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Bergung aus dem Gelände

Wie man einen Boxer zum Schweben bringt

Anerkannte Missionen
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
4 MIN

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Eine Autowerkstatt im Großformat für Kampfpanzer, Transportpanzer, Lkw und vieles mehr: Das ist der Technische Zug der enhanced Forward Presence Battlegroup im litauischen Rukla. Doch die Soldatinnen und Soldaten von Oberstabsfeldwebel Nico K. schrauben und schweißen nicht nur, sie bergen auch alles, was nicht mehr fährt – und das rund um die Uhr. 

Es ist kurz nach vier Uhr in der Nacht. „Aufstehen, wir sind alarmiert!“, ruft Oberstabsfeldwebel Nico K. in eine Stube hinein und klopft an die nächste Tür. Der Zugführer des Technischen Zuges hat soeben einen Anruf erhalten: Ein GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ist während einer Übung ausgefallen und muss geborgen werden. Ruhig, aber zügig ziehen sich die Soldaten des Bergetrupps an, ihre Einsatzkampfbekleidung liegt auf ihren Alarmstühlen bereit. Trotz aller Eile verfallen sie nicht in Hektik, niemand schreit über den Flur, keiner rennt. Kurzes Sammeln vor dem Block und der Bergetrupp geht zügig in den technischen Bereich.

Bergung aus dem Gelände – jederzeit zur Stelle

Ein Bergepanzer bei Nacht

Der Bergetrupp rückt nachts mit dem Bergepanzer Büffel aus, um ein GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer aus dem Gelände zu bergen

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Nach der Waffenausgabe im technischen Bereich sitzen Oberstabsgefreiter Jan H. und Stabsunteroffizier Matthias M. auf den Bergepanzer Büffel auf, ihr Oberstabsfeldwebel Nico K. wirft ihnen Erfrischungsgetränke und Schokoriegel zu: „Wenn’s mal wieder länger dauert!“ Der 48-Jährige weiß: Seine Soldaten haben nicht gefrühstückt und wie lange die Bergung dauern wird, weiß vorher niemand. Der Bergepanzer Büffel fährt los, fast verschwindet er im Dunklen. Nico K. folgt ihnen mit einem weiteren Fahrzeug. „Die restlichen Truppen stoßen später dazu, wenn wir das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer aus dem Gelände geschleppt haben“, erklärt der Zugführer. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen.

Verbindungsaufnahme und Bergung in der Dämmerung

Es dämmert, als der Bergepanzer Büffel die Sicherung der übenden Jägerkompanie erreicht und Verbindung aufnimmt. Nach einer kurzen Absprache führen die Jäger den Bergetrupp dorthin, wo der schadhafte Boxer übergeben wird. Wie sich herausstellt, ist er noch rollfähig, von einem anderen GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer wird er herangeschleppt. Währenddessen, fast unsichtbar, nehmen die Jäger Rundumsicherung ein. Unter eigener Sicherung und dem Sichtschutz des Waldes beginnen Oberstabsgefreiter Jan H. und Stabsunteroffizier Matthias M. das ausgefallene GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer zum Abschleppen vorzubereiten.

Die Schleppschere am Haken

Ein Panzer schleppt einen anderen Panzer ab

Der Bergetrupp nimmt das ausgefallene GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer mit einer Schleppschere an den Haken, um es aus dem Gelände zu bergen

Bundeswehr/Philipp Hoffmann

Der Bergetrupp schleppt das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer mit einer Schleppschere ab: Zwei Stangen werden schnell und routiniert an das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer geschäkelt, sodass sie ein Dreieck bilden. Jetzt nimmt der Bergepanzer Büffel die Stangen an den Haken. Eine kurze Absprache mit dem Zugführer der Jägertruppe, dann nehmen die Jäger mit ihren Boxern das Gespann in ihre Mitte: Es kann losgehen. Während der Fahrt betont Oberstabsfeldwebel Nico K.: „Ganz wichtig ist, dass so eine Bergung vom Gefechtsfeld schnell geht. Wer steht, ist ein Ziel.“ In dieser Sekunde geht die Sonne auf.

Bergung aus dem Gelände

An einem zuvor erkundeten Platz angekommen, erklärt der Zugführer: „Diese Ecke nutzen wir, weil der Boden hier betoniert ist. Der Beton ist zwar alt, aber das reicht für uns: Wir brauchen nur ebenen, festen Boden.“ Wie aufs Stichwort tauchen aus dem morgendlichen Nebel ein zweiter Bergepanzer Büffel und ein Schwerlasttransporter Mammut auf. Unter der Aufsicht von Oberstabsfeldwebel Nico K. verschieben sich nun beide Bergepanzer links und rechts vor und hinter den Boxer. Sie erheben ihre Kranausleger, während die Besatzung des SLT Mammut am Bug und am Heck des GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer lange Schlaufen anbringt.

Erhebend: Zwei Büffel lassen einen Boxer schweben

Auf Kommando von Stabsunteroffizier Matthias M. beginnen beide Bergepanzer Büffel, das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer synchron anzuheben, der Stabsunteroffizier führt beide Kranbediener per Handzeichen. Langsam, fast unmerklich hebt das Gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug sich aus der Federung und schwebt bald frei über dem Boden, immer höher, bis es eine Höhe von etwa anderthalb Metern erreicht hat. Dann schiebt der SLT Mammut seinen Tiefladeauflieger unter das Fahrzeug. Auf ein Handzeichen von Matthias M. beginnt das Fahrzeug, sich langsam auf die Ladefläche abzusenken, wobei nur eine winzige Korrektur vonnöten ist, bis es heißt: „Steht!“

Schnell und präzise – fertig zum Abtransport

Stabsunteroffizier Matthias M. erklärt: „Das Absetzen auf den Tieflader ist Millimeterarbeit, wir haben da nicht viel Platz.“ Im Schein der Morgensonne fährt der Konvoi mit dem SLT Mammut und dem aufgeladenen und verzurrten GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ab. Oberstabsfeldwebel Nico K. folgt ihnen. „Die Jungs waren fix“, sagt er stolz und weist auf den voranfahrenden Tieflader. „Die fahren nun zu uns in die Technik und wir beginnen sofort mit Eingangsprüfung, Schadensbewertung und Reparatur. Das Ziel ist, dass das GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer so schnell wie möglich wieder einsatzfähig ist.“

von Philipp Hoffmann

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