Minister Pistorius besucht Medical Task Force in Berlin
Landes- und Bündnisverteidigung- Datum:
- Ort:
- Berlin
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- 2 MIN
Die Ressourcen des Sanitätsdienstes werden im Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung alleine nicht ausreichen. Notwendig sind ein zivil-militärischer Schulterschluss und die unterstützende Mitwirkung ziviler Behörden und Hilfsorganisationen bei der Versorgung nach Deutschland gebrachter Verwundeter.
Im Hub in Berlin wird die zivil-militärische Zusammenarbeit bei Medic Quadriga 2026 greifbar. „Nur gemeinsam sind wir durchhaltefähig“, sagt Verteidigungsminister Boris Pistorius.
Bundeswehr/Christopher Preloznik
Medic Quadriga ist die größte und komplexeste Übung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr seit Jahrzehnten. Über 1.000 Soldatinnen und Soldaten nehmen teil, davon etwa 200 als speziell vorbereitete Verletztendarsteller mit realistisch simulierten Verletzungsmustern. Sie sollen helfen, Schwachstellen in der Rettungskette vom Einsatzland zurück nach Deutschland aufzudecken.
„Nur was man in ruhigen Zeiten übt und trainiert, beherrscht man auch im Spannungs- und Verteidigungsfall“, betonte Verteidigungsminister Boris Pistorius am 6. März 2026 bei seinem Besuch des Hub der Medical Task Force in Berlin. Dort wurde im Rahmen von Medic Quadriga geübt, Verwundete zur weiteren medizinischen Versorgung auch auf zivile Krankenhäuser zu verteilen.
Pistorius ordnete die medizinische Versorgung Verwundeter im Kriegsfall als eine gesamtstaatliche Verantwortung zur Sicherstellung der Gesundheit ein. Dazu gehört auch die Rehabilitation von Soldatinnen und Soldaten, die in den Einsätzen verwundet werden. „Zurück in den Dienst“ laute das Motto, welches auch ein Signal an die eingesetzten Kräfte sei.
„So zeigen wir nach innen aber vor allem nach außen und möglichen Aggressoren, dass Deutschland in der Krise zusammensteht“, betonte Pistorius. „Wir kümmern uns um unsere Menschen“, so der Verteidigungsminister, der damit Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann beipflichtete.
Dieser ist Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes. Er bezeichnete die „Menschen als die wichtigste Ressource der Streitkräfte.“ Um diese kümmere er sich mit seinen Frauen und Männern. Streitkräfte müssten durchhaltefähig sein und resilient. Nur mit einem schlagkräftigen Sanitätsdienst und einer bruchfreien Rettungskette sei Abschreckung glaubwürdig.
Pistorius und Hoffmann bezeichneten die Übung Medic Quadriga 2026 beide als gemeinsamen strategischen Belastungstest und betonten deren hohe Bedeutung im Zusammenhang mit der Einsatzbereitschaft und dem Operationsplan Deutschland. Gerade mit Blick auf die Rolle Deutschlands im Verteidigungsbündnis der NATONorth Atlantic Treaty Organization, etwa als logistische und sanitätsdienstliche Drehscheibe im Herzen Europas, ist für Pistorius klar: „Nur gemeinsam sind wir durchhaltefähig und krisenfest“.
In der Krise zusammenstehen. Zivile und militärische Kräfte sichern die Rettungskette vom Einsatzland nach Deutschland.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Verteidigungsminister Boris Pistorius (Mitte) und Generaloberstarzt Ralf Hoffmann (links) betonen öffentlich die Bedeutung von Medic Quadriga 2026. Auch die Berliner Gesundheitssenatorin, Dr. Ina Czyborra, nahm am Pressestatement teil.
Bundeswehr/Susanne Hähnel
Der Hub Berlin organisiert im Übungsszenario die nationale Patientensteuerung und den Patiententransport in direkter Zusammenarbeit zwischen Sanitätsdienst und zivilen Hilfsorganisationen
Bundeswehr/Christopher PreloznikMit Blick auf die Bündnisverteidigung testet die Bundeswehr bei Medic Quadriga erstmals die gesamte Rettungskette: vom Ort der Verwundung und sanitätsdienstdienstlicher Versorgung im Einsatzland über die medizinische Evakuierung nach Deutschland. Hier schließt sich die Versorgung Verwundeter durch zivile Partner aus dem gesamten Gesundheitssystem an. So das Szenario von Medic Quadriga 2026, einem wichtigen Teil des Übungsclusters Quadriga 2026.
Im und um den ExpoCenterAirport am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) wurde dazu ein temporärer Aufnahmepunkt (Hub) für „verwundete“ Soldaten und Soldatinnen eingerichtet. Dieser dient im Übungsgeschehen als Sichtungs- und Verteilpunkt für den Weitertransport in behandelnde Kliniken. Die Koordination erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Ländern Berlin und Brandenburg, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBKBundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) sowie zivilen Hilfs- und Rettungsorganisationen.
von Ralf Wilke E-Mail schreiben