Streitkräftebasis

Bundeswehr erweitert Kapazitäten

Bundeswehr erweitert Kapazitäten

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Deutschland
Lesedauer:
4 MIN

Im April 2021 nehmen das Materiallager Königswinter und das Munitionslager Lorup ihren Betrieb wieder auf. Sie sind die ersten zwei von acht reaktivierten Lagereinrichtungen, die bis 2029 Teil der Bundeswehr werden. Das bedeutet auch einen Zuwachs an Personal – rund 570 Dienstposten müssen bis 2029 mit geeignetem Mitarbeitenden besetzt werden.

Symbolfoto Instandsetzung

Kompetenzen bündeln: Die ortsfesten logistischen Einrichtungen führt das Logistikkommando der Bundeswehr.

Bundeswehr/Mariusz Ginel

Aktuell sind die ortsfesten logistischen Einrichtungen (olE) der Streitkräftebasis (SKBStreitkräftebasis) auf über 40 Standorte, insbesondere in Deutschland, verteilt. In den olE arbeiten etwa 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die logistische Auftragserfüllung sicherzustellen. Zu diesen olE gehören derzeit vier Bundeswehrdepots mit zwölf Materiallagern, zwei Sanitätsmateriallagern und einem Betriebsstofflager sowie vier Munitionsversorgungszentren mit dreizehn Munitionslagern, drei ortsfeste Instandhaltungseinrichtungen und das Materialwirtschaftszentrum Einsatz der Bundeswehr mit einem Speziallager für Quartiermeistermaterial. Die acht wieder in Betrieb zu nehmenden Lager gilt es in das logistische System der Bundeswehr zu integrieren.

Breites Aufgabenspektrum

Szene in einer Lagerhalle mit einem Gabelstapler

Hohe Bedeutung: Die Lagerung und der Umschlag von Munition und Material ist einsatzwichtig! Sowohl im Aus- als auch im Inland.

Bundeswehr/Andrea Bienert

Die ortsfesten logistischen Einrichtungen (olE) der SKBStreitkräftebasis sind für die Versorgung der Truppe enorm wichtig. Hier erfolgt nicht nur die bloße Lagerung und Instandhaltung des Materials und der Munition für den täglichen Dienst und die Ausbildung, sondern auch die Unterstützung der Auslandseinsätze. Waren aller Art werden hier für den täglichen, militärischen Gebrauch bevorratet und instandgesetzt, für die jeweiligen Erfordernisse der Einsätze vorbereitet, gewartet und – ganz wichtig – in Teilen auch auf Funktionsfähigkeit geprüft. Die olE sorgen damit auch für die Einsatzbereitschaft und Betriebssicherheit von Gerät, Werkzeugen und Fahrzeugen.

Im Rahmen der Munitionsbewirtschaftung sind enorme Fachkenntnisse im Rahmen der Lagerung und Instandhaltung zusätzlich zur Handhabung von Gefahrstoffen erforderlich. Darüber hinaus sind im Rahmen der Instandhaltung beispielsweise regelmäßige Prüfungen und Tätigkeiten erforderlich, die nur von hoch qualifiziertem Personal und mit Spezialwerkzeugen ausgeführt werden können.

Fachleute gesucht

Stapler am Regal

Moderne logistische Verfahren erfordern geschultes Personal. Kenntnisse über die Lagerhaltung verschiedenster Artikel bis hin zur Fähigkeit zum Umgang mit Umschlagmitteln.

Bundeswehr

„Nur mit kompetentem, gut ausgebildetem Fachpersonal in der Lagerwirtschaft, können wir sicher und effizient arbeiten“, stellte unlängst der Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr, Generalmajor Thomas aus Erfurt klar. „Daher gilt es nun, zeitlich gestaffelt, 570 Dienstposten mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Es ist nach den vielen Jahren des Reduzierens schön, verkünden zu können, wir suchen qualifizierte Mitarbeiter – und ich bin mir sicher, dass wir auch fündig werden“.

Die ersten zwei Einrichtungen – das Materiallager Königswinter und das Munitionslager Lorup – sind weitestgehend auf ihre Wiederinbetriebnahme vorbereitet. Das vorgesehene Personal wird zum 1. April 2021 den Startschuss geben. Hierbei wurden sowohl interne Bewerber der Bundeswehr als auch externe berücksichtigt. In engem Schulterschluss haben hierfür verschiedene Bereiche der Bundeswehr zusammengearbeitet. Dabei galt es nicht nur, neues Personal zu finden, sondern auch die bestehende Infrastruktur auf aktuelle Erfordernisse hin zu überprüfen, zu ertüchtigen sowie Beschaffungen in Gang zu setzen, die eine moderne Lagerwirtschaft erst möglich machen.

Infrastruktureller Bedarf enorm hoch

Foto eines Hochregallagers

Die logistischen Verfahren entsprechen im Wesentlichen denen der zivilen Logistiker. Der Umfang der militärischen Logistik ähnelt dem eines Großkonzerns.

Bundeswehr

Bei den zur Wiederinbetriebnahme vorgesehenen Lagereinrichtungen handelt es sich überwiegend um Liegenschaften, die im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr 2011 geschlossen wurden. Etwa zwei Drittel der damaligen Depots und Lager wurde über zirka 15 Jahre aufgelöst, die Menge an gelagertem Material und Munition entsprechend deutlich reduziert oder in andere Lagereinrichtungen umgelagert. Damit erwies sich die Ertüchtigung der zu reaktivierenden Infrastruktur als hoch komplex. Zwar sind die Gespräche mit den jeweiligen Landesregierungen zur Rücknahme der bereits an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) übergebenen Liegenschaften abgeschlossen, doch die Infrastruktur ist zum Teil veraltet und muss schrittweise wieder den Ansprüchen einer modernen Lagerlogistik nach Industriestandard, aber auch den Ansprüchen eines modernen Arbeitsumfeldes angepasst werden. Während für die Standorte Königswinter und Lorup die Vorbereitungen fast abgeschlossen sind, werden schrittweise auch für die anderen Standorte die notwendigen Maßnahmen zwischen Streitkräftebasis und anderen Bereichen der Bundeswehr koordiniert. Die nächsten Wiederinbetriebnahmen sind bereits für 2022 vorgesehen.

Auch strukturelle Änderungen erforderlich

„Einhergehend mit der veränderten sicherheitspolitischen Ausrichtung auf die Landes- und Bündnisverteidigung, ergibt sich schlichtweg auch ein höherer Bevorratungsbedarf“, erläuterte unlängst der Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr. „Die Truppe muss sich darauf verlassen können, dass wir das richtige Material zur richtigen Zeit bereitstellen. Das gewährleisten wir unter anderem mit dem Aufbau und Ausbau dieser neuen Strukturen.“ Darum wird sich mit dem 1. April 2021 einiges ändern. Die Bundeswehrdepots und das Materialwirtschaftszentrum der Bundeswehr, die Munitionsversorgungszentren sowie die Instandhaltungseinrichtungen wurden bisher durch den „Bereich ortsfeste logistische Einrichtungen (Ber olE)“ geführt. Ab 1. April 2021 werden diese durch das Logistikzentrum der Bundeswehr direkt geführt, von wo aus ohnehin ein Gros des Materialflusses geplant und koordiniert wird. Die dortigen Spezialisten arbeiten ähnlich wie große, zivile Logistikunternehmen. Lagerung, Verteilung, Transport kommen aus einer Hand und werden von leistungsfähiger Software unterstützt.

von Ralf Wilke / Sina Wanninger   E-Mail schreiben

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