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Die multinationalen Kolosse des Gefechtsverbandes EFP

Anerkannte Missionen
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
2 MIN

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Vom Schützenpanzer Marder über das gepanzerte Transportfahrzeug GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer bis hin zum Kampfpanzer Leopard: Der Schwerlasttransporter 2 Mammut,  kurz: SLT, kann jedem Panzer einen fahrbaren Untersatz bieten. Der Name ist Programm: Der Gigant ist 3,90 Meter hoch, 22,75 Meter lang und hat eine Spannweite von 2,99 Metern, die erweiterbar auf eine Breite von bis zu 3,30 Metern ist. Abgesehen davon ist er mit einem Eigengewicht von 56 Tonnen unglaublich schwer. Mit seiner Schutzpanzerung ist er extrem dickhäutig – ein richtiges Mammut eben.

Ein geschütztes Radfahrzeug wird auf einen Sattelauflieger gezogen

Beim Beladevorgang ist Millimeterarbeit gefordert: Der GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer ist 2,99 Meter breit

Bundeswehr/Timo Radke

Trotz seines hohen Gewichts – vollbeladen wiegt der Koloss bis zu 130 Tonnen – ist die Zugmaschine aufgrund der gut abgestimmten technischen Bauweise sehr geländegängig. Zudem verfügt der SLT über Selbstbergekapazitäten, sodass er sich im Notfall selbst „aus der Patsche“ helfen kann. Er stellt somit einen taktischen Mehrwert für die Kampftruppe dar, denn je nach Lageentwicklung kann er nicht nur defekte Gefechtsfahrzeuge auf dem Gefechtsfeld bergen, sondern intakte Gefechtsfahrzeuge auch vor Beginn einer militärischen Operation direkt in den einsatznahen Verfügungsraum verbringen.

Expertise, Ausbildung und Erfahrung sind unabdingbar

Ein Soldat zieht die Stahlseile einer Winde, um diese an einem Panzer anzubringen

„Zieh an!“: „Die Transferanfragen von Tauziehmannschaften sind immens“, weiß Niels P. mit einem Schmunzeln zu berichten

Bundeswehr/Timo Radke

Doch eines ist ganz klar: Auch, wenn der Transporter noch so gut für den Auftrag geeignet ist, ohne Menschen, die mit dem Fahrzeug täglich arbeiten und die Stärken und Schwächen des Kolosses genau kennen, geht es nun mal nicht. Sie müssen mit den technischen Gegebenheiten umzugehen wissen sowie über die notwendige Expertise, Ausbildung und Erfahrung verfügen. Hierbei kommen unter anderem Stabsunteroffizier Niels P. und Oberstabsgefreiter Oliver F. ins Spiel: Sie kennen das Fahrzeug wie ihre Westentasche und haben schon so manchen schwierigen Schwerlasttransport-Fall gelöst.

„Das Tätigkeitspektrum ist unglaublich abwechslungsreich, jede Situation ist anders. Wichtig ist es, auch bei unübersichtlichen Situationen die Ruhe zu bewahren und mit höchster Sorgfalt zu arbeiten“, erklärt Niels P. und bezieht sich dabei unter anderem auf die Arbeit mit den Zugwinden. Auf den Stahlseilen lasten je nach Fahrzeug weit über 40 Tonnen Gewicht. Bei Niels P. und Oliver F. sitzt auch heute jeder Handgriff. Beide arbeiten mit einem höchsten Maß an Genauigkeit und Konzentration – nur 15 Minuten später ist der Boxer verladen und der nun über 90 Tonnen schwere Koloss samt sicher befestigtem „Mitfahrer“ abmarschbereit.

Multinationalität = 110 % pure Zugkraft 

Ein Soldat steht auf einem Lkw und gibt mit der Hand den Abstand an, wie weit ein Panzer noch auf den Anhänger fahren kann

Der norwegische SLT-Trupp beim Aufladen eines Schützenpanzers vom Typ YPR

Bundeswehr/Timo Radke

Niels P. und Oliver F. sind aktuell in Litauen. Sie sind Teil der Schwerlasttransportgruppe der Combat Service Support Company bei NATONorth Atlantic Treaty Organization Enhanced Forward Presence. Das Besondere an ihrer Einheit: Hier wird Multinationalität großgeschrieben. So besteht die Schwerlasttransportgruppe aus Soldatinnen und Soldaten nebst Fahrzeugen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland, zeitweise auch aus Norwegen. „Die Zusammenarbeit mit den norwegischen, belgischen und niederländischen Kameradinnen und Kameraden ist eine super Erfahrung. Jede und jeder arbeitet ein wenig anders, man bekommt neue Impulse und Ideen. Man unterstützt sich gegenseitig und lernt voneinander. Gemeinsam bringen wir die ‚volle Zugkraft‘ auf die Straße“, beschreibt Stabsunteroffizier Niels P. die gewinnbringende Zusammenarbeit im multinationalen Kontext.  


von Timo Radke

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