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Schießtraining für Schutzengel (Sprechertext)

Truppenübungsplatz Ehra Lessien – unweit der Autobauer-Stadt Wolfsburg. Hier bildet die Feldjägertruppe ihre Personenschützer aus. Die Bodyguards der Bundeswehr sind im Inland und bei Auslandseinsätzen wie in Afghanistan dafür verantwortlich, hochrangige Offiziere und deutsche Politiker bei Truppenbesuchen zu beschützen. Eine reizvolle Aufgabe für die jungen Bodyguard-Anwärter.

Schüler: „Also, meine Motivation war die Spezialisierung hier bei der Feldjägertruppe. Also der Personenschutz an sich ist das, was ich gerne machen wollte. Und die Herausforderung halt.”

Die Ausbildung zum Personenschützer durchlaufen nur speziell ausgewählte Soldaten der Feldjägertruppe. Ein Hauptaugenmerk gilt dabei der Schießausbildung. Ein paar tausend Patronen feuern die angehenden Bodyguards in dieser Zeit ab. Mit den unterschiedlichsten Waffen, denn zum Arsenal der Feldjäger gehört nicht nur das Standard-Gewehr G 36, sondern auch die Pistolen P8 und P30 sowie die Maschinenpistolen vom Typ MP5 und MP7. Den angehenden Personenschützern ist klar, wie wichtig das sichere Beherrschen der Waffen ist.

Schüler (im Splitscreen): „Ja, es ist schon wichtig, dass man in brenzlichen Situationen richtig reagiert und vor allem mit der Waffe umgehen kann, und das dann in der Situation abrufen kann, in der man es dann braucht und nicht da steht und sagt: ‚Oh Gott was mache ich denn jetzt?‘”

Deshalb werden bestimmte Abläufe von den Ausbildern wieder und wieder ins Training eingestreut. Im scharfen Einsatz muss schließlich alles sitzen.

Ausbilder (in Übungssituation): „Als erstes lassen wir die Langwaffe direkt vor uns hängen und arbeiten jetzt mit der Pistole. Sauberes Greifen, sauberes Ziehen.” (Pfiff) Die Ausbilder sind äußerst erfahren.

Schüler (im Splitscreen): „Also, ich persönlich finde, es ist höchst wichtig, dass man Leute hier hat, die uns ausbilden, die Erfahrung haben. Die mehrere Male im Ausland waren und die uns neben den ‚basics‘, die wir hier erlernen, einfach auch solche ‚nice to know-Sachen‘ beibringen.”

Mit diesen kleinen, aber wertvollen Tricks lassen sich die Schnelligkeit und Präzision beim Schießen verbessern. Wichtig, um in Extremsituationen die Übersicht zu bewahren.

Ausbilder: „Es sollen halt stressunempfindliche Faktoren sein. Was immer wieder gleich funktioniert. Mit Langwaffe, mit Kurzwaffe. Und somit soll das so drillmäßig trainiert werden, dass die Jungs das dann in jeder Stresssituation abrufen können.”

Willen, Ausdauer, Konzentration und Flexibilität sind wichtige Fähigkeiten, die von den angehenden Personenschützern mitgebracht werden müssen, um den anspruchsvollen Close-Protection-Team-Lehrgang am Ende auch zu bestehen. Bis dahin gilt: Jeden Tag Höchstleistung erbringen!

Ausbilder (in Übungssituation): „Ziele bleiben die gleichen Jungs.” (Pfiff)

Der Gedanke an den Ernstfall schießt bei den Anwärtern immer mit.

Schüler (im Splitscreen): „Na klar denkt man darüber nach, dass man natürlich im Endeffekt ein Schutzschild für einen anderen Menschen darstellt.”
Reporter (im Off): „Gibt es so was wie Angst?”
Schüler (im Splitscreen): „Natürlich. Angst ist da immer bei.”

Kontrollierte Angst ist ein hilfreicher Begleiter im Einsatz. Sie sorgt dafür, dass die Soldaten der Close-Protection-Teams nicht leichtsinnig werden und konzentriert bei der Sache sind, wenn sie die deutschen Kommandeure beschützen müssen, sobald diese die sicheren Feldlager in Afghanistan verlassen. Dabei ist wichtig, dass die Personenschützer im Team funktionieren. Aus sechs Individualisten wird so eine schlagkräftige Einheit.

Ausbilder (in Übungssituation): „Ihr geht zu fünft los. Nehmt nur eine Schutzperson mit und einen Kommandoführer, der nur für die Evakuierung zuständig ist und dann gliedern sich die zwei Mann in den Halbtrupp auf und lösen sich überschlagend nach hinten.”

Die Aufgaben werden immer komplexer. Am Ende werden Situationen trainiert, die die künftigen Bodyguards auf ihren Einsatz in Afghanistan so realistisch wie möglich vorbereiten sollen. Diesmal sieht das Übungsszenario so aus: Der Kommandeur eines deutschen Feldlagers besucht in Afghanistan einen Dorfältesten. Während des Besuchs kommt es zu einem Feuerüberfall. Jetzt muss jedes Team-Mitglied zeigen, dass es den anspruchsvollen Job beherrscht.

Soldat (in Übungssituation): „Angriff von links!”

In solchen Situationen müssen die Bodyguards blitzschnell reagieren, den gefährdeten Kommandeur sofort in ein geschütztes Fahrzeug bringen und den Angriff koordiniert abwehren. Das funktioniert jedoch nur, wenn jedes Team-Mitglied weiß, was es zu tun hat. Die Bodyguards müssen sich dabei blind verstehen. Nur so können sie auch ohne viele Worte ihre anspruchsvolle Aufgabe professionell und erfolgreich erfüllen, wissen die erfahrenen Ausbilder.

Ausbilder: „Blickführung, Kommunikation und nonverbale Kommunikation, also wenn durch technische Fehler keine Kommunikation über Funk möglich ist, das man trotzdem weiß, was der andere vor hat und alleine durch Körpersprache und Bewegungsform kommunizieren kann.”

Die Auswahl ist streng. Nur wer in seinem Bataillon eine Eignungsprüfung meistert und vom Personenschutzbeauftragten fachlich, körperlich und charakterlich als geeignet bewertet wird, darf an der Ausbildung zum Bodyguard überhaupt teilnehmen.

Ausbilder (in Übungssituation): „Abfahrt, Gas … langsamer … Du musst schnell wegkommen und dann langsam Geschwindigkeit aufnehmen. Gas, Gas!”

Trainieren, wie man im Ernstfall kämpft. Für die Bodyguardschüler der Schlüssel zum Erfolg.

Schüler: „Also, man kann keine Situation trainieren, aber versuchen, sie so real wie möglich darzustellen. Da schießt einem wirklich das Adrenalin in den Kopf. Aber das ist wunderbar und so lernt man das.”

Wenn die jungen Feldjäger ihre Spezialausbildung erfolgreich absolviert haben, wartet der scharfe Einsatz auf sie. Dort, zum Beispiel in Afghanistan, müssen sie dann tagtäglich damit rechnen, das Erlernte einzusetzen, um Menschenleben zu schützen.

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Stand vom: 03.12.13


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