Streitkräftebasis

Ein ausgezeichneter Speerwerfer

Ein ausgezeichneter Speerwerfer

  • Spitzensport
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
3 MIN

Er ist Sportsoldat des Jahres 2020. Gewählt wurde der Speerwerfer Stabsunteroffizier Johannes Vetter von seinen Kameradinnen und Kameraden in den Sportfördergruppen der Bundeswehr. Und genau das ist das Besondere an diesem Titel, was den Athleten – dem derzeit Besten in seiner Disziplin – besonders stolz macht.

Speerwerfer in Aktion

Stabsunteroffizier Johannes Vetter ist begeisterter Speerwerfer. Er gehört der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Mainz an. Von seinen Kameradinnen und Kameraden wurde er zum Sportsoldaten des Jahres gewählt.

Bundeswehr/Tero Heiska

Es war schon eine neue, ungewöhnliche, aber auch eine gute Idee. Statt alle Bundeswehrangehörigen abstimmen zu lassen, waren diesmal die Sportsoldatinnen und -soldaten aufgerufen, jemanden aus ihrer Mitte zum Sportsoldaten des Jahres zu wählen. Denn die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler wissen selbst, was es bedeutet, das ganze Jahr zu trainieren, sich auf Wettkämpfe vorzubereiten, was es heißt sich auf seinen Sport zu konzentrieren und zu fokussieren. Damit erkennen sie nicht nur den aktuellen Leistungsstand des Preisträgers an.

Ein besonderer Titel

Drei Personen, die im Vordergrund hält eine Trophäe in Händen

Ausgezeichnet: Aus den Händen der Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Frau Dr. Eva Högl, erhielt Vetter die Trophäe. Högl ist beeindruckt von den Leistungen der Sportsoldatinnen und -soldaten. Sie seien Vorbild für alle Bundeswehrangehörigen.

Bundeswehr/Roland Alpers

„Das macht mich besonders stolz“, betont der Gewinner. Stabsunteroffizier Johannes Vetter, Speerwerfer in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Mainz, ist der Sportsoldat des Jahres 2020. Der sympathische Athlet gibt sich bescheiden, als er den Preis aus den Händen der Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Frau Dr. Eva Högl entgegennimmt. Denn gerade das vergangene Jahr verlangte den Sportlerinnen und Sportlern einiges ab. Kaum jemand konnte seine Leistungen im Wettkampf zeigen, Olympia in Tokio als sportlicher Höhepunkt fiel beispielsweise ebenfalls aus. Corona machte auch die Pläne Vetters zunichte. „Umso mehr Bedeutung messe ich der Wahl durch meine Kameradinnen und Kameraden bei.“ Denn mit dem aktuellen Wahlverfahren wurde erreicht, dass nicht nur ein einzelnes Sport-Jahr als Referenz betrachtet wird, sondern auch Erfolge über mehrere Jahre, hartes Training oder besondere Entwicklungen honoriert werden.

Nur 72 Zentimeter

Davon kann der Speerwerfer einige vorweisen. Deutschlands und Europas Sportler des Jahres, Podiumsplätze auf nationalen und internationalen Meisterschaften, Deutscher Meister und nun auch Sportsoldat des Jahres. Ein Ergebnis sticht dabei besonders heraus: Um lediglich 72 Zentimeter verpasste Vetter den aktuellen Weltrekord. Am 6. September des vergangenen Jahres gelang ihm mit 97,76 Metern der zweitweiteste Wurf seit der Einführung des neuen Speers im Jahr 1986. Das ist deutscher Rekord und nah dran an dieser Weltbestmarke. Seit 2014 ist Vetter Soldat.

Vielfältige Möglichkeiten und Sicherheit

Portraitfoto Johannes Vetter

Johannes Vetter engagiert sich in seiner Heimatstadt Offenburg. Er arbeitet ehrenamtlich im Gemeinderat im Schul- und Sportausschuss.

Bundeswehr/Mirko Klisch

„Ein wichtiger Schritt in meiner Karriere“, sagt der 28-Jährige. Seitdem bildet die Streitkräftebasis neben seinem Verein, der Leichtathletik Gemeinschaft Offenburg, die sportliche Heimat des Leichtathleten. In der Stadt engagiert sich Vetter ehrenamtlich im Gemeinderat, wo er sich im Fachausschuss Sport und Schule mit viel Fachwissen einbringt. Fachwissen, welches ihm das Trainingsprogramm mitgibt. Denn ein bis zwei mehrstündige Einheiten muss der Speerwerfer für seinen Erfolg täglich einplanen. Dazu kommen Physiotherapie und Arztbesuche zur Vorbeugung oder Behandlung von Verletzungen. „Als Leistungssportler hast Du eigentlich ständig hier und da ein ‚Wehwehchen‘“, scherzt Vetter, der jährlich etwa 20 Wettkämpfe bestreitet, „also in ‚normalen Zeiten‘ etwa alle zwei Wochen, plus verschiedene Trainingslager und Lehrgänge.“ Die Bundeswehr bietet ihm dabei den nötigen finanziellen Rückhalt und ein Gesundheitssystem. Seine regelmäßige Besoldung macht ihn unabhängig von Sponsorengeldern. „Viel wichtiger ist aber, dass ich Zeit und ein professionelles Umfeld vorfinde, um mich auf meinen Sport konzentrieren zu können.“

Leidenschaft und das Beste draus machen

Szene Krafttraining im Studio

Die interessanten Facetten des Speerwerfens spiegeln sich im Training wieder. Stabsunteroffizier Vetter absolviert täglich oft mehrere Einheiten. „Die Mischung macht’s“, sagt er.

Bundeswehr/Tero Heiska

Seit er sechs Jahre alt ist, betreibt Stabsunteroffizier Vetter Leichtathletik. Seine Trainer und Betreuer entdeckten den Werfer in ihm: „So kam ich irgendwann zum Speerwerfen. Eine Disziplin, die mich schon immer ungeheuer fasziniert.“ Die Flugbahn des Speeres nach dem Wurf zu verfolgen und schon den Einstich zu erahnen sei ein Glücksgefühl und gebe ihm immer wieder einen „Kick“. „Das Speerwerfen vereint mehr Facetten der Leichtathletik, als man denkt“, erklärt Vetter und verweist auf die Sprintanteile, „wo man mit etwa sieben Metern pro Sekunde anläuft, um schließlich rund eine Tonne auf das linke Abwurfbein bringt, damit der Speer die nötige Geschwindigkeit kriegt.“ Daher stehen auch Krafteinheiten auf dem täglichen Trainingsplan. Der stellt derzeit weiterhin die Olympiavorbereitungen in den Mittelpunkt. „Wie meine Kameradinnen, Kameraden und viele meiner sportlichen Mitstreiterinnen und Mitstreiter, hoffe ich, dass im Sommer die Spiele stattfinden können. Denn dafür brennen wir!“

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von Ralf Wilke  E-Mail schreiben

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