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Heer
Vorbereitet auf den Ernstfall

Freedom Shield 2026: Gefechtsübung in Litauen

Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ trainiert bei Freedom Shield 2026 erstmals das Gefecht auf litauischem Boden. Mit Drohnen, Kampf- und Schützenpanzern, Elektronischer Kampfführung, Artillerie und Hubschraubern üben die Kampftruppe und ihre Unterstützer aus der gesamten Bundeswehr genau dort, wo sie im Ernstfall das Baltikum verteidigen müssen.

Ein Panzer schießt auf einer sandigen Freifläche. Ein heller Feuerball wird sichtbar.

Bundeswehr/Marco Dorow

In den vergangenen Tagen hat die Panzerbrigade 45 die ihr zu Jahresbeginn unterstellten Kampftruppenverbände aus Deutschland auf den litauischen Truppenübungsplatz Pabradė verlegt. Dabei handelt es sich um das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf und das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach. Ziel der Gefechtsübung ist es, Feuerkraft, Beweglichkeit und das Zusammenspiel aller Kräfte unter realistischen Bedingungen weiter zu stärken.

Mit dieser ersten Brigadegefechtsübung beginnt für den Großverband die neue Übungsserie Freedom Shield – ein wichtiger Schritt beim Aufbau einer dauerhaft einsatzbereiten Brigade in Litauen. Zweimal jährlich wird die Brigade künftig ihre Verteidigungsbereitschaft unter Beweis stellen, ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und ihre Schlagkraft ausbauen.

Training mit modernem Duellsimulator

Die Panzerbrigade 45 ist auf dem besten Weg zur voll ausgestatteten und dauerhaft stationierten Brigade. Für Freedom Shield werden in Pabradė rund 2.900 Soldatinnen und Soldaten, darunter etwa 2.400 Deutsche, sowie rund 800 Fahrzeuge aus acht NATO-Staaten zusammengeführt. Die einsatzerfahrenen Bataillone aus Augustdorf und Oberviechtach haben ihre Kampfpanzer Leopard 2 A7 und Schützenpanzer Puma S1 bereits ins Baltikum verlegt.

Das Panzerbataillon 203 wird, verstärkt durch Kräfte des Panzergrenadierbataillons 122, gemeinsam mit der Multinational Battlegroup Lithuania aus Rukla unter Führung des Brigadestabs trainieren. Dabei unterstützen vor Ort Kräfte des Gefechtsübungszentrums Heer (GÜZ). Das ist ein Novum, denn bisher mussten die Verbände zur Ausbildung und Zertifizierung ins GÜZ in die Altmark nach Deutschland verlegen. Nun wird das Ausbildungssystem des GÜZ erstmals temporär nach Litauen geschafft – genau dorthin, wo die Soldatinnen und Soldaten künftig dauerhaft stationiert sein werden und im Ernstfall jeden Meter NATO-Gebiet verteidigen müssen.

Von Bahnentladung bis Gefecht der verbundenen Waffen

Sicherheit für Litauen und die NATO

Die Panzerbrigade 45 ist Teil der 10. Panzerdivision. Diese ist seit dem 1. Januar 2025 mit ihren bis zu 24.000 Soldatinnen und Soldaten als deutscher Beitrag zur Verteidigung der NATO-Ostflanke in Litauen der NATO zugeordnet. Die Brigade ist damit ein zentraler Bestandteil des deutschen Engagements im Bündnis.

Ziel ist es, die Verbündeten im Baltikum durch dauerhaft stationierte, robuste und einsatzbereite Kräfte zu stärken. So soll potenziellen Gegnern glaubhaft vermittelt werden, dass jeder Angriff auf das Bündnisgebiet eine entschlossene Reaktion der NATO nach sich ziehen würde. Grundlage dafür ist Artikel 5 des Nordatlantikvertrags, der die kollektive Verteidigung aller Bündnispartner regelt.

Mit dem Aufbau der Panzerbrigade 45 unterstreicht Deutschland seine Rolle als verlässlicher Partner innerhalb der NATO. Die Bundesrepublik übernimmt Verantwortung für die Sicherheit des Bündnisses und steht für die Verteidigung von Freiheit, Souveränität und territorialer Integrität. Freedom Shield sendet dabei eine klare Botschaft: Die NATO ist bereit, ihr Bündnisgebiet zu schützen.

Ein Soldat steht auf einem Feld vor drei Schützenpanzern. Brigadegeneral Christoph Huber, Kommandeur Panzerbrigade 45 „Litauen“ Bundeswehr/Fabian Hauschild
„Das Herstellen der Kriegstüchtigkeit bestimmt unseren Alltag. Mit Freedom Shield zeigen wir: Wir sind militärische Profis, wir verstehen unser Handwerk. Die Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 45 ‚Litauen‘ werden ihren Auftrag zum Schutz der Freiheit ohne jeden Zweifel erfüllen.“

So läuft Freedom Shield 2026 ab

Brigadegeneral Christoph Huber ist Kommandeur der Heeresbrigade in Litauen. Nun steht mit Freedom Shield die erste gemeinsame Übung an. „Nachgefragt Extra“-Moderator Oberstleutnant David Zeidler reiste ins Baltikum, um Näheres zu erfahren.

Freedom Shield I 2026 verbindet mehrere Ausbildungsabschnitte zu einem durchgehenden Übungsszenario. Den Auftakt bildete die Verlegung von Personal, Material und Fahrzeugen nach Litauen. Anschließend erfolgten die Vorbereitung und die Einrüstung des digitalen Waffentrainingssystems AGDUS. Es ermöglicht realitätsnahe Gefechtssimulationen im Gelände, bei denen Laser und Sensoren den Einsatz scharfer Munition ersetzen.

Nach einer intensiven Ausbildungsphase auf Kompanieebene folgt die Gefechtsübung der gesamten Brigade. Den Abschluss bildet das scharfe Schießen im Zusammenwirken aller Kräfte auf Ebene eines verstärkten Kampftruppenbataillons.

Freedom Shield verbindet acht Nationen

Wie im Einsatzfall stehen die deutschen Kräfte dabei nicht allein. Gemeinsam mit den litauischen Landstreitkräften und Soldatinnen und Soldaten aus sechs weiteren Nationen trainieren die Verbände das Gefecht der verbundenen Waffen – das koordinierte Zusammenwirken aller Fähigkeiten und Waffensysteme der Brigade. Ziel ist eine jederzeit verfügbare Einsatzbereitschaft nach dem Grundsatz „Fight Tonight“. Im Falle einer Alarmierung muss jeder Handgriff sitzen.

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