Deutsch-französische Kooperation

Schutzwirkung auf dem Prüfstand: Wann brennt eine Uniform?

Schutzwirkung auf dem Prüfstand: Wann brennt eine Uniform?

Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
2 MIN

Im Einsatz ist unsere Truppe vielen Gefahren ausgesetzt - auch Brände gehören dazu. Bekleidungssysteme müssen deshalb einiges aushalten. Ab welchen Temperaturen es dabei kritisch wird, prüft ein Team im Wehrwissenschaftlichen Institut für Schutztechnologien - ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutz (WISWehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien - ABC-Schutz) im niedersächsischen Munster.

Technische Konstruktion, in der eine bekleidete Puppe Flammen ausgesetzt ist

Im Prüfstand werden die Uniformen extremen Bedingungen ausgesetzt

Bundeswehr/Anette Otto

Im Bereich der Brandschutztechnik beteiligt sich das WISWehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien - ABC-Schutz an einer Forschungskooperation mit Frankreich. Während des Besuchs einer deutsch-französischen Delegation wurde diese Zusammenarbeit weiter vertieft.

Ein Ziel – zwei Erprobungsansätze

Vor Ort besichtigten die Gäste unter anderem den zur Simulation einer Stichflammeneinwirkung gebauten Prüfstand im WISWehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien - ABC-Schutz. Dort werden unterschiedliche Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitzeeinwirkung durch Flammen getestet. Aus den aufgezeichneten Temperaturen an einer speziellen Prüfpuppe, dem sogenannten Thermomann, werden mit einem Berechnungsmodell dann Verbrennungsgrade berechnet.

grün eingefärbte Silhouette einer Person, rechts daneben eine Temperaturskala

Die Temperaturdarstellung am sogenannten Thermomann während einer Beflammung zeigt auf dem Bildschirm, wo es heiß wird

Bundeswehr/Siegfried Grabowski

Die Untersuchungen zeigen, dass es - vereinfacht dargestellt - zu keinen Verbrennungen kommt, solange die Hauttemperatur unter 44 Grad Celsius liegt.

Im französischen Toulouse wird ein vergleichbarer Teststand für Bekleidungssysteme betrieben. Die Prüfstände beider Länder unterscheiden sich aber in der Art der Beflammung und weiteren Aspekten bis hin zur Messtechnik. Lediglich die Abmessungen der Prüfpuppe sind nahezu identisch.

Um die Prüfstände miteinander vergleichen zu können, wurden je drei deutsche und französische Bekleidungssätze auf beiden Testständen untersucht. Im Anschluss konnten die technischen Daten der Prüfstände und die Ergebnisse der Versuche ausgetauscht und ausgewertet werden.

Ziel der Forschungskooperation ist es, die Ergebnisse der unterschiedlichen Versuchsstände miteinander vergleichbar zu machen und so die jeweiligen Methoden weiterzuentwickeln.

Prüfstände erzeugen vergleichbare Resultate

Das Ergebnis des Vergleichs: Beide Prüfstände führen zu ähnlichen Einschätzungen der Leistungsfähigkeit der Bekleidungssysteme. Die Unterschiede in der Flammenrichtung machen eine ständige Austauschbarkeit der Prüfergebnisse derzeit jedoch noch nicht möglich. 

Die gewonnenen Erkenntnisse werden beim WISWehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien - ABC-Schutz bei der Weiterentwicklung des Prüfstandes berücksichtigt.

Eine Gruppe von Personen in einem Raum voller Schaubilder und Ausstellungsstücken.

Institutsleiter Dr. Sabath (2. v. l.) stellt den Gästen die Arbeit des WISWehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien - ABC-Schutz vor

Bundeswehr/Skadi Kesse

Erkenntnisse auch auf anderen Ebenen

Auch der Freifeld-Versuchstand „Hitzeblitz“ im Bereich „Kernwaffenwirkung und Ionisierende Strahlung“ stand für die Gäste auf dem Programm. Hier wird der Einfluss von starker Hitze auf verschiedene Materialien – zum Beispiel Fensterrahmen oder Fenstergläser – geprüft. Die extreme Hitze wird durch ein Aerosol aus Aluminiumpulver und flüssigen Sauerstoff erzeugt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen ebenfalls in zukünftige wehrtechnische Projekte von Deutschland und Frankreich ein.

von WIS 

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