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Arrow-Stationierung im Allgäu für den Schutz Deutschlands

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Arrow-Stationierung im Allgäu für den Schutz Deutschlands

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Die Bundeswehr hat im Großraum Kaufbeuren den künftigen Standort der Einsatzstellung Süd des Arrow-Luftverteidigungssystems gefunden. Damit steht neben dem Standort im Osten auch der im Süden fest. Das System kann das gesamte Territorium Deutschlands gegen ballistische Raketen schützen – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Dr. Götz, Ministerpräsident Markus Söder und der Inspekteur der Luftwaffe bei der Pressekonferenz.

Auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren übergab Bayerns Ministerpräsident Söder (m.) dem Inspekteur der Luftwaffe (r.) und dem Hauptabteilungsleiter Aufwuchs im BMVg, Dr. Alexander Götz, die Urkunde für die Überlassung des Areals im Großraum Kaufbeuren

Bundeswehr/Leon Belz

Mit dem Arrow Weapon System for Germany (AWS-G) erlangt die Bundeswehr erstmals die Fähigkeit zur Frühwarnung und Bekämpfung anfliegender Raketen außerhalb der Erdatmosphäre. Das System wird an mehreren, über Deutschland strategisch verteilten Stellungsbereichen in Nord, Ost und Süd aufgebaut und als ein zusammengeschaltetes System betrieben.

Die Errichtung einer Sensorstellung im Großraum Kaufbeuren bietet die optimalen Voraussetzungen, um den Schutz des gesamten Territoriums Deutschlands zu erreichen. Die Entscheidung für diesen Standort gaben am 30. Juni 2026 Dr. Alexander Götz, Hauptabteilungsleiter Aufwuchs im Verteidigungsministerium, Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, bekannt.

Der Sensor Süd: Unverzichtbar für das AWS-G

„Dies ist eine Entscheidung von großer strategischer Bedeutung“, sagte Neumann beim Pressetermin im Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe, Abteilung Süd, auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren. Mit dem Sensor Süd in Bayern schafft die Bundeswehr einen unverzichtbaren Bestandteil der neuen Fähigkeit. Denn die nun feststehende Aufteilung ermöglicht die beste Abdeckung des gesamten Territoriums der Bundesrepublik. Sie schafft eine hohe Wirksamkeit und die notwendige Resilienz, um auch vor Ausfällen, Störungen oder Sabotagen geschützt zu sein. Wie geplant und berichtet, wurde bereits im Dezember 2025 die Anfangsbefähigung des Systems in der Annaburger Heide hergestellt.

Die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigt, dass militärische Bedrohungen auch aus der Luft wieder Realität geworden sind. Gleichzeitig nehmen Zahl, Weiterentwicklung und Verbreitung ballistischer Raketen weltweit zu. „Deutschland muss auf diese Entwicklung reagieren“, so der Inspekteur der Luftwaffe. „Deshalb beschaffen wir das Waffensystem AWS-G im Rahmen des Aufbaus der Fähigkeit zur Territorialen Flugkörperabwehr.“

Bayern überlässt dem Bund Grundstücke

Um den neuen Standort des Luftverteidigungssystems AWS-G im Süden Deutschlands aufbauen zu können, überlässt das Land Bayern Grundstücke, die von den Bayerischen Staatsforsten bewirtschaftet werden, dem Bund zur Nutzung. Jetzt können alle Untersuchungen und Vorbereitungen durchgeführt werden, die für Bau und Betrieb der Anlage notwendig sind. Langfristig ist ein Verkauf oder Tausch mit Eigentumsübertragung angestrebt.

Generalleutnant Neumann dankte dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder für die Zusammenarbeit im „gemeinsamen Verständnis, dass Sicherheit eine gesamtstaatliche Aufgabe ist“. Ein Vorhaben dieser Größenordnung gelinge nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen: Kommunen, Fachbehörden, politische Entscheidungsträger, das Ministerium, die Bundeswehr und weitere Partner. Der Freistaat Bayern sei seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner der Bundeswehr.

Militärische Nutzung und Denkmalschutz

Doch nicht nur mit der Überlassung des Areals, sondern unter anderem auch mit dem bayerischen „Gesetz zur Förderung der Bundeswehr“ unterstützt der Freistaat den Aufwuchs der Bundeswehr. In diesem Gesetz wird dem militärischen Nutzen gegenüber dem Denkmalschutz Vorrang eingeräumt, wenn es um Gebäude in militärischen Liegenschaften geht. Dadurch können für den benötigten Aufwuchs bestehende Liegenschaften deutlich schneller und bedarfsgerecht angepasst werden.

„Denkmalschutz sollte nicht bedeuten, Gebäude unter eine Glasglocke zu stellen“, betonte der Inspekteur der Luftwaffe. Ziel sei es vielmehr, Geschichte zu bewahren und zugleich eine Nutzung zu ermöglichen, die den Anforderungen der Gegenwart gerecht wird. Auch wenn, wie am Standort Kaufbeuren, kein Erlaubnisverfahren bei Änderungen an Denkmälern mehr erforderlich ist, bleibt Denkmalschutz wichtig. Daher beteiligt die Bundeswehr vor entsprechenden Maßnahmen auch in Zukunft die zuständigen Landesbehörden, um denkmalpflegerische Belange zu berücksichtigen.

von Stefanie Pfingsten

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