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Sicherheit auf See

NATO-Marinemanöver BALTOPS 2026: Militärübung auf der Ostsee

NATO-Marinemanöver BALTOPS 2026: Militärübung auf der Ostsee

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Im polnischen Gdynia hat Anfang Juni BALTOPS 2026 begonnen, die 55. Auflage des jährlichen Ostsee-Marinemanövers. Unter Führung der U. S. Navy trainieren rund 6.000 Soldatinnen und Soldaten mit 20 Schiffen aus 15 Nationen. Die NATO-Militärübung dauert zwei Wochen und endet traditionell zum Auftakt der Kieler Woche in Kiel.

Mehrere Soldaten stehen auf einem Schiff, während sie den Hafen verlassen

Am 1. Juni verließ der Verband den Rostocker Hafen, um sich BALTOPS 2026 anzuschließen. Bei dieser NATO-Übung übte die Deutsche Marine mit Bündnispartnern den Schutz des freien Seeverkehrs in der Ostsee.

Bundeswehr/Sidney Gellert

Das multinationale Großmanöver BALTOPS ist nicht nur Ausdruck guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit der Ostseeanrainerstaaten, sondern mittlerweile strategische Notwendigkeit. Die Ostsee ist zunehmend Schauplatz hybrider Angriffe sowie von Sabotageakten auf, über und unter Wasser. Immer häufiger wird die maritime kritische Infrastruktur Deutschlands und seiner Alliierten ausspioniert und beschädigt. Und immer öfter kommen auch unbemannte Fahrzeuge zum Einsatz. All dies und die Gefahr eines militärischen Konflikts mit Russland erfordern eine zeitgemäße Antwort der Allianz.

So gelingt BALTOPS: mit Feuerkraft und Fähigkeitsmix

Die Deutsche Marine zeigt bei der NATO-Übung BALTOPS 2026 Flagge und Schlagkraft: mit der Fregatte „Sachsen-Anhalt“, den Korvetten „Braunschweig“ und „Erfurt“, dem U-Boot „U 34“ und einem Seefernaufklärer des Typs P-8A Poseidon. Mit dem Commander Task Force Baltic – kurz CTF – in Rostock übernimmt sie zudem erneut eine Führungsrolle.

Entscheidend für den Erfolg im Ernstfall wie in der Übung ist, dass die beteiligten Partner ein breites Fähigkeitsspektrum einbringen und die Kooperation reibungslos funktioniert. Zum Manöver gehören vor allem Kampf- und Versorgungsschiffe. Verstärkt kommen nun auch unbemannte Systeme zum Einsatz: „Alle BALTOPS-Einheiten erhöhen die Präsenz der NATO im Seegebiet und unterstützen somit auch die NATO-Aktivität Baltic Sentry. Dabei werden Schiffe, Boote und Marineflieger sowie unbemannte Systeme im Einsatz sein“, so Konteradmiral Stephan Haisch, der Commander (Kommandeur) der Task Force Baltic.

Schutz der Seewege und kritischer Infrastruktur

BALTOPS hat zwei maritime Schwerpunkte: die Sicherung des freien Seeverkehrs in der Ostsee und die Demonstration eines robusten Abschreckungspotenzials – auf, über und unter Wasser. Dabei bildet das Übungsszenario alle Aspekte der Landes- und Bündnisverteidigung ab. Das schließt auch Operationen zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus im Seegebiet ein. Gleichzeitig steht das gemeinsame Training sinnbildlich für eine Aufgabe, die über die Ostsee hinausgeht: die gemeinsame Sicherung der gesamten strategischen Seeverbindungslinien von der amerikanischen Ostküste bis in das Baltikum.

Wie sich BALTOPS seit 1972 entwickelte

Die BALTOPS-Manöverreihe begann in den 1970er-Jahren mitten im Kalten Krieg. Die Vereinigten Staaten von Amerika wollten ihr Engagement für Sicherheit und Stabilität an einer der beiden strategischen Flanken Europas demonstrieren. Dem sollte eine effektive militärische Zusammenarbeit dienen – maritim und multinational.

Der Fokus lag seinerzeit auf dem Schutz der dänischen Inseln und Meerengen. NATO-Flottenverbände sollten die Ostsee nutzen können, während gegnerischen Kriegsschiffen der umgekehrte Weg in die Nordsee und damit in den Atlantik verwehrt bleiben sollte.  Heute muss sich das Bündnis überdies gegen hybride Bedrohungen, also Aktionen unterhalb der Schwelle eines militärischen Konflikts, wappnen.

Seit 1972 findet das Manöver jedes Jahr statt – ein Indiz für die Entschlossenheit aller NATO-Partner, ihre Verteidigungsfähigkeit und ihren Zusammenhalt auch auf See kontinuierlich so zu stärken, wie es die Lage erfordert. Was es dafür braucht, trainieren die Bündnispartner auch in diesem Jahr gemeinsam.

von Christina Moritz  E-Mail schreiben

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