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EU-Mission Irini: Die „Berlin“ verlegt ins Mittelmeer

EU-Mission Irini: Die „Berlin“ verlegt ins Mittelmeer

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Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
Lesedauer:
2 MIN

Am 5. März hat der Einsatzgruppenversorger Wilhelmshaven verlassen, um sich der EUNAVFOREuropean Union Naval Forces MEDMediterranean Operation Irini anzuschließen. Unter dem Kommando von Fregattenkapitän Stefan Klatt übernehmen Schiff und Besatzung das nächste Kontingent für die Bundeswehr-Beteiligung an der europäischen Marinemission.

Ein großes graues Schiff, im Vordergrund ein kleiner Schlepper.

Mit Schlepperhilfe verlässt die 20.000 Tonnen große „Berlin“ ihren Heimathafen

Bundeswehr/Leon Rodewald

„Einmal mehr freue ich mich darauf, mit dieser Crew in den Einsatz zu gehen. Was die Männer und Frauen der ‚Berlin' in den letzten Wochen unter Pandemiebedingungen geleistet haben, um das Schiff und die Menschen optimal auf das Bevorstehende vorzubereiten, verdient meine Hochachtung. Das Schiff ist einsatzklar, alle sind gesund und guter Dinge“, sagt Klatt.

Hauptauftrag des Einsatzgruppenversorgers (EGVEinsatzgruppenversorger) wird sein, das vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängte Waffenembargo gegen die Bürgerkriegsparteien in Libyen durchzusetzen. Dazu gehört auch, die Seeregion auf die illegale Ausfuhr von Erdöl und Kraftstoff aus Libyen zu überwachen sowie relevante Informationen darüber zu sammeln und weiterzuleiten.

Eine Premiere: U-Jagd-Hubschrauber auf einem Einsatzgruppenversorger

Erstmals werden bei diesem Einsatz zwei Bordhubschrauber vom Typ Sea Lynx auf einem EGVEinsatzgruppenversorger eingeschifft. Sie vergrößern als „fliegendes Auge“ die Überwachungsreichweite des Marineschiffs. Auch bringen sie Boarding-Teams auf zu kontrollierende Schiffe. Die Helikopter übernehmen damit wichtige Aufgaben zur Durchsetzung des Auftrags. Daneben stehen sie auch für logistische Aufgaben wie den Transport von Personal und Material zu Verfügung.

Insgesamt kommen mit den Hubschraubern 18 Soldatinnen und Soldaten aus dem Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz an Bord. Sie gewährleisten neben dem reinen Flugbetrieb auch Wartung und Instandhaltung der Maschinen. Ebenfalls an Bord sind 11 Boardingsoldaten vom EU-Partner Litauen.

Ein Sodat in Flecktarnuniform salutiert vor einem großen grauen Schiff im Hintergrund.

In Pandemiezeiten sind Auslaufen sehr bescheidene Zeremonien geworden. Statt vieler Familienangehöriger und Freunde stand nur Kommandeur Flottillenadmiral Ralf Kuchler mit Söhnen auf der Pier.

Bundeswehr/Leon Rodewald
Nahaufnahme der grauen Brückenaufbauten eines großen Schiffs; Marinesoldaten in blauer Arbeitsuniform winken.

Herzlich bleiben diese Abschiede trotzdem: Kommandant Stefan Klatt gibt die Grüße seines Chefs aus der Brückennock zurück.

Bundeswehr/Leon Rodewald

„Die Herausforderung ist der Auftrag. Dazu sind wir nach meinem Dafürhalten gut aufgestellt“, so Kommandant Klatt. „Wir haben das richtige Personal und auch die Ausrüstung, um genau diesen Auftrag gut zu erfüllen. Die zweite Herausforderung ist, wie schon im Jahr zuvor, die Gesundheit der Besatzung zu gewährleisten. Und damit meine ich gerade den Schutz vor COVID-19Coronavirus Disease 2019.“ Kurz vor dem Einsatz hatten sich über 90 Prozent der Besatzung freiwillig impfen lassen. Ein sonst gewohnter Landgang für die Crew während der Einsatzzeit wird aber auch diesmal nicht möglich sein.

Für den Kommandanten der „Berlin“ ist eins klar: „In erster Linie sind es nicht irgendwelche speziellen Maßnahmen der Betreuung, die den Einsatz leichter machen. An erster Stelle steht ein guter und respektvoller Umgang miteinander und gleich danach kommt meines Erachtens der Erfolg als Kriegsschiff der Deutschen Marine im Einsatz. Diese beiden Dinge zusammen lassen einen vieles aushalten; wertgeschätzt werden und erfolgreich sein. Schon im letzten Jahr haben wir eine gute Balance zwischen Routinedienst, Einsatzaufgaben, Übungen und Freizeit gefunden.“

Der EGVEinsatzgruppenversorger hatte vergangenes Jahr bereits unter Pandemiebedingungen an der NATO-Aktivität in der Ägäis teilgenommen. Ebenfalls schon unter dem Kommando von Stefan Klatt war die Besatzung fünfeinhalb Monate im Einsatz gewesen, ohne an Land gehen zu können.

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