von national - und international besetzten Führungsstäben und in Hauptquartieren in die Entscheidung miteinbezogen worden sein. Die Zusammenarbeit mit der aktiven Truppe vor Ort macht sehr viel Freude. Sie ist hervorragend und von außerordentlicher Kameradschaft geprägt. Insofern fühle ich mich nicht im Status „Reservistendienst Leistender“ sondern im Status „Aktiver“ Soldat. Meinem Eindruck nach nimmt die Truppe mich tagtäglich auch ganz selbstverständlich als „Aktiven“ wahr.

Verständnis für mein Engagement

Mein persönliches Umfeld hat mir viel Verständnis für meine Ambitionen, als Reservedienst Leistender an einem Auslandseinsatz der Bundeswehr teilzunehmen, entgegengebracht. Natürlich gab es Fragen, warum ich nach so relativ kurzer Zeit des Ruhestandes wieder „los“ möchte. Die Antwort ist recht einfach: Ich bin gesund und fühle mich körperlich und geistig noch fit genug, um der Bundeswehr jährlich für eine begrenzte Zeit als Reservedienst Leistender - auch gerne im Rahmen von Auslandseinsätzen - zur Verfügung zu stehen. Meine persönliche Intention ist es dabei, dass die entsprechende Reserveübung für mich fordernd und interessant ist. Als Empfänger von Versorgungsbezügen besteht zudem für mich der Vorteil, dass ich mich mit keinem Arbeitgeber über meine Absichten abstimmen und somit keine beruflichen Grundlagen zur Realisierung einer Reservedienst Leistung schaffen muss.

Ein Jahr „Strategie der Reserve“

Zwei Soldaten stehen nebeneinander an einem gepanzerten Militärfahrzeug

Michael W. schätzt sehr die Kameradschaft und gute Zusammenarbeit im Einsatz.

Oberleutnant Simon Höpfl

Die Begrifflichkeit „Strategie der Reserve“ ist mir gänzlich unbekannt. Ungefähr ein Jahr vor Ende meiner Dienstzeit habe ich mich zum ersten Mal konkret mit der Thematik Reservedienstleistung beschäftigt. Während meines letzten Einsatzes als aktiver Soldat habe ich dann die Gelegenheit genutzt, mich ganz bewusst zu informieren und einzulesen. Eine direkte Abfrage zu meinen Vorstellungen zum Thema „Reservedienst in der Bundeswehr“ erhielt ich circa drei Monate vor dem Ende meiner Dienstzeit. Von Seiten der Bundeswehr gab es dann unmittelbar vor meinem Dienstzeitende kurze Beratungen und Informationen. Bei der Vorbereitung auf den jetzigen Einsatz als Reservedienst Leistender erwies es sich dann jedoch als sehr praktisch, dass ich den aktiven Dienst erst vor kurzem beendet hatte.

Weihnachten

Die Festtage werde ich, wie auch alle anderen Kontingentangehörigen, hier im Camp verbringen. Aus meiner Sicht fehlt es uns an nichts, was die Bundeswehr bereitstellen könnte, um ein angemessenes Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel zu gestalten. Das Fehlen persönlicher Dinge, wie der Kontakt mit der Familie, den Freunden und so weiter ist natürlich individuell und wird durch den Einzelnen in unterschiedlicher Ausprägung und Intensität wahrgenommen. Die vorherrschenden Verhältnisse wie beispielsweise Sonne, Hitze, Trockenheit oder Vegetation führen, zumindest bei mir, nicht dazu, dass ich die Festtage tatsächlich als solche wahrnehme. Insofern fehlt mir daher auch nichts, was die Festtage an sich anbelangt.

Wünsche für die Zukunft

In Hinblick auf die Möglichkeit Reservedienst zu leisten wünsche ich mir, dass ich geistig und körperlich ausreichend fit und gesund bleibe, um noch ein paar fordernde und interessante Reserveübungen - gerne auch verbunden mit Auslandseinsätzen – absolvieren zu können.

von  Oberleutnant Simon Höpfl  E-Mail schreiben
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