Hintergrundwissen

Northern Coasts: Deutschland lädt zum Ostseemanöver

Seit 2007 organisiert die Deutsche Marine jährlich mit ihren Partnern an der NATO-Nordflanke, Verteidigung auf See zu üben. Besonders für Litauen, Lettland, Estland und Finnland ist das wichtig.

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Warum findet Northern Coasts statt?

Northern Coasts ist eine multinationale Einladungsübung für NATO-Verbündete und EUEuropäische Union-Länder. Die Großübung wurde 2007 von Deutschland ins Leben gerufen und findet jährlich in der Ostsee statt. Das zentrale Vorhaben von Northern Coasts ist, dass die Beteiligten die Seekriegsführung trainieren – eingebettet in ein realistisches Gesamtszenario in einem küstennahen Umfeld mit mehreren angenommenen Bedrohungen. 

Standen in den ersten Jahren der Übungsreihe noch Piraterie und Terrorismus im detaillierten Fokus, liegt heute der Schwerpunkt auf der Landes- und Bündnisverteidigung speziell an der Nordostflanke der NATO. Northern Coasts stärkt also die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, vor allem auf symmetrische militärische Bedrohungen aus der Luft, von Über- und Unterwasser sowie von Land aus geschlossen, angemessen und konsequent reagieren zu können.

Diese Gefahren entwickeln sich laufend weiter: Flugkörper zum Beispiel erreichen immer höhere Geschwindigkeiten, Drohnen halten Einzug in den Seekrieg über und unter Wasser. Verbündete und Partner der NATO nutzen Manöver wie Northern Coasts daher bisweilen auch, um gemeinsam Taktiken und Verfahren weiterzuentwickeln, neue technische Systeme einem Praxistest auszusetzen. 

Wer trägt die Verantwortung für Northern Coasts?

Die Planung für die Großübung übernehmen die Ostsee-Anrainer-Staaten Deutschland, Dänemark, Schweden oder Finnland. Dabei wechseln sie sich nach Absprache regelmäßig ab.

Zentrale Verantwortung, wie für jedes Marinemanöver, übernimmt der jeweilige Flaggoffizier, der die Übung anordnet, im NATO-Englischen der Officer Scheduling the Exercise (OSEOfficer Scheduling the Exercise). Für Northern Coasts ist das der deutsche Inspekteur der Marine. Die Planung und Durchführung verantwortet währenddessen der durchführende Offizier der Übung, der sogenannte Officer Conducting the Exercise (OCEOfficer Conducting the Exercise), in der Regel ein weiterer Admiral.

Der OCEOfficer Conducting the Exercise verfügt entweder schon über einen eigenen Stab oder er bekommt für die Übung ein Team unterstellt. Dieses Personal ist für die konkrete detaillierte Planung zuständig, die in der Regel schon mehrere Monate vor dem jeweiligen Manöver beginnt.

Wo findet die Großübung statt?

Northern Coasts findet jedes Jahr in der Ostsee statt. Dabei nutzen die Beteiligten unterschiedliche Seegebiete. Wie sich diese Räume definieren, hängt vor allem davon ab, welches Land als Gastland fungiert. 

2019 zum Beispiel, mit Dänemark und Deutschland als gemeinsame Gastgeber, lag das Manövergebiet bei den Ostseezugängen im Westen des Meeres. 2023 ist Lettland das Gastland, sodass Northern Coasts in der zentralen Ostsee vor der Küste des Baltikums stattfindet. 

Eine Karte der Ostsee.

Die ganze westliche und zentrale Ostsee, zwischen Bottnischem Meerbusen und den Nordseezugängen, ist für die Staaten um dieses Randmeer von strategischer Bedeutung. Die Manöverreihe Northern Coasts wechselt daher jedes Jahr das genaue Übungsgebiet.

Bundeswehr/Marcus Mohr

Welche übergeordneten Ziele verfolgt das Marinemanöver?

