Ramstein Flag 2025: Luftstreitkräfte üben Verteidigungsfall
Am 31. März beginnt die NATO-Übung Ramstein Flag 2025, an der fast 100 Flugzeuge beteiligt sind – auch die Luftwaffe ist dabei.
Die Luftwaffe probt in der Manöverserie jährlich den Ernstfall moderner Luftkriegsführung, von der Taktik bis zur Logistik.
Um im rasanten Wandel der modernen Kriegsführung zu bestehen, erprobt die NATO bei Ramstein Flag standardisierte Abläufe unter Realbedingungen. Schwerpunkte des Manövers sind Flugabwehr, Raketenverteidigung und dezentrale Verlegekonzepte. Die Luftwaffe bringt dafür Eurofighter, Tornados und Logistik ein.
Die NATO beraumt die Übung Ramstein Flag einmal im Jahr an, um die standardisierten Einsatztaktiken, Verfahren und Abläufe rigoros auf den Prüfstand zu stellen. Diese werden auch als Tactics, Techniques and Procedures bezeichnet. Im Fokus stehen bei Ramstein Flag drei Kernkompetenzen, die über Sieg oder Niederlage im Luftraum der Gegenwart entscheiden:
Die Luftwaffe ist traditionell einer der wichtigsten Truppensteller dieser Manöverserie. Für die Bundeswehr ist die Teilnahme ein klares Bekenntnis zur Lastenteilung im Bündnis. Deutschland beteiligt sich schwerpunktmäßig mit seinen Eurofighter- und Tornado Geschwadern. Zudem bringt die Luftwaffe ihre Fähigkeiten im Bereich des elektronischen Kampfes und der taktischen Lufttransportlogistik ein.
Für das deutsche Kontingent bietet der extreme Radius der Übung – von den Stützpunkten in Skandinavien bis hinab nach Spanien – die perfekte Gelegenheit, die logistische Verlegung über Tausende Kilometer hinweg unter Realbedingungen zu beweisen.
Rund 140 Kampfjets des Typs Eurofighter hat die deutsche Luftwaffe
Von der Aufklärung bis zum Kampf – der PA-200 Tornado kann vieles.
Der MMU-Flieger betankt die NATO und transportiert Material und Personal.
Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Ramstein Flag.
Kriegsführung verändert sich rasant. Die NATO richtet die Flag-Serie, deren historisches Vorbild das Red-Flag-Programm der US Air Force aus dem Jahr 1975 ist, als jährliche Übung aus, um mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten. Einmal im Jahr müssen die taktischen Verfahren komplett auf den Prüfstand gestellt werden. Das Ziel ist es, die drei Kern-Kompetenzen der Luftkriegsführung zu beherrschen: Ausschalten der feindlichen Flugabwehr, integrierte Luft- und Raketenverteidigung sowie die schnelle Verlegung und Dezentralisierung von fliegenden Verbänden.
Während die erste Auflage der Übung noch im mediterranen Luftraum Griechenlands stattfand und die darauffolgende Version 2025 über der Nordsee ausgetragen wurde, sprengt die Ramstein Flag 2026 alle bisherigen geografischen Dimensionen. Die Operationsgebiete reichen vom nördlichsten Zipfel Norwegens und Finnlands bis in den Süden Spaniens. Die NATO-Beitritte von Finnland und Schweden 2023/2024 haben die Sicherheitsarchitektur an der Nordflanke des Bündnisses komplett verändert. Der arktische Raum ist direktes Grenzgebiet und strategischer Dreh- und Angelpunkt im Falle eines Artikel-5-Szenarios, also des NATO-Bündnisfalls.
Anfang 2026 aktivierte die NATO die „erweiterte Wachsamkeitsaktivität“ (enhanced Vigilance Activity / eVA) Arctic Sentry. Die Übung im Norden dient dazu, die bei Ramstein Flag gewonnen Einsatztaktiken direkt mit echten Flugstunden zu validieren. Die skandinavischen Weiten bieten zudem den nötigen Platz für großflächige, ungestörte Überschall- und Elektronik-Kampfszenarien.
Nein, im Sinne der Multi-Domain Operations sind bodengebundene Flugabwehrsysteme des Typs Patriot sowie Einheiten der Marine in einer sogenannten Joint Engagement Zone vernetzt. Sogar Spezialkräfte am Boden sind integriert. Sie sollen Ziele per Laser für die Jets markieren.