Streitkräftebasis

„Klarinette Total“ - ein Volltreffer

„Klarinette Total“ - ein Volltreffer

  • Militärmusik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Hilden
Lesedauer:
5 MIN

In der Waldkaserne Hilden fand die „Klarinetten-Masterclass der Bundeswehr“ statt. Die zivilen Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden bei dieser musikfachlichen Weiterbildungsveranstaltung durch Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Dozentinnen und Dozenten intensiv ausgebildet und für den Beruf des Militärmusikers informiert und interessiert.

Frauspielt Klarinette

Das gesamte Spektrum um das Instrument Klarinette stand im Focus der Masterclass der Bundeswehr

Bundeswehr/Paul Stöher

Wenn sich gleich drei militärmusikalische Schwergewichte für die Nachwuchsgewinnung zusammenfinden, dann hat das Erfolgsgarantie und deutet auf etwas Besonderes. Oberst Christoph Lieder, Leiter des Militärmusikdienstes, Oberstleutnant Christoph Scheibling, Leiter des Musikkorps der Bundeswehr, und Oberstleutnant Michael Euler, Leiter des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr, haben mit der Klarinetten-Masterclass vom 03.-06. Juni erstmalig ein Projekt initiiert, das bereits im kommenden Jahr für Waldhorn und Oboe weitere Auflagen finden soll. „Vor einigen Jahren haben wir mit einer eigenen Orchesterakademie gestartet, um Musikerinnen und Musiker aus der symphonischen Bläsermusikszene an einem kompakten Wochenende Unterrichte aller Art anzubieten und sie zu einem Projektorchester zu formen. Dieses Format war in Pandemiezeiten leider nicht durchführbar, weshalb wir uns für ein neues Modell entschieden haben. Ich freue mich sehr über den hohen Zuspruch und den Erfolg, aber auch über den großen Idealismus und die Kreativität, die schon bei der Vorbereitung zu spüren waren“, so Oberstleutnant Christoph Scheibling.

Hochmoderner Musik-Campus im Ausbildungsmusikkorps

Fotografie eines Gebäudes

Das Ausbildungsmusikkorps in Hilden, die „Musikakademie der Bundeswehr“

Bundeswehr/Stefan Müller

Am Eröffnungstag wurden die mehr als 40 Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet und angrenzenden Ausland am neuen Campus des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in Hilden begrüßt und anschließend durch die modernen und vielseitigen Räumlichkeiten geführt. Dieser Campus sollte nun für die kommenden 4 Tage ganz im Zeichen der Klarinette stehen.

 „Das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr bietet mit seinen hochmodern ausgestalteten Probe-, Unterrichts- und Einzelübungsräumen den idealen Veranstaltungsort für eine solche Masterclass. Der im Jahr 2018 fertig gestellte Gebäudekomplex beherbergt zwei große Proberäume, 32 Unterrichtsräume, 60 Einzelübungsräume, ein Tonstudio und vieles mehr. Hier werden bis zu 140 Militärmusikerinnen und -musiker in enger Zusammenarbeit mit der Robert-Schumann-Hochschule für Musik in Düsseldorf zu professionellen Orchestermusikern ausgebildet. Neben der musikfachlichen Aus- und Weiterbildung für den Militärmusikdienst der Bundeswehr, steht ebenso die Zusammenarbeit mit zivilen Blasmusikverbänden in Deutschland im Vordergrund. Somit entsteht aus dem Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr die „Musikakademie der Bundeswehr“, welche auch zivile Orchester als Proben- und Studienort nutzen können„, erläuterte Oberstleutnant Michael Euler.

Renommierte Dozentinnen und Dozenten

In einem Saal spielt ein Frau Klarinette, eine andere Frau gibt Hinweise

Prof. Jürgensen beim Einzelunterricht mit einer Teilnehmerin

Bundeswehr/Paul Stöher

Mit Professorin Nicola Jürgensen von der Folkwang Universität der Künste in Essen und Professor Harald Harrer vom Leopold-Mozart-Zentrum Augsburg konnten zwei der renommiertesten Dozenten der so vielseitigen Klarinettenfamilie gewonnen werden. Alle Teilnehmenden kamen in den Genuss der begehrten Einzelunterrichte, natürlich jeweils bei beiden Dozenten, und all dies, wie übrigens alle Angebote der Masterclass, kostenlos! Professionelle Klavierbegleiter standen ebenso zur Verfügung wie vertiefende, zusätzliche Unterrichte bei Dozenten des Musikkorps der Bundeswehr. „Es war ein wunderbarer Kurs. Er war sensationell organisiert und ausgezeichnet durchstrukturiert. Das habe ich selten erlebt. Es hat mir viel Freude gemacht, dabei gewesen zu sein“, ließ Professor Harrer nach den erfüllten Tagen wissen.

Umfangreiches Weiterbildungsprogramm

Durch eine Scheibe getrennt, übt ein Mann das Klarinette spielen und wird von einer Soldatin angeleitet

Die Angehörigen des Militärmusikdienstes gaben ihr ganzes Können an die wissbegierigen Teilnehmer:innen weiter

Bundeswehr/Paul Stöher

Es formierten sich kammermusikalische Gruppen, die unter Leitung von Dozentinnen und Dozenten des Musikkorps der Bundeswehr sowie des Heeresmusikkorps Koblenz und des Luftwaffenmusikkorps Münster Literatur erarbeiteten. Insgesamt fünf Klarinettenquartette und ein Klarinettenchor sollten später beim Abschlusskonzert ihr Können präsentieren.

