Großübung: Hubschrauber-Crash auf Militärflugplatz
Übung- Datum:
- Ort:
- Laupheim
- Lesedauer:
- 2 MIN
Ob Flugplätze, Truppenübungsplätze oder Munitionslager: Die Bundeswehr-Feuerwehr schützt militärische Liegenschaften mit besonderen Gefahrenpotenzialen. Bei einer Großübung auf dem Militärflugplatz Laupheim trainierten am 13. Juni 2026 rund 300 Einsatzkräfte gemeinsam mit regionalen Feuerwehren die Bewältigung eines komplexen Flugunfalls.
Menschenrettung steht an erster Stelle
Bundeswehr/Kevin Kügele
Wo immer die Bundeswehr fliegt, übt und einsatzbereit bleibt, sorgt die Bundeswehr-Feuerwehr für Sicherheit. Das gilt auch für den Militärflugplatz Laupheim, Heimat des Hubschraubergeschwaders 64 der Luftwaffe. Von hier aus werden Lufttransport-, Unterstützungs- und Evakuierungsaufträge für die Streitkräfte durchgeführt.
Der Schutz solcher militärischen Liegenschaften erfordert spezielle Kenntnisse, besondere Ausrüstung und auf militärische Anforderungen abgestimmte Einsatzverfahren. Damit diese Fähigkeiten jederzeit abrufbar sind, trainieren die Einsatzkräfte regelmäßig unter möglichst realistischen Bedingungen.
Es beginnt mit einer Kollision zweier Hubschrauber im Anflug auf den Flugplatz. Eine CH-53 und eine Alouette stoßen im Luftraum über der Liegenschaft zusammen. Wenige Augenblicke später steigen Rauchsäulen über dem Gelände auf. Die Trümmerteile der Maschinen verteilen sich über ein weites Areal, treffen Menschen und Gebäude.
Aus dem Flugunfall wird innerhalb kürzester Zeit eine komplexe Großschadenslage mit mehreren Einsatzstellen. Brände breiten sich aus, Verletzte müssen versorgt, Gefahrenbereiche gefunden und abgesichert werden. Für die Einsatzkräfte zählt jetzt jede Minute.
Schnell erkennt die Einsatzleitung, dass die örtliche Bundeswehr-Feuerwehr an ihre personellen und materiellen Grenzen stößt, und fordert Unterstützung an. Die kommt von der kommunalen Feuerwehr. Bei der Großübung in Laupheim beteiligen sich rund 300 Teilnehmende von der Bundeswehr-Feuerwehr und regionalen Feuerwehren, Rettungsdiensten sowie Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz und dem Arbeiter-Samariter-Bund. Zum Einsatz kommen nicht nur Feuerwehrfahrzeuge und Rettungsmittel, sondern auch schweres Gerät und Spezialausstattung für technische Hilfeleistungen und die Gefahrenabwehr.
Alle Einsatzkräfte arbeiten konzentriert Hand in Hand. Im Verlauf der Übung müssen sie mehrere Einsatzstellen gleichzeitig bewältigen, Verletzte retten, Brände bekämpfen und Gefahrstoffe sichern. Deshalb ist es wichtig, dass Einsatzkräfte das militärische und zivile Vorgehen kennen und regelmäßig gemeinsam trainieren. Übungen wie diese ermöglichen es, Führungsstrukturen, Kommunikationswege und taktische Verfahren unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben.
Unklare Lage: Die Einsatzkräfte verschaffen sich einen ersten Überblick über die Anzahl und Lage der verletzten Personen in einem Trümmerteil.
Bundeswehr/Kevin Kügele
Raus aus dem Gefahrenbereich und Verletzten helfen
Bundeswehr/Kevin Kügele
Erstversorgung am Einsatzort
Bundeswehr/Kevin Kügele
Ein Rotorblatt hat sich durch die Windschutzscheibe ins Auto gebohrt und einen Unfall verursacht. Die verletzten Insassen müssen mit Rettungsschere und Spreitzer aus dem Auto befreit werden.
Die Großübung in Laupheim zeigt, wie eng Bundeswehr-Feuerwehr, Rettungsdienste und Feuerwehren bereits heute verzahnt sind. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass die zivil-militärische Zusammenarbeit ein wesentlicher Baustein für eine wirksame Gefahrenabwehr ist – auf militärischen Liegenschaften ebenso wie bei Katastrophenlagen in der Region.
von Melanie Schneider E-Mail schreiben