Deutsch-norwegische Kooperation

Langfristige Zusammenarbeit – mehr als Beschaffung

Langfristige Zusammenarbeit – mehr als Beschaffung

Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
2 MIN

2021 schlossen Norwegen und Deutschland einen gemeinsamen Beschaffungsvertrag zur Lieferung von insgesamt sechs U-Booten mit der Firma Thyssen Krupp Marine Systems unter dem Projektbegriff U212 CDCommon Design. Die Abkürzung CDCommon Design steht dabei für Common Design, also für das gemeinsame Design der U-Boote der beiden Nationen.

Zwei Frauen sitzen an einem Tisch, dahinter steht ein Mann in Uniform

Die Präsidentinnen der norwegischen und der deutschen Beschaffungsbehörde der Streitkräfte, Gro Jære (l.) und Annette Lehnigk-Emden (r.) vereinbaren das weitere Vorgehen bei der Beschaffung der U-Boote 212 CDCommon Design

Bundeswehr/Dirk Bannert

Am 18. März 2024 folgte die Präsidentin des norwegischen Beschaffungsamtes (Norwegian Defence Materiel Agency, NDMANorwegian Defence Materiel Agency) der Einladung der Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) in Koblenz. Der Anlass: die weitere Vorgehensweise im gemeinsamen Projekt. 

Das deutsch-norwegische Projekt  befindet sich aktuell in der sogenannten Critical-Design-Review-Phase. In dieser Phase wird die letztgültige Planungskontrolle durchgeführt und geprüft – ein Meilenstein im Verlauf eines solchen Projekts.

Deutsch-norwegisches Beschaffungsbündnis

Die beiden Präsidentinnen vereinbarten während des gemeinsamen Treffens eine gestraffte Projektorganisation, die das Management und die Zusammenarbeit innerhalb des Projektes optimiert. Dabei stehen neben einer leistungs- und zeitgerechten Lieferung der U-Boote vor allem die Entwicklung und Aufrechterhaltung einer auf Offenheit, Vertrauen und Transparenz basierenden robusten Partnerschaft im Vordergrund.

Die Präsidentin des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Annette Lehnigk-Emden, bedankte sich in diesem Zusammenhang bei ihrem norwegischen Gast: „Für beide Beschaffungsbehörden ist es das erste Projekt dieser Größenordnung, in welchem der Weg nicht nur für die Beschaffung, sondern auch für das gemeinsame Lebenszyklusmanagement geebnet werden musste.“ 

Beispielweise gehört die Instandsetzung der U-Boote beider Nationen in der norwegischen Instandsetzungswerft in Bergen dazu. Das hat auch finanzielle Vorteile: Nicht nur die Kosten der Beschaffung werden durch eine solche langfristige Kooperation optimiert, auch solche für Ersatzteile reduzieren sich durch die Bündelung von Bedarfen.

Für den zukünftigen Projektfortgang wünschte die Präsidentin des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr allen Beteiligten eine „erfolgreiche Gestaltung des weiteren gemeinsamen Weges, den wir aufmerksam begleiten werden“.

Kooperation auch in anderen Bereichen

Deutschland und Norwegen arbeiten mittlerweile in mehreren Beschaffungsprojekten zusammen – und profitieren von den Synergieeffekten wie beispielsweise Kostenvorteilen durch höhere Stückzahlen innerhalb der Projekte.

Auch ein Projekt zur Beschaffung von Seeziel-Lenkflugkörpern vom Typ Naval Strike Missile (NSMNaval Strike Missile) wurde erfolgreich durch die enge Zusammenarbeit beider Nationen vorangetrieben: Deren voraussichtliche Lieferung für die Deutsche Marine liegt mit dem Jahr 2026 voll im Zeitplan.

von PIZ AIN 

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