Alle Ostseeanrainer, die zugleich Mitglied der NATO beziehungsweise der EUEuropäische Union sind, haben ein gemeinsames Interesse an Sicherheit in der Großregion. Um Handelswege und Nachschub über die Ostsee zu schützen beziehungsweise Szenarien entgegenzuwirken, von ihnen abgeschnitten zu sein, haben die Teilnehmer von Northern Coasts zum Ziel, die Zusammenarbeit insbesondere zwischen ihren Seestreitkräften zu stärken. 

Wie jedes Militärmanöver hat auch Northern Coasts zwei wesentliche Ziele, nur eben spezifisch auf die Ostseeregion inklusive vor allem Baltikum und Finnland bezogen: einerseits die beteiligten Soldatinnen und Soldaten mit ihren Waffensystemen aus- und weiterzubilden, andererseits militärische Fähigkeiten und politische Geschlossenheit zu demonstrieren. Mithin zeigen die NATO-Mitglieder an der Ostsee und ihre Partner den Willen die Region, und damit vor allem Finnland und die baltischen Staaten, zu verteidigen.

Welche Nationen nehmen an Northern Coasts teil?

An Northern Coasts beteiligen sich regelmäßig Nationen der NATO und der EUEuropäische Union, die zugleich Ostseeanrainer sind beziehungsweise ein besonderes Interesse an der Region und der Verteidigung der gesamten Nordflanke des Bündnisses haben. Neben den wechselnden planungsverantwortlichen Nationen Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland nehmen also regelmäßig Litauen, Lettland, Estland und Polen teil. Hinzu kommen Länder wie Frankreich, Großbritannien, Norwegen und die USA. 

In der Regel stellen NATO-Partner die meisten der Teilnehmer. Aber auch als EUEuropäische Union-Mitglieder waren sowohl Finnland als auch Schweden bereits in das Großmanöver integriert.

Was ist der Unterschied zum bekannteren Großmanöver BALTOPS?

BALTOPS, beziehungsweise in der Langform Baltic Operations, ist eine amerikanisch geführte Marine-Großübung, die es seit 1972 gibt. Damit hat sie ihren Ursprung im Kalten Krieg. Die von der Deutschen Marine ins Leben gerufene Manöverreihe Northern Coasts gibt es erst seit 2007, und ihr liegt zugrunde eher der Wunsch zur engeren Kooperation aller NATO- und EUEuropäische Union-Partner im Ostseeraum in der Zeit nach dem Kalten Krieg. Anlass vor allem war die NATO-Erweiterung 2004 um die baltischen Staaten: Estland, Lettland und Litauen. 

Die ersten Szenarien von Northern Coasts waren eher an Krisenbewältigung und Konfliktverhütung orientiert, auch am Kampf gegen den Terrorismus. Seit 2014 aber hat sich der Fokus immer stärker auf die Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichtet. Damit aber hat Northern Coasts nun auch Gemeinsamkeiten mit BALTOPS. Beides sind ideale Gelegenheiten zum gemeinsamen Üben für alle Partner, besonders natürlich für Ostseeländer.

Welche Bedeutung hat die Ostsee für Deutschland und andere Anrainer?

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Die Ostseeländer sind Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften; wie überall auf der Welt leben die meisten Menschen an der Küste. Sie zu schützen ist für alle Partner in der Region wichtig. Hier der Industriehafen im finnischen Naantali.

Bundeswehr/Marcus Mohr

Die Ostsee ist maritime Lebensader, in der täglich mehr als 2.500 Schiffe mit Export- und Importgütern unterwegs sind. Im Alltag auf See kommen vor allem der Fährverkehr und die Fischerei hinzu. Damit ist dieses Randmeer des Atlantiks eines der Seegebiete mit der größten Verkehrsdichte der Welt. Dabei sind nicht nur Polen, Finnland und die baltischen Staaten von diesen Seewegen abhängig, sondern in besonderer Weise auch Deutschland. Denn die Bundesrepublik gehört zu den Top-Fünf-Handelspartnern aller Ostseeanrainer; für Dänemark, Finnland, Polen und Schweden ist sie sogar der wichtigste.

Blockaden oder kriegerische Auseinandersetzungen in der Ostsee können zur Folge haben, dass diese Handelsströme zwischen den Anrainern unterbrochen werden. Die Lieferung selbst alltäglicher Produkte und Ressourcen wie Supermarktartikel oder Treibstoff ist dann betroffen.

