Inhalt
Heer
Übung Freedom Shield

Modernes Gefechtstraining in Litauen ist Innovationstreiber

Gepanzerte Einheiten stehen sich auf dem Übungsplatz Pabradė in Litauen gegenüber. Es ist die zweite Phase von Freedom Shield 2026. Die Zweiparteien-Gefechtsübung ist die erste eigenständige Übung der Panzerbrigade 45 „Litauen“ und zugleich ihre bislang größte Bewährungsprobe.

Vor einem Kampfpanzer steht ein Soldat, der eine Drohne steuert.

Bundeswehr/Marco Dorow

Alle drei Kampfverbände der Brigade haben ihre Waffensysteme hochgefahren und treten als Angreifer und Verteidiger gegeneinander an. Der Ausbildungsgewinn ist enorm, denn der Gegner ist real. Fünf Tage lang, rund um die Uhr. Unterschiedliche Fähigkeiten und Waffensysteme verbinden sich zu einem Gefecht der verbundenen Waffen.

Im Fokus stehen die drei Kampfverbände der Brigade: das Panzergrenadierbataillon 122, das Panzerbataillon 203 sowie die Multinational Battlegroup Lithuania, ein gemeinsamer Verband aus Kräften mehrerer NATO-Länder. Insgesamt beteiligen sich acht Nationen an der Übung. Ein ausgeklügeltes Ausbildungsystem ermöglicht dabei den Einsatz realer Waffensysteme gegen einen echten Gegner. Ein weiteres Novum bei Freedom Shield 2026 ist die Operationszentrale Drohne.

„Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf einem realistischen, kriegsnahen und anspruchsvollen Szenario. Wir lassen alle Erkenntnisse und Entwicklungen moderner Kriegsführung einfließen. Natürlich leisten die Soldatinnen und Soldaten der Brigade damit auch einen wichtigen Beitrag im Rahmen der 10. Panzerdivision zur Abschreckung der NATO und stärken unsere Verteidigungsfähigkeit“, erklärt der Kommandeur der Panzerbrigade 45, Brigadegeneral Christoph Huber.

01

Das Gefecht wird digitaler

Grenadiere sitzen auf den Schützenpanzer Puma auf.

Bundeswehr/Marco Dorow

Moderne Gefechte sind ohne Drohnentechnologie kaum noch denkbar. Von der Aufklärung bis zur Wirkung prägen unbemannte Systeme zunehmend das Gefechtsfeld.

Rund 350 Drohnen setzt die Panzerbrigade 45 „Litauen“ bei Freedom Shield 2026 im Raum Pabradė ein. Gesteuert werden sie aus einer zentralen Operationszentrale. Dort werden die Bereiche Detektion, Wirkung und Drohnenabwehr koordiniert.

Für die Soldatinnen und Soldaten im Gefecht bedeutet das: Schutzschirme gegen feindliche Drohnen aufbauen, gegnerische Drohnenabwehr bekämpfen und gleichzeitig eigene unbemannte Systeme einsetzen. In einem ersten Schritt greifen Drohnen an oder klären auf. Danach folgen die gepanzerten Kräfte, um die Entscheidung im Gefecht herbeizuführen.

„Wir haben für diese Übung aus den Kampfverbänden der Brigade zwei annähernd gleich starke Parteien gebildet: Rot und Blau. Gegenangriff und Verteidigung wechseln sich fortwährend ab. Das Gefecht ist beweglich und hochdynamisch“, erklärt der Brigadekommandeur.

Der Nutzen liegt auf der Hand: Die Übung Freedom Shield bietet die Möglichkeit, aktuelle Innovationsansätze rund um unbemannte Systeme und die digitale Vernetzung von Sensoren und Wirkmitteln unter realistischen Bedingungen im multinationalen Umfeld weiterzuentwickeln. Genau das treibt die Digitalisierung der Landstreitkräfte voran.

02

Leopard, Vilkas, Puma und Drohne

Grenadiere sitzen auf den Schützenpanzer Puma auf.

Bundeswehr/Marco Dorow

Welliges Gelände, tückischer Tiefsand mit kilometerweiten Sichtstrecken, aber auch dichter Hochwald und moorige Abschnitte prägen den Gefechtsstreifen der Brigade.

Die Infanterie nutzt vor allem den dichten Wald, unwegsames Gelände und natürliche Deckungen. Die Kampfpanzer profitieren dagegen von offenen Flächen, die weitreichenden Waffeneinsatz und hohes Gefechtstempo ermöglichen.

Im Gefecht der verbundenen Waffen verschmelzen diese Fähigkeiten zu schlagkräftigen Verbänden. Für die Kräfte Rot bedeutet das: Die Leopard-Kampfpanzer des Panzerbataillons 203, die Schützenpanzer Puma des Panzergrenadierbataillons 122 und die litauischen Infanteristen auf dem Radschützenpanzer Vilkas wirken eng zusammen.

