Streitkräftebasis

Die Militärmusik der Bundeswehr wächst auf

Die Militärmusik der Bundeswehr wächst auf

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Im Wappen des Marinemusikkorps schlängelt sich ein Notenschlüssel um einen Anker

Im Wappen des Marinemusikkorps schlängelt sich ein Notenschlüssel um einen Anker

Bundeswehr / Brakensiek

Was für ein beeindruckender und denkwürdiger Tag in Wilhelmshaven. Das neue Marinemusikkorps wurde am 1. Oktober als 15. Musikeinheit innerhalb der Streitkräftebasis in Dienst gestellt. Ein feierlicher Festakt mit hochrangigen Gästen aus Politik, Bundeswehr und Gesellschaft manifestierte dieses Ereignis der Gründung eines neuen Orchesters der Bundeswehr.

Die Militärmusik in Wilhelmshaven hat eine traditionsreiche Geschichte.

Die Militärmusik in Wilhelmshaven hat eine traditionsreiche Geschichte.

Bundeswehr / Brakensiek
Das neue Marinemusikkorps ist die 15. Musikeinheit innerhalb der Streitkräftebasis.

Das neue Marinemusikkorps ist die 15. Musikeinheit innerhalb der Streitkräftebasis.

Bundeswehr / Brakensiek


Unzählige, oft prominente, Auftritte wurden durch die Militärmusiker absolviert – vom Stapellauf der „Gorch Fock“ über die XX. Olympischen Spiele bis hin zu einem gemeinsamen Auftritt mit der Heavy-Metal-Band „U.D.O.“ Doch 2014, im Zuge der Strukturreform der Bundeswehr und der Reduzierung der Dienstposten, wurde das Musikkorps außer Dienst gestellt.

In den folgenden Jahren konnten die weiterhin umfangreichen Einsatzanfragen innerhalb- und außerhalb der Bundeswehr, nicht in vollem Umfang von den umliegenden Musikkorps aufgefangen werden. Vor allem das Aus- und Einlaufen der in Wilhelmshaven stationierten Schiffe, als würdiges und emotionales Zeremoniell für Besatzung und Angehörige, stellte die Einsatzbebung vor Herausforderungen. Mittlerweile waren sämtliche Musikeinheiten in der Streitkräftebasis unter der Führung des Zentrums Militärmusik der Bundeswehr in Bonn organisiert.

Der Abgeordnete Ingo Gaedechens setzte sich für das neue Musikkorps ein.

Der Abgeordnete Ingo Gaedechens setzte sich für das neue Musikkorps ein.

Bundeswehr / Brakensiek

Zunächst wurde der Wunsch zur Etablierung eines Militärorchesters in Wilhelmshaven in der Bevölkerung artikuliert. Die militärische Führung der Marine brachte dies ebenfalls ins Gespräch. Nicht zuletzt musste die Politik die Entscheidung treffen. Mehrere Mitglieder des Deutschen Bundestages haben sich dafür eingesetzt, vorneweg die Küsten-Parlamentarier Siemtje Möller (SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands, Niedersachsen) und Ingo Gaedechens (CDUChristlich Demokratische Union, Schleswig-Holstein). Im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages wurde im Oktober 2018 schließlich beschlossen, Haushaltsmittel für die Neuaufstellung zur Verfügung zu stellen. Ein sichtbares Zeichen für die Wertschätzung und Notwendigkeit der Militärmusik innerhalb der Bundeswehr.


Der Amtschef des Streitkräfteamtes Generalmajor Franz Weidhüner freut sich über das neue Musikkorps.

Der Amtschef des Streitkräfteamtes Generalmajor Franz Weidhüner freut sich über das neue Musikkorps.

Bundeswehr / Brakensiek

Vor einem Jahr begannen sodann die personellen, materiellen und infrastrukturellen Vorbereitungen für die Neuaufstellung. Viele Persönlichkeiten und Dienststellen haben den Aufstellungsprozess unterstützt und möglich gemacht. „Heute beginnt ein neuer Abschnitt. Das neue Marinemusikkorps Wilhelmshaven bricht auf zu neuen Ufern. Ich danke allen, für ihre Bereitschaft diesem Musikkorps als Lotsen zur Seite zu stehen“, so der Amtschef des Streitkräfteamtes, Generalmajor Franz Weidhüner, in seiner Ansprache.



Fregattenkapitän Matthias Prock ist neuen Kapellmeister in Wilhelmshaven.

Fregattenkapitän Matthias Prock ist neuen Kapellmeister in Wilhelmshaven.

Bundeswehr / Brakensiek

Das Personal für den Startkader stellt sich sowohl aus jungen, im Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr frisch ausgebildeten, als auch aus schon bereits Erfahrenen Musikerinnen und Musikern aus den bestehenden Musikkorps zusammen. In diesem Zusammenhang interessant und für den Fachdienst Militärmusik in der Streitkräftebasis nicht ungewöhnlich: alle trugen bisher eine blaue Luftwaffen- oder graue Heeresuniform und führen ihren musikalischen Auftrag nun im blauen Tuch der Marine weiter.
 

Die eigens für den Indienststellungsappell komponierte Fanfare „New Discovery“.

Die eigens für den Indienststellungsappell komponierte Fanfare „New Discovery“.

Bundeswehr / Brakensiek

Den ersten öffentlichen Auftritt hatte das 18-köpfige Ensemble im Rahmen seiner eigenen Indienststellung. Einer der neuen Musikzugführer, Oberstabsbootsmann Marcus Müller, bis vor kurzem noch Stabsfeldwebel im Heeresmusikkorps Hannover, brachte sein Können als Komponist mit der eigens für den Anlass geschriebenen Fanfare „New Discovery“ ein.

„Der Erfolg eines Orchesters wird maßgeblich von seinem Leiter oder seiner Leiterin mitgeprägt. So war es für mich eine große Freude, bereits kurz nachdem er Gerüchte hinsichtlich der Neuaufstellung eines Musikkorps im Norden gab, die Freiwilligenmeldung eines gestandenen Musikkorpsleiters zu erhalten.“ So stellte Oberst Christoph Lieder den neuen Kapellmeister in der Stadt an der Nordsee, Fregattenkapitän Matthias Prock, vor. Erst vier Tage vorher wurde Prock als Oberstleutnant vom Kommando über das Heeresmusikkorps Ulm entbunden, welches er acht Jahre sehr erfolgreich geführt hatte.

Fregattenkapitän Matthias Prock, Generalmajor Franz Weidhüner und Oberst Christoph Lieder

Fregattenkapitän Matthias Prock, Generalmajor Franz Weidhüner und Oberst Christoph Lieder (v.l.n.r.) freuen sich über das neue Musikkorps.

Bundeswehr / Brakensiek

In diesem Sinne kann man den Musiksoldaten nach diesem beeindruckenden Start viel Erfolg und Spaß beim zukünftigen Wirken wünschen.

von Jürgen Albrecht  E-Mail schreiben

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