Gleiches gilt aus militärischer Sicht. Denn die wichtigsten Nachschubwege für die NATO nach Finnland und ins Baltikum – und damit zu den dort stationierten Truppen der Enhanced Forward Presence – verlaufen über See. Es gibt zwar eine Landverbindung zwischen Polen und Litauen, aber der Korridor zwischen dem russischen Kaliningrad und Belarus ist nur 65 Kilometer breit. Durch diese sogenannte Suwalki-Lücke verlaufen eine Eisenbahnlinie und zwei Schnellstraßen, die im Vergleich zum Seeweg nur ein kleines Transportvolumen bewältigen können. Auch sind sie im Konfliktfall schnell unterbrochen.

Ein dritter, aber wieder ziviler Aspekt, ist die maritime Kritische Infrastruktur in der Ostsee. Wie in der Nordsee gibt es hier Windparks, Daten- und Stromkabel sowie Erdgas-Pipelines. Diese Anlagen gewinnen an Bedeutung beziehungsweise werden mehr, vor allem weil sich gerade die baltischen Staaten mit den Stromnetzen Skandinaviens verknüpfen.

Wie anspruchsvoll ist das Seegebiet Ostsee für die beteiligten Marinen?

Die Ostsee ist ein sogenanntes Randmeer, gekennzeichnet von eher flachen Gewässern und wenig Manövrierraum für besonders große Schiffe. Die geringe Wassertiefe schränkt U-Boote im effektiven Operieren ein und macht das Seegebiet außerdem zu einem idealen Einsatzraum für Minen. 

Zusätzlich ist jeder Punkt auf der offenen Ostsee nicht weit von Land entfernt und damit allzeit in Reichweite von Flugzeugen oder Lenkflugkörpern. Teils zerklüftete Küstenlinien verstärken das noch, weil sich hinter jeder Landzunge ein potentieller Angreifer gut verstecken kann. Das bedeutet, Vorwarnzeiten sind im Ernstfall äußerst kurz. Für zivile Schiffe, aber auch für Kriegsschiffe ist also im Konfliktfall das Befahren der Ostsee mit einem großen Risiko verbunden. 

Hinzu kommen die Engpässe der Ostseezugänge. Das sind die Wasserstraßen zwischen Dänemark und Schweden beziehungsweise zwischen den dänischen Inseln: der Öresund, der Kleine Belt und der Große Belt. Letzterer ist der maritime Hauptverkehrsweg und an seiner engsten Stelle nur gut zehn Kilometer breit. Eine Alternative ist der Nord-Ostsee-Kanal. Alle diese Engstellen lassen sich leicht kontrollieren, aber auch – zum Beispiel durch Sabotage oder Seeminen – schnell sperren.

Welchen Einfluss hat Northern Coasts auf den zivilen Alltag?

Auf die zivile Schifffahrt hat das Manöver – trotz Dutzender beteiligter Kriegsschiffe in einem relativ großen Seegebiet – in der Regel wenig Auswirkungen. Das jeweilige Übungsgebiet liegt abseits der etablierten Handelsrouten, zum Beispiel nicht direkt bei den Ostseezugängen Öresund, Kleiner Belt, Großer Belt oder Nord-Ostsee-Kanal. Es spart Windparks genauso aus wie die wichtigsten Fischfanggebiete, meidet überhaupt auch die Hoheitsgewässer und Ausschließliche Wirtschaftszonen nicht-beteiligter Staaten.

Die Deutsche Marine und die jeweilige Gastnation für Northern Coasts melden die Übung auch mehrere Wochen vor Beginn über die internationalen „Nachrichten für Seefahrer“, die „Notices to mariners“, amtlich an. Die veröffentlichten Informationen enthalten den Zeitraum des Manövers und die geographischen Koordinaten, die das Manövergebiet begrenzen. Vergleichbares gilt für den Luftraum über der Übung. So sind ziviler Schiffs- und Luftverkehr immer vorgewarnt und informiert.

