MINUSMA: Aufklärung ist der Schlüssel zum Erfolg
- Datum:
- Ort:
- Gao
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Um bei Operationen die Gefährdung für die am Boden eingesetzten Soldatinnen und Soldaten zu minimieren, werden im Deutschen Einsatzkontingent MINUSMA Drohnen eingesetzt. LUNA, ALADIN und MIKADO überwachen, klären auf und unterstützen den militärischen Patrouillenführer vor Ort bei der Erfüllung seines Auftrages. Dabei wird eines deutlich: Rechtzeitige Aufklärung ist ein Mittel für den militärischen Erfolg.
Die LUNA begleitet Operationen auch fernab des Camps Castor, ihr Flugradius umfasst bis zu 80 Kilometer
Bundeswehr/PAO MinusmaDie Drohnen LUNA, ALADIN und MIKADO sind eine große Hilfe für das Deutsche Einsatzkontingent MINUSMA in Mali. Je nach Art und Zweck des Einsatzes liefern sie Echtzeitbilder oder können Videosequenzen für eine spätere Auswertung aufzeichnen. Alle Drohnen können am Tage sowie in der Nacht eingesetzt werden. Sie dienen unter anderem dazu, Informationen über Ortschaften, Personen und Fahrzeuge zu erfassen oder diese zu identifizieren. Die Reichweite variiert je nach Drohne – bei der MIKADO beträgt sie einen Kilometer, bei der LUNA sind es bis zu 80 Kilometer. Jede Drohne darf nur von ausgebildetem Personal gesteuert werden.
Die MIKADO wird vom Boden aus gestartet und über ein Handbedienfeld mit Verbindung zu einer Bodenkontrollstation gesteuert
Bundeswehr/Thomas BierbaumMIKADO steht für Mikro-Aufklärungsdrohne im Ortsbereich. Sie kommt in Mali hauptsächlich im Nahbereich zum Einsatz und unterstützt die Aufklärungs- sowie Objektschutzkompanie dabei, ihren Auftrag zu erfüllen. Die MIKADO ist unkompliziert und extrem schnell startklar: Aufgrund ihrer Reichweite von bis zu einem Kilometer und einer Flughöhe von 30 Metern muss sie vor dem Start nicht extra im Luftraum angemeldet werden. Sie ist innerhalb von fünf Minuten zusammengebaut und ohne weitere Genehmigungsverfahren in der Luft.
Die Bilder der MIKADO werden per stör- und täuschresistenter Funkübertragung übermittelt. Der Patrouillenführer kann sich dank des Livebildes innerhalb kürzester Zeit ein Bild vor Ort verschaffen, sein weiteres Vorgehen planen und auf mögliche Bedrohungen schnellstmöglich reagieren. Sollte der Kontakt zum Drohnenbediener einmal abreißen, fliegt die MIKADO automatisch zum Ausgangspunkt zurück.
Hand- und Spanngummistart sind zwei Möglichkeiten, die ALADIN in die Luft zu bekommen
Bundeswehr/PAO MINUSMADie Abbildende Luftgestützte Aufklärungsdrohne im Nächstbereich, besser bekannt unter dem Namen ALADIN, wird ebenfalls in Mali eingesetzt. Aufgrund ihrer Flughöhe von bis zu 150 Metern wird sie wie ein normales Flugobjekt behandelt und muss deshalb im Luftraum angemeldet werden. Die ALADIN wird mittels Wurftechnik – dem sogenannten Handstart – oder über einen Spanngummi in die Luft geschleudert und gestartet. Nachdem der Vorflugcheck sowie die Streckenplanung abgeschlossen sind und die Fluggenehmigung erteilt ist, ist die ALADIN innerhalb von 10 bis 15 Minuten in der Luft.
Mit ihr werden komplexere Aufgaben in bis zu fünf Kilometern Entfernung wahrgenommen. Während des Fluges ist eine ununterbrochene Videoaufzeichnung sichergestellt, auf Knopfdruck können zusätzlich Bilder aufgenommen werden. Der Bediener hat die Bedieneinheit immer im Blick und kann darauf die Sensordaten ablesen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend in einem Bericht zusammengefasst und unter anderem dem MINUSMA-Hauptquartier in Bamako zur Verfügung gestellt.
Die LUNA fliegt in einer Flughöhe von bis zu 4000 Metern, der Lkw im Hintergrund dient als Bodenkontrollstation
Bundeswehr/Thomas BierbaumMit der LUNA, Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungs-Ausstattung, werden mehrstündige Operationen begleitet und aus der Luft überwacht. Mögliche Bedrohungen werden so in einer Entfernung von bis zu 80 Kilometern aufgeklärt. Die 40 Kilogramm schwere Drohne wird über ein Startkatapult in den Himmel geschossen. Das an Bord befindliche Zweitakt-Benzingemisch verleiht dem Fluggerät eine Flugdauer von mehr als vier Stunden.
Mit der Kamera liefert die LUNA bei allen Tages- und Witterungsbedingungen Video- und Infrarotfilme sowie Standbilder in Echtzeit. Somit können Marschwege für die eigenen Truppen erkundet und bewertet werden. Gesteuert wird sie über eine Bodenkontrollstation im Inneren eines Lkw Duro 3 Yak. In Summe bietet das Trio der Drohnen für jeden Zweck die passenden Funktionen und sorgt somit für Sicherheit im Einsatz.
Der malische Staub setzt sich überall ab, weshalb Sauberkeit eine Voraussetzung für die Einsatzbereitschaft des Materials ist
Bundeswehr/Thomas Bierbaum
Der Oberstabsgefreite Toni T. fliegt die MIKADO für die Objektschutzkompanie und sorgt somit für Sicherheit
Bundeswehr/PAO MINUSMA
Die MIKADO wird von vier kleinen Rotoren angetrieben und ist in weniger als fünf Minuten startbereit
Bundeswehr/Thomas Bierbaum
Die ALADIN ist sicher und stoßfest verpackt
Bundeswehr/PAO MINUSMA
Schnell und unkompliziert: Der Zusammenbau der ALADIN dauert nur wenige Minuten
Bundeswehr/Thomas Bierbaum
Nachdem die Streckenplanung abgeschlossen und die ALADIN zusammengebaut ist, kann es losgehen
Bundeswehr/PAO MINUSMA
In einem Lkw Duro 3 Yak wird die LUNA sicher verstaut zu ihrem Startpunkt transportiert
Bundeswehr/Thomas Bierbaum
Die Bodenkontrollstation, aus der die LUNA gesteuert wird
Bundeswehr/Thomas Bierbaum