Streitkräftebasis

E-Learning: Viel mehr als Homeschooling

E-Learning: Viel mehr als Homeschooling

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
3 MIN

Um die Ausbildung im E-Learning aktiv zu gestalten, lassen zwei Ausbilder an der Logistikschule der Bundeswehr ihrer Kreativität freien Lauf. Karteikarten, Kreuzworträtsel und ein erstes eigenes Lernvideo wurden nun in einer Pilotphase getestet.

Ein Mann sitzt an einem Videoschnittarbeitsplatz mit Monitoren und spezieller, farbiger Tastatur

Für Torsten Mäkler ist seine Arbeit im Fachmedienzentrum Routine. Seit mehr als dreizehn Jahren bearbeitet und schneidet er Videos.

Bundeswehr/Petra Reiter

Leutnant Tim Krüger ist Ausbilder für Unteroffiziere in der Materialbewirtschaftung an der Logistikschule der Bundeswehr, der zentralen Lehreinrichtung für Logistik in der Streitkräftebasis. Den pandemiebedingten Krisenmodus und die damit einhergehende Reduzierung der Präsenzzeiten sah nicht nur er als Chance, den Unterricht moderner und interaktiv zu gestalten. Gemeinsam mit Hauptmann Nadine Neu aus dem Stab der Ausbildungseinrichtung startete er ein Pilotprojekt für die moderne Gestaltung des Unterrichts. „Wir wollen weg vom starren Unterricht. Wir möchten unsere Trainingsteilnehmenden aktiveren – das macht Ausbildung leichter“, meint Tim Krüger. Aber es sei auch Kreativität gefragt, ergänzt er.

Hannah erklärt Lagerverwaltung

Portraitfoto

Leutnant Tim Krüger möchte seine Trainingsteilnehmer aktiv in die Ausbildung einbinden. Ideen dafür habe er genug.

Bundeswehr/Petra Reiter

Aus eigener Erfahrung weiß Tim Krüger, wie anstrengend es sein kann, sich im Unterricht berieseln zu lassen. Er möchte zeitgemäße Alternativen zum, wie er es nennt, Kreideunterricht, schaffen. Auch und insbesondere in den Phasen, wo seine Trainingsteilnehmenden zuhause lernen. So haben die beiden Soldaten im vergangenen Jahr erste Ideen für sogenannte Erklärvideos entwickelt. „Für die Testphase haben wir kleine, nicht so komplexe Unterrichtsthemen ausgesucht“, erzählt der 33-jährige Leutnant. Krüger und Neu entschieden sich, das Lagerverwaltungssystem für ein Pilotprojekt zu nutzen. Erster Schritt: Ein Script, auch als Drehbuch bekannt, schreiben. Dieses gaben sie zur Visualisierung an das Fachmedienzentrum. Dort gibt es unter anderem Mediengestalter und ein Videoteam. Es folgten rund 40 Stunden Zeichnen und nochmal rund 40 Stunden für den Videoschnitt und die Vertonung. Dann war Hannah im Kasten. Hannah, eine Soldatin, ist die Hauptfigur in dem zweiminütigen Erklärvideo.
„Ohne diese großartige Unterstützung hätten wir das Projekt so nicht umsetzen können“, lobt Krüger die professionelle Arbeit. „Das erste Erklärvideo ist nur ein Teil der Ideen, die wir genutzt haben, um die E-Learning-Phasen ansprechender zu gestalten.“ So böte er seinen Soldatinnen und Soldaten Kreuzworträtsel an, um sich spielerisch mit dem Thema zu beschäftigen. Lernhacks, wie zum Beispiel Karteikarten, können genutzt werden, um eigene Lernerfolge zu testen.

Wege schaffen und Clouds nutzen

Laptop, Maus und Genucard stehen auf einem Tisch

IT-Ausstattung für Mobiles Arbeiten: Laptop, Genucard und Maus

Bundeswehr/Marcus Rott

In der E-Learningphase nutzen die Trainingsteilnehmenden zuhause ihre eigenen mobilen Endgeräte. Doch wie kommen die Lerninhalte dorthin? Wie kommuniziert der Ausbilder mit seinen Soldatinnen und Soldaten? Wie kann man trotz der Distanz zusammenarbeiten? Hier haben die Führungsakademie der Bundeswehr und die IT-Schule der Bundeswehr Abhilfe geschaffen: „Sie stellen für Testphasen solcher Pilotprojekte eine Cloud und Server zur Verfügung, in der diese Inhalte bereitgestellt und von zuhause abgerufen werden können. Ebenso werden dort Lernplattformen wie ILIAS und Moodle – freie Software zum Betreiben einer Lernplattform – oder ganze Officepakete für Nutzung auf privaten, mobilen Endgeräten bereitgestellt“, erzählt Hauptmann Carsten Hoge, Krüger’s Chef. Auch die Durchführung von Videokonferenzen über WebEx, einem Anbieter für Videokonferenzen, sei so möglich. Ziel sei dennoch die Nutzung dienstlich gelieferter Hardware. Denn nur so ist auch eine Ausbildung an DV-Systemen, wie SAP, im Homeschooling möglich und das E-Learning erweiterbar.

Testurteil mit Schleife

Soldaten und eine Soldatin sitzen an einem großen Tisch verteilt

Wie war die E-Learningphase für die Trainingsteilnehmenden? Krüger und Hoge hören sich die Meinungen einiger Teilnehmenden an.

Bundeswehr/Petra Reiter

Sowohl Krüger als auch Hoge wollen die E-Learning-Phasen ausbauen. Der Krisenmodus habe das Projekt angestoßen, das Projekt „Modernes Lernen“, welches an der Logistikschule der Bundeswehr ins Leben gerufen wurde habe dem ganzen einen ordentlichen Schub gegeben. „Wir forcieren das Projekt weiter und planen Folgeprojekte“, erzählt Krüger mit Blick auf das nächste Erklärvideo, welches bereits in Arbeit ist. Die Premiere sei geglückt. Das bestätigen auch die Trainingsteilnehmenden: „Es lief hervorragend und zielorientiert“, erzählt Stabsunteroffizier Robert Krüger. „Man darf die E-Learning-Phase gern mit einer Schleife versehen!“Krüger weiß, wie wichtig es ist, ein entspanntes Lernumfeld zu schaffen. „Das erhöht den Lernerfolg.“ Für ihn gehören abwechslungsreiche Lehrmethoden dazu. „Wir wollen einen Videopodcast erstellen oder Unterrichte vor einem sogenannten Green Screen sprechen“, ergänzt er. Der Green Screen, also der grüne Hintergrund, würde dann durch eine virtuelle Lernumgebung, wie einen Unterrichtsraum, und den entsprechenden Unterricht, etwa eine Präsentation, ersetzt. Der Ausbilder im Vordergrund ergänzt dann beispielsweise die Präsentation durch Erklärungen.

von Kathleen Riediger  E-Mail schreiben

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