Darüber hinaus ist die zivile Schifffahrt auf freiwilliger Basis sogar punktuell an Northern Coasts beteiligt. Einige Handelsschiffe, die gerade in der Ostsee unterwegs sind, bieten zum Beispiel an, für Boarding-Übungen zu Verfügung zu stehen. Damit trainieren Marinesoldaten das Kontrollieren fremder Schiffe. Voraussetzung ist natürlich, dass hier keine großen Verzögerungen im Fahrplan des Handelsschiffs entstehen. Unter anderem für solche Gelegenheiten kooperieren die Seestreitkräfte, über den NATO-weiten Arbeitsbereich Naval Coordination and Guidance for Shipping, eng mit den jeweiligen Reedereien.

Wie organisieren sich die teilnehmenden Kriegsschiffe?

Die teilnehmenden Marineverbände bestehen aus Einheiten mit unterschiedlichen Fähigkeitsprofilen. Bei Northern Coasts, wie bei grundsätzlich jedem Marine-Großmanöver, nehmen Schiffe und Boote mit Spezialisierung auf Luft- und Überwasserverteidigung, U-Boot-Abwehr sowie zur Minenabwehr teil. Zusätzlich entsenden einige Nationen Luft- und Landstreitkräfte, manchmal einschließlich Marineinfanterie. 

Die Kriegsschiffe organisieren sich während des Manövers als Task Groups, nach spezifischen Fähigkeiten organisierte Teilverbände – in der Regel für einerseits für den Über- und Unterwasserkampf, andererseits für die Minenabwehr. Nehmen ständige NATO-Verbände an Northern Coasts teil, tun sie das geschlossen. Das sind grundsätzlich die SNMGStanding NATO Maritime Group 1 und die SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 1, weil die Ostsee ohnehin in ihr Verantwortungsgebiet fällt.

Eine Infografik.

Aufteilung und Aufgaben der verschiedenen Task Groups des Manövers Northern Coasts 2023. Die grundlegende Struktur bleibt jedes Jahr sehr ähnlich, aber die Teilnehmer wechseln durch.

Bundeswehr/Peter Brandenburg

An der Spitze jeder Task Group steht jeweils ihr eigener Kommandeur, der Commander Task Group (CTGCommander Task Group), an Bord eines dezidierten Flaggschiffs. Sie alle sind einem übergeordneten Commander Task Force (CTFCommander Task Force) unterstellt, der die Schiffsverbände mit seinem Stab von Land aus führt. Im Manöver übernimmt dieser CTFCommander Task Force zwei Rollen: zum einen übt er selbst den Ernstfall, Marineverbände mit Dutzenden von Schiffen zu führen, zum anderen ist er der oberste Schiedsrichter des Manövers, um das Verhalten seiner unterstellten CTGs und militärischen Einheiten zu bewerten.

Weil an jeder Wiederholung von Northern Coasts teils unterschiedliche Kriegsschiffe mit unterschiedlichen Fähigkeiten teilnehmen, bedeutet jedes einzelne Manöver, dass CTGs und CTFCommander Task Force diese Spezialisierungen berücksichtigen müssen. Dazu gehören vor allem die technischen Leistungsfähigkeiten der unterschiedlichen Sensoren und Waffensysteme. Luftraum-Überwachungsradare von einzelnen Fregatten zum Beispiel können sich allein in ihrer Reichweite deutlich unterscheiden. Genauso sind die Reichweiten von Torpedos teils sehr unterschiedlich.

Wie bereitet Northern Coasts Seestreitkräfte auf den Ernstfall vor?

Northern Coasts gliedert sich, wie grundsätzlich alle mehrwöchigen Marinemanöver, in zwei wesentliche Übungsphasen. Im ersten Teil der Großübung sollen die einzelnen Schiffe beziehungsweise ihre Besatzungen sich in den Teams ihrer jeweiligen Task Group zusammenfinden. Diese Vorbereitungsphase heißt CETCombat Enhancement Training/FITForce Integration Training.