„Das Unterrichten bei ‚Klarinette Total‘ machte mir sehr viel Spaß. Ich war angenehm überrascht, wie wissbegierig und offen ausnahmslos alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in meinen Unterricht kamen. Für alle Beteiligten herrschte eine wunderbare Lernatmosphäre“, resümierte Stabsfeldwebel Jochem Beyer, Soloklarinettist im Musikkorps der Bundeswehr. Meisterkurse, Einzelunterrichte, Kammermusikproben und eine Vielzahl von weiteren Veranstaltungen rund um die Klarinette füllten die Tage bis in die Abendstunden aus. Neben allen instrumentalbezogenen Workshops sollten die Teilnehmenden auch in den Genuss von begleitenden Workshops, wie z. B. Bühnenpräsentation oder Atemtechnik. An jedem Abend gab es zudem eine Konzertveranstaltung. Hatte am Eröffnungsabend noch das Klarinettenquartett des Musikkorps der Bundeswehr den Auftakt gespielt und an das Duo Humerus um Oberfeldwebel Kristof Dömötör für einen berauschenden Klezmerbeitrag übergeben, lieferte am zweiten Abend Frau Professor Jürgensen mit einem Werkstattkonzert Einblicke in ihre Welt als Künstlerin mit all ihrer Erfahrung und Routine aus jahrelanger Praxis.

Fachliche Kompetenz im Militärmusikdienst

Aufnahme eines Saal, in dem ein Konzert gegeben wird.

Hauptmann Rudolf Piehlmayer leitete das beeindruckende Konzert des Klarinettenchores des Musikkorps der Bundeswehr

Bundeswehr/Paul Stöher

Dass die Klarinette auch einmal ganz anders klingen kann, zeigte Oberfeldwebel Kristof Dömötör während seines Workshops Stilistik und Improvisation. „Mein Anliegen war es, mit meinem Workshop bei ‚Klarinette Total‘ den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Augen und Ohren für verschiedene Stilistiken zum Beispiel bei Jazz, Swing oder Klezmer zu öffnen. Kaum ein professioneller Klarinettist kann es sich heutzutage leisten, sich nur auf die Klassik zu beschränken, egal ob er in einem Blasorchester oder einem Symphonieorchester spielt. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Workshop trotz der Corona-Pandemie durchführen durfte. Das gut durchdachte Hygienekonzept machte dies möglich“, freute sich Oberfeldwebel Dömötör, seit kurzem neu im Musikkorps der Bundeswehr.

Hauptmann Rudolf Piehlmayer – Kapellmeister und Reservistendienst Leistender im Zentrum Militärmusik der Bundeswehr - hatte für den dritten Abend die Leitung des Klarinettenchors des Musikkorps der Bundeswehr übernommen und mit dem Ensemble ein Programm einstudiert, das an musikalischer und technischer Raffinesse kaum zu überbieten war. Werke von u. a. Glinka, Bozza, Strauss und Mendelssohn sollten für die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher erklingen.

Die Stabsfeldwebel Jochem Beyer und Sascha Leufgen (Bassetthorn) brillierten mit dem Konzertstück Nr.1 op. 113 von Felix Mendelssohn-Bartholdy in Bestform. Das Hauptwerk des Abends von Richard Strauss, eine Bearbeitung von „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ op. 28, stellte vor allem für die Es-Klarinette als thematischen Protagonisten besondere Herausforderungen dar, die Hauptfeldwebel Michael Schumachers in schelmischer Manier meisterte. Beeindruckend hinterlegten Hauptmann Piehlmayer und der Klarinettenchor des Konzertorchesters der deutschen Militärmusik ihre Visitenkarte.

Der Sonntagvormittag schließlich stand ganz im Zeichen der Kammermusik. Es wurde noch einmal fleißig für das Abschlusskonzert aller Teilnehmenden am Nachmittag geprobt, mit dem ein besonderes Wochenende seinen Abschluss fand. Auf Vorschlag der Professoren spielten zudem ausgewählte Solisten Auszüge aus ihrem Masterclassrepertoire.

Infobox

Nächste Masterclasses im Ausbildungsmusikkorps:

- 3. bis 6. Juni 2022 für WALDHORN
- 15. bis 18. September 2022 für OBOE

Formlose Anmeldung schon jetzt unter:

MusKorpsBw@bundeswehr.org

  •  Der Militärmusikdienst der Bundeswehr umfasst 15 Klangkörper ( 14 Musikkorps als Sinfonische Blasorchester und eine Big Band)
  • Die insgesamt knapp 1.000 Musiksoldatinnen und Soldaten absolvieren ca. 2.000 Auftritte im Jahr. Dazu zählen u.a. die musikalische Ausgestaltung von militärischen Zeremoniellen und zahlreiche Konzerte im Inland, welche in der Bevölkerung großen Anklang finden
  • Als deutschlandweit größter Arbeitgeber für professionelle Orchestermusiker bietet der Militärmusikdienst ein Musikstudium für alle Instrumente des Sinfonischen Blasorchesters und für Dirigenten an. In Kooperation mit der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf stehen dafür im Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr 140 Studienplätze zur Verfügung.
von Kristian Palauneck  E-Mail schreiben

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