03

Kein Gefecht ohne Drohne

Zwei Drohnen während des Fluges in Großaufnahme.

Bundeswehr/Marco Dorow

Die Drohnenbediener sind ständig Teil des Gefechts und kommen mit unterschiedlicher Intensität zum Einsatz. Die Panzergrenadiere nutzen Drohnen für Aufklärung, Führungsunterstützung und Wirkung. Hinzu kommen Drohnenabwehrsysteme zum Schutz von Personal und Fahrzeugen im Nah- und Nächstbereich.

Bereits in der frühen Phase der Aufklärung sucht Rot die Fühlung zum Gegner und verdichtet das eigene Lagebild. Das typische Surren von Drohnen führt dabei zu einer spürbaren Anspannung und einer neuen Sensibilität auf dem Gefechtsfeld.

Die Bevara, ein stark gewundener Flusslauf mit teilweise unwegsamen Abschnitten, teilt den Gefechtsstreifen. Sowohl Rot als auch Blau können das Gewässer nur an wenigen Stellen überwinden. Mit dem Gefechtsbefehl setzen sich schließlich die Kampfeinheiten in Bewegung. Die Kommandeure suchen die Entscheidung im Gefecht.

04

Wer den Übergang hat, bleibt im Angriffsschwung

Ein Schützenpanzer fährt über eine Panzerbrücke.

Bundeswehr/Marco Dorow

Dass die Übergänge an der Bevara entscheidend sein werden, hat auch die Aufklärung der blauen Partei ergeben. Niederländische Panzergrenadiere mit ihren CV90-Schützenpanzern, norwegische Leopard-Kampfpanzer und deutsche Pioniere konzentrieren ihre Kräfte entlang dieser markanten Geländeformation. Pioniere verstärken das Gelände gegen den Gegner oder machen Übergänge für die eigene Truppe nutzbar. Wenn nötig, werden Brücken „gesprengt“, um dem Gegner den Angriffsschwung zu nehmen.

Immer mit dabei: Drohnen. Ihre Sensorik ermöglicht Echtzeitaufklärung weit über die Übergänge hinaus. Zielaufklärung und Zielzuweisung beschleunigen die Lagefeststellung erheblich. Gerade für die Infanterie bedeutet dies einen deutlichen Zugewinn an Überlebensfähigkeit.

Die Vernetzung von Sensoren, Führungsmitteln und Feuerkraft verkürzt den Zeitraum bis zur Bekämpfung eines Zieles deutlich. Bedrohungen können schneller erkannt und ausgeschaltet werden. Auch die Elektronische Kampfführung spielt eine zentrale Rolle. Eigene Kommunikation und Sensorik müssen geschützt, gegnerische Signale aufgeklärt und gegebenenfalls gestört werden.

05

Durch den Entschluss zur Entscheidung

Auf dem Panzerturm wurden Netze befestigt.

Bundeswehr/Marco Dorow

Bis zu diesem Zeitpunkt haben Rot und Blau bereits tief in das gegnerische Gelände aufgeklärt und Wirkung erzielt. Das von Drohnen und Sensoren gesättigte Gefechtsfeld verlangt den militärischen Führern dennoch einen Entschluss ab. Über Sieg oder Niederlage entscheidet letztlich weiterhin der gerichtete Einsatz von Kampfkraft.

Der Angriffsschwung und die Feuerkraft der Leopard-Kampfpanzer zwingen die blauen Kräfte in die Defensive. In der Verteidigung geben die Soldaten bewusst Raum preis, um Zeit zu gewinnen. Zeit, die sie für einen Gegenangriff nutzen. Bei Freedom Shield 2026 müssen die Soldatinnen und Soldaten ihre Lage immer wieder neu bewerten. Angriff und Verteidigung wechseln fortlaufend. 

Die Übung ist für die Panzerbrigade 45 „Litauen“ zugleich ein Innovationslabor. Neue Verfahren, Technologien und Einsatzkonzepte werden unter realitätsnahen Bedingungen erprobt und weiterentwickelt. Der Umgang mit Drohnen, Counter-UAS-Systemen sowie die digitale Vernetzung von Sensoren und Wirkmitteln werden hier nicht nur geübt, sondern aktiv weiterentwickelt.

Brigadegeneral Christoph Huber zeigt sich mit der zweiten Phase von Freedom Shield zufrieden: „Wir reagieren auf die Erfahrungen aus der Ukraine und passen das Gefecht den neuen Herausforderungen an. Die Panzerbrigade 45 zeigt sich innovativ auf dem Weg zur vollen Kriegstüchtigkeit. Ich bin sehr stolz auf meine Soldatinnen und Soldaten.“

Mehr zum Thema

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo der Bundeswehr

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung