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„Nachgefragt Extra“

„Hier wird die Freiheit verteidigt, wenn es erforderlich ist“

Brigade Litauen

„Hier wird die Freiheit verteidigt, wenn es erforderlich ist“

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Die Brigade Litauen der Bundeswehr nähert sich ihrer vollen Einsatzbereitschaft mit großen Schritten. Mit der Eingliederung ihrer drei Kampfbataillone hat die Brigade Anfang 2026 einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nun folgt der nächste: Bei Freedom Shield übt der Großverband erstmals gemeinsam das Gefecht – am Ende auch im scharfen Schuss.

Wie angespannt die Sicherheitslage im Baltikum ist, zeigen die Vorfälle der vergangenen Wochen. Mehrfach griffen NATO-Kampfjets ein, nachdem Drohnen in den Luftraum von Estland und von Lettland eingedrungen waren. In Litauen wurde Luftalarm ausgelöst, nachdem eine Drohne aus Belarus Kurs auf den baltischen Staat genommen hatte. Es waren nicht die ersten dieser Vorfälle – Russland testet immer wieder die NATO-Schutzmaßnahmen an der Ostflanke Europas aus.

Dass diese offensichtlich greifen, stimmt Brigadegeneral Christoph Huber zuversichtlich. „Wir können darauf vertrauen, dass wir als NATO insgesamt nicht überrascht werden“, sagt der Kommandeur der Panzerbrigade 45 der Bundeswehr in Litauen. Die NATO habe die von den Drohnen ausgehende Gefahr frühzeitig erkannt und gut reagiert. Auch gegen hybride Angriffe sei die NATO im Baltikum gut aufgestellt, versichert der General dem Moderator von „Nachgefragt Extra“, Oberstleutnant David Zeidler. „Ich kann da nicht in Details gehen, aber wir haben ein glasklares Lagebild von den Möglichkeiten, die hier auf belarussischer und russischer Seite vorhanden sind.“ Die Soldatinnen und Soldaten der Brigade sowie deren Angehörige seien für die Problematik sensibilisiert worden, so der Kommandeur. 

Künftig werden rund 4.800 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf Dauer die NATO-Ostflanke in Litauen schützen. „Hier wird die Freiheit verteidigt, wenn es erforderlich ist. Und genau dafür steht die Panzerbrigade 45 Litauen ein“, sagt Huber. Der Aufbau der Brigade gehe planmäßig voran: Anfang des Jahres wurden dem Großverband seine drei Kampfbataillone unterstellt, nun wird erstmals gemeinsam geübt. Es gehe darum, die Soldatinnen und Soldaten auf das zukünftige Konfliktszenario vorzubereiten. „Der erste Feindkontakt wird unbemannt stattfinden“, weiß der General. „Und das bedeutet ganz klar für mich: Wir müssen Drohnen abwehren.“ 

Eine Operation der gepanzerten Einheiten der Brigade – also von Kampfpanzern, Panzergrenadieren und Pionieren – müsse im Zeitalter der Drohnenkriegsführung überhaupt erst einmal möglich gemacht werden, so der General. Und genau dies werde auf dem Truppenübungsplatz Pabrade vier Wochen lang intensiv trainiert: an der Seite der litauischen Streitkräfte, mit 2.600 Soldatinnen und Soldaten aus acht Nationen.

Vier Wochen kriegsnahe Ausbildung

„Die ersten zwei Wochen sind geprägt durch Ausbildung zu verschiedenen Themen“, sagt Huber. Anschließend werde das Gefecht der verbundenen Waffen unter realitätsnahen Bedingungen trainiert: Erst mit Hilfe des „Ausbildungsgeräts Duellsimulator“, genannt AGDUS, einer Art Lasertag für militärische Zwecke, und schließlich auch im scharfen Schuss. „Über fünf Tage hinweg, 24 Stunden, wird das Gefecht hier auf dem Truppenübungsplatz Pabrade toben in höchster Intensität“, sagt Huber. Es gelte, Schutzschirme gegen gegnerische Drohnen aufzubauen und die Drohnenabwehr des Gegners zu zerschlagen, dann mit unbemannten Systemen anzugreifen und schließlich mit den Panzertruppen die Entscheidung zu suchen.

Die immer wieder vorgebrachten Einwände, dass eine Gefechtsübung so nahe am russischen Einflussgebiet weitere Spannungen auslösen könnte, lässt Huber nicht gelten – schließlich sei die NATO ein reines Verteidigungsbündnis. „Wir stehen für Verteidigung und sind damit genau das Gegenteil zum aggressiven russischen Expansionsverhalten, das gegipfelt hat in diesem furchtbaren, grausamen Angriffskrieg gegen die Ukraine“, stellt der General noch einmal klar. Die Brigade Litauen stehe im Baltikum für Freiheit, Menschenwürde und Menschenrechte ein, so ihr Kommandeur. „Wir verteidigen hier die NATO-Ostflanke in Litauen. Und damit verteidigen wir auch gleichzeitig Deutschland und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes.“ Ende 2027 soll die volle Einsatzbereitschaft der Brigade erreicht sein.

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