Streitkräftebasis

„Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz“ – das Pilotprojekt geht in die nächste Runde.

„Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz“ – das Pilotprojekt geht in die nächste Runde.

  • Heimatschutz
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Datum:
Ort:
Wildflecken
Lesedauer:
3 MIN

Unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“ bildet die Bundeswehr seit April dieses Jahres in einem Pilotprojekt Freiwillige für den Heimatschutz aus. Nach der Grundausbildung folgt jetzt die Spezialausbildung.  

Eine Soldatin in Uniform, mit Gesichts- und Helmtarnung und Rucksack

Für die 20-jährige Abiturientin Annika T. beginnt die viermonatige Spezialausbildung beim Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr in Wildflecken.

Bundeswehr/Thomas Sauer

Gesichtstarnung, Bundeswehruniform, Flecktarn-Rucksack und ein G36: Die 20-jährige Annika T. ist eine von knapp 300 Kameradinnen und Kameraden, die im April mit dem Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz gestartet sind. Das Pilotprojekt „Dein Jahr für Deutschland“, war im Juli vergangenen Jahres von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ins Leben gerufen worden. Für Gefreiter Annika T. geht nun nach der erfolgreich abgeschlossenen Grundausbildung die Reise schon weiter: Mit ihren rund 70 Kameradinnen und Kameraden absolviert sie eine viermonatige Spezialausbildung am Vereinte Nationen Ausbildungszentrum der Bundeswehr im bayerischen Wildflecken. Weitere 200 Freiwillig Wehrdienstleistende werden an Ausbildungsstützpunkten in Berlin und Delmenhorst ausgebildet. Die Spezialgrundausbildung für die zukünftigen Heimatschützer bietet den Soldatinnen und Soldaten ein umfangreiches Training: „Ich erhoffe mir eine ganze Bandbreite neuer Erfahrungen und Eindrücke. Das wird ein Ausbildungsabschnitt, auf den wir Heimatschützer schon alle sehr gespannt sind“, freut sich Annika, die ihre Grundausbildung von April bis Ende Juni in der Mainfrankenkaserne im bayrischen Volkach absolviert hat.

Militärische Grundlagen für die Freiwillig Wehrdienstleistenden

Allgemeine Sicherungsaufgaben wie zum Beispiel der Objektschutz sind ein Schwerpunkt der Ausbildung der Freiwilligen Wehrdienstleistenden. Sie sollen als Reservisten vor allem im Heimatschutz eingesetzt werden. In Krisenlagen müssen sich die Heimatschutzkräfte darauf einstellen, die für die Verteidigung wichtige Infrastruktur in Deutschland (Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswege) zu sichern und zu schützen. Annika und ihre Kameradinnen und Kameraden werden daher an Infanterie- und Panzerabwehrwaffen ausgebildet. „Am meisten freue ich mich darauf, eine Ausbildung zu erhalten, die es in diesem Format noch nie gab. Der Gedanke, dass ich in den kommenden Monaten das Wissen erlange, das ich in meiner Zeit bei der Bundeswehr sinnvoll einsetzen kann, motiviert und macht mich auch neugierig, was nach der Spezialausbildung auf mich zukommt“, blickt Annika in die Zukunft. Neben der Ausbildung mit dem Maschinengewehr und der Panzerfaust der Bundeswehr werden die Sicherungsaufgaben im Fokus stehen. Fahrzeuge und Personen müssen an einem Checkpoint richtig kontrolliert werden. Die Soldatinnen und Soldaten lernen, bei plötzlichen Bedrohungslagen schnell und richtig zu handeln. So werden bei der Patrouille zu Fuß Einsatzszenarien nachgestellt, die im Team gemeinsam bewältigt werden müssen.

Sanitätsausbildung. Zwei Uniformierte kümmern sich um einen Verletzten.

In der erweiterten Sanitätsausbildung werden Sofortmaßnahmen bei besonders schweren Verletzungen trainiert. Die Ausbildung ist Teil des „Freiwilligen Wehrdienstes Heimatschutz“

Bundeswehr/Bruno Haelke

100.000 Soldatinnen und Soldaten geplant

Neben einer erweiterten ABCAtomar, Biologisch, Chemisch- und Sanitätsausbildung wartet eine intensive Brandschutzausbildung auf die Soldatinnen und Soldaten. Da Heimatschutzkräfte bei Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen zur Verfügung stehen, werden sie durch die Feuerwehr der Bundeswehr ausgebildet. Das richtige Löschen von Bränden muss genauso wie das richtige Befüllen und Stapeln von Sandsäcken sowie der Umgang mit verschiedenen Pumpensystemen trainiert werden. Von einfachen unterstützenden Tätigkeiten, wie beispielsweise einen Hochwasserschutz zu errichten, bis hin zur Unterstützung von Polizeikräften in Terrorlagen, etwa beim Einrichten von Kontrollpunkten und Durchführen von Absicherungsmaßnahmen, werden die Kameraden ausgebildet. Die Bundeswehr plant künftig mit einer Reserve von 100.000 Soldatinnen und Soldaten.

Militärische Ausbildung und Reservistendienst danach

Der „Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz“ ist ein Mittel, den notwendigen militärischen Bedarf in der Territorialen Reserve zu generieren. Die Territoriale Reserve wird in Deutschland ausschließlich zum Schutz des Gemeinwesens im Allgemeinen und der Bevölkerung im Besonderen eingesetzt. Im Zuge der Landesverteidigung beinhaltet dies hauptsächlich Aufgaben zum Schutz und zur Sicherung von Einrichtungen, von kritischer Infrastruktur und der Bevölkerung. Auf Anforderung und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden kann das auch auf einen Krisenfall ausgeweitet werden.

Im „Freiwilligen Wehrdienst Heimatschutz“ werden eine militärische Ausbildung und der Reservistendienst verbunden: Nach der siebenmonatigen militärischen Ausbildung können die verbleibenden letzten fünf Monate der Dienstzeit variabel als Reservedienstleistungen innerhalb von sechs Jahren geleistet werden. Die Bundeswehr geht dabei auf die individuellen zeitlichen und beruflichen Bedürfnisse der Soldatinnen und Soldaten ein.

von Thomas Sauer / Cornelia Riedel   E-Mail schreiben

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