Streitkräftebasis
Marsch ins Unbekannte

Deployed Elephant 22: Starker Aufmarsch der Logistiker

Deployed Elephant 22: Starker Aufmarsch der Logistiker

  • NATO Response Force
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Altengrabow
Lesedauer:
3 MIN

500 Soldatinnen und Soldaten aus drei Standorten, eine Strecke von über 300 Kilometern und ein Ziel, dass zuvor niemand erkunden durfte. Schon die Bedingungen der NRFNATO Response Force-Übung „Deployed Elephant 22“ waren eine Herausforderung. Aber die mobilen Logistiktruppen der Streitkräftebasis mussten noch ganz andere Hürden meistern.

Soldaten und Lkws der Bundeswehr stehen auf einem Platz und die Soldaten arbeiten an den Fahrzeugen.

Mit acht LkwLastkraftwagen, vier Anhängern und acht Stunden Verspätung kam der Marschtrupp 3 um den Kommandeur des Logistikbataillons 467, Oberstleutnant Holm S., in der Senne an

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Nichts ist so beständig wie die Lageänderung. „Daher werden auch bei jeder Übung Störfaktoren eingeplant; ganz nach dem Motto: Leben in der Lage. Aber was wir heute erleben, zeigt, die Realität bleibt unberechenbar. Da läuft alles wieder ganz anders“, so Oberstleutnant Stefan L. vom Logistikbataillon 467 aus Volkach. Über ein Dreivierteljahr plante er die Übung „Deployed Elephant 22“. Das Ziel: Das Logistikbataillon Air der NRFNATO Response Force mit rund 500 Soldatinnen und Soldaten verlegen gemeinsam aus ihren Heimatstandorten – zwei Kompanien starten im bayerischen Volkach, zwei in Walldürn (Baden-Württemberg), eine in Husum – in das fiktive Einsatzgebiet nach Altengrabow und danach unter Eigenschutz auf den Truppenübungsplatz Senne.

Im Zeitplan: Ankunft des Vorkommandos

Fünf Soldaten stehen zusammen und einer davon zeigt mit einem Stift etwas auf einer Geländekarte.

Das Vorkommando machte sich zuerst einen Überblick über die vorhandene Infrastruktur und klärte, welche Wege gesichert werden mussten

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Gestaffelt über vier Tage sollen die Aufnahme, Zusammenführung und der Weitertransport von Personal, Ausrüstung sowie Vorräten erprobt werden. Die Besonderheit: Die Marschtruppen verlegen in einen unbekannten Raum in einem – besonders für Logistik-Profis – schwierigen Gelände. „So eine Art von Übung gab es bisher noch nie“, betont Oberstleutnant Stefan L. Denn normalerweise kennen sich die Soldatinnen und Soldaten vor Ort aus und üben damit unbewusst vor.

Und anfangs läuft auch noch alles nach Plan. Tag 2 – am frühen Morgen starten die ersten drei Marschtruppen nach einer Nacht Rast von Altengrabow in Richtung Senne. Allen voran das Vorkommando, das – wie geplant – gegen 12 Uhr in der Senne aufschlägt. Die Soldatinnen und Soldaten um Hauptmann Raphael L. erkunden das Gelände, checken die Möglichkeiten, wo später die Logistiker der Stabskompanie und des Bataillonsgefechtsstandes mit fast 60 Fahrzeugen auf dem Gelände parken werden.

Auch die Straßenführung muss geplant werden. Denn einige Wege sind zu schmal, um zwei LkwLastkraftwagen passieren zu lassen. Die einfache Lösung: Hier wird eine Einbahnstraße errichtet. Ebenfalls ein Thema: Welche Zufahrten müssen gesichert werden?

Gefechtsstand einrichten 

Soldaten positionieren die Fahrzeuge.

Hier ist Maßarbeit gefragt: Beim Aufbau des Bataillonsgefechtsstandes achten die Soldaten auf jeden Millimeter

Bundeswehr/Elisa Rüter

Und natürlich erkundet das Vorkommando den Standort für den sogenannten Gefechtsstand. Dort laufen alle Informationen zusammen, aus dem Gefechtsstand führt der Kommandeur den Einsatz. Wie es weiter gehen sollte? Nach der Erkundung Eintreffen der drei Marschtruppen in kürzester Zeit am Nachmittag. Dann sofortiger Beginn des Aufbaus der Kompaniegefechtsstände; kurz danach sollte der Kommandeur, Oberstleutnant Holm S., samt Bataillonsgefechtsstand ankommen. An die 60 Fahrzeuge sollten in kürzester Zeit auf dem Gelände ihre Position erreichen. Eine logistische Meisterleistung, denn die LkwLastkraftwagen müssen millimetergenau geparkt werden, damit die Logistikerinnen und Logistiker ihren Auftrag erfüllen können. 

Aber Lagen ändern sich. Und so passiert erst einmal gar nichts auf dem Übungsplatz. Ein Marschband steckt im Stau auf der Autobahn fest, ein anderes steht in einer Vollsperrung auf der A2. Erst mitten in der Nacht rollen die ersten Fahrzeuge auf das Gelände. An einen Aufbau ist bei diesen Sichtverhältnissen nicht zu decken. Erst am nächsten Morgen kann der Bataillonsgefechtsstand eingerichtet werden.

Marsch der Truppen koordinieren 

Eine Soldatin sitzt in einem Bundeswehr Fahrzeug und schreibt etwas mit einem roten Stift auf einer Liste.

Leutnant Vera S. koordiniert den Marsch der Truppen – erst aus dem Führungs- und Funktionsfahrzeug Eagle, später aus dem Kompaniegefechtsstand

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Wo sich die Fahrzeuge zu welcher Zeit befinden, weiß während des Marsches auf der Logistikübung immer Leutnant Vera S. Sie war für die Koordination des Marsches, also der Truppenbewegung, verantwortlich. Dafür stand sie mit den Kameradinnen und Kameraden ständig in Kontakt und konnte so Ausweichrouten klären. Ein Beispiel: Von Altengrabow ging es für die junge Frau Richtung Sennelager im gepanzerten Führungs- und Funktionsfahrzeug Eagle mit dem Trupp des Kommandeurs. Als sie von der Vollsperrung auf der A2 erfuhr, stimmte sie eine Ausweichroute über die A41 ab. Gut, auch hier war der Verkehr immens. Aber zumindest erreichte ihr Trupp am frühen Morgen das Ziel und so war wenigstens die Führung am Zielort. Wie es dann mit der Übung weiterging, erklärt der Kommandeur im Video.

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von Sabine Körtgen  E-Mail schreiben

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