Im Combat Enhancement Training (CETCombat Enhancement Training) bilden sich die Schiffe und Besatzung einzeln oder zu zweit aus. Im Force Integration Training (FITForce Integration Training) wechselt der Fokus darauf, dass die gesamte Task Group reibungslos zusammenarbeitet. Das soll gewährleisten, dass die Besatzungen immer fortgeschrittenere Einzelübungen bewältigen und die Schiffe aus unterschiedlichen Nationen ihre Abstimmung immer weiter verfeinern. Während sich die einzelnen Schiffe und Boote beim CETCombat Enhancement Training im Schießen auf Seeziele oder beim gegenseitigen Schleppen verbessern, üben die Task Groups im FITForce Integration Training beispielsweise das Fahren in großer Formation oder verbessern ihre Kommunikation untereinander. 

Ist die vorbereitende CETCombat Enhancement Training/FITForce Integration Training-Phase beendet, beginnt die sogenannte Operationen-, kurz OPS-Phase, auch Free Play genannt. Dieser Manöverabschnitt stellt alle Teilnehmer, eingebettet in ein fiktives Szenario, mehrere Tage lang durchgehend auf die Probe. 

Dafür muss der CTFCommander Task Force mit seinem Stab an Land einerseits das eigene Vorgehen steuern, andererseits die Gesamtlage im Auge behalten. Alle Verbandsführer, der CTFCommander Task Force und die unterstellten CTGs, müssen die aufkommenden Aufgaben sinnvoll und fähigkeitsbasiert auf die verschiedenen Schiffe und Boote in den Task Groups aufteilen. Auf unerwartete Geschehnisse und plötzliche Vorfälle müssen alle Beteiligten rund um die Uhr reagieren können. 

In der Regel übernimmt eine der verschiedenen Task Groups im Manöver die Rolle des Gegners. So ist gewährleistet, dass beide Seiten – Blau und Orange – sich mit einem realistisch verhaltenden Gegenüber auseinandersetzen müssen. Überhaupt sind alle Einzelübungen des Großmanövers so realistisch wie möglich gestaltet. Das bedeutet unter anderem, dass die OPS-Phase über mehrere Tage rund um die Uhr abläuft.

Was bedeutet es, Interoperabilität zwischen Streitkräften zu verbessern?

Wie alle militärischen Manöver soll auch Northern Coasts die sogenannte Interoperabilität zwischen allen teilnehmenden See-, Land- und Luftstreitkräften fördern. Gemeint ist damit die Fähigkeit zur Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nationalen Streitkräften eines Bündnisses mit teils unterschiedlicher Ausrüstung – vor allem auf Grundlage gemeinsamer Standards und Verfahren. Eine deutsche Fregatte zum Beispiel unterscheidet sich in vielen Details und spezifischen Fähigkeiten von einer polnischen oder einer dänischen.

Interoperabilität wirkt auf drei Ebenen: gemeinsame Sprache, Verfahren und Taktiken, gemeinsame Kommandostrukturen sowie kompatible Ausrüstung und Logistik. Dazu gehört zum Beispiel, dass die NATO-Truppen grundsätzlich auf Englisch miteinander kommunizieren und dabei die gleichen militärischen Fachbegriffe verwenden. Im Gefecht handeln sie nach gleichen Regeln mit möglichst vergleichbarer Ausrüstung. Hauptquartiere und Stäbe sind gleich organisiert, so dass das Stabspersonal Vergleichbares leisten kann und die Kommunikation zwischen Verantwortlichen möglichst reibungslos funktioniert. So verfügen die größeren Marinen des Bündnisses über Führungsstäbe, die alle nach NATO-Standard als sogenanntes Maritime Component Command organisiert sind.

Impressionen: Das ist Northern Coasts

Bei Northern Coasts trifft sich die Ostseegemeinschaft. Viele der Schiffe, die an dem regelmäßigen Manöver teilnehmen, waren schon mehr als einmal dabei. Aber für viele der Besatzungsmitglieder ist die Großübung die erste in ihrer Marinekarriere. Auch deshalb ist jedes „NOCO“ anders als alle vorigen.

Veröffentlicht am: 25.08.2022, zuletzt aktualisiert am: 25.08.2023    
Ort: Rostock    
Lesedauer: 9 Minuten

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