Streitkräftebasis

Material aus Afghanistan wird in Zeithain aufbereitet

Material aus Afghanistan wird in Zeithain aufbereitet

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Datum:
Ort:
Zeithain
Lesedauer:
3 MIN

Im Materiallager Zeithain wurden Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände aus dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan erfasst und geprüft. Was instandgesetzt und eingelagert werden muss, oder direkt zurück zur Truppe kann, das untersuchen die Fachleute der Bundeswehr-Dienststelle im Norden von Sachsen.

Eine Frau beugt sich über einen Tisch und inspiziert Geräte.

Angekommen im Materiallager Zeithain: Peggy Leckscheid prüft Ausrüstungsgegenstände, die aus dem Einsatz in Afghanistan zurückgekommen sind.

Bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Peggy Leckscheid blättert durch die Transportpapiere und die gerätebegleitenden Unterlagen. Die Fachlageristin hat alle beweglichen Teile aus dem Innern des geländegängigen Wolfs geräumt und vor sich aufgereiht. Einen Verkehrssicherungssatz, Unterlegkeile, die Abdeckung der Grundplatte, eine Bodenhindernisleuchte, Werkzeuge und Funkempfänger bringt sie aus dem Innern des Fahrzeugs und vermerkt sie in der Liste. Mehr als fünf Jahre war der Wolf im Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. Nun ist er zurück in Deutschland.

Zeithain als Knotenpunkt für die Rückführung

Eine lange Reihe Bundeswehr-Fahrzeuge steht auf einem Hof.

Auf den Stellplätzen vor den Hallen des Materiallagers Zeithain stehen die Fahrzeuge aus dem Afghanistan-Einsatz. Sie werden geprüft und für die Weiterverwendung fit gemacht.

Bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Mit dem Ende der Mission ist inzwischen auch das Material einschließlich Fahrzeugen und Hubschraubern wieder zu Hause eingetroffen.  Im mittelsächsischen Zeithain wurde es unter anderem registriert und für die Weiterverwendung fit gemacht. Insgesamt kamen rund 750 sogenannte Containeräquivalente nach Deutschland, darunter circa 120 Fahrzeuge und sechs Hubschrauber. Mit Containeräquivalent wird die Einheit bezeichnet, die den Umfang der Rückverlegung des Materials aus Afghanistan beziffert. Ein Containeräquivalent ist vergleichbar mit einem 20-Fuß-Container und fasst entweder ein Fahrzeug oder 100 Teile Material. Zeithain ist eines der größten Materiallager der Bundeswehr. Von dem rund 87 Hektar (mehr als 60 Fußball-Felder) großen Gelände im sächsischen Landkreis Meißen aus erhalten Truppenteile und Dienststellen Wehrmaterial für Grundbetrieb und Einsatz. Werkstätten, Lagerhallen und Waschstraßen gehören zum Zeithainer Bundeswehr-Standort. Mehr als 60 militärische Fahrzeuge und weitere 60 Fahrzeuge des Bundeswehr-Fuhrpark-Services wurden während der Rückführung in Zeithain angenommen, geprüft und weiterverschickt.

Ankunft über den Flughafen Leipzig-Halle

Ein Mann steht vor einer Reihe von Fahrzeugen.

Im Materiallager Zeithain koordiniert Oberleutnant Tobias Müller die Bearbeitung des aus Afghanistan stammenden Materials.

Bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Der Großteil des Materials ist über den Flughafen Leipzig-Halle zurückgekehrt. Tieflader des Logistikbataillons der Bundeswehr oder zivile Speditionen haben die Fahrzeuge, Container und Paletten dann nach Zeithain oder in andere Lager gebracht. „Unser Materiallager funktioniert wie eine Drehscheibe. Hier treffen Fahrzeuge und Material ein, werden geprüft und anschließend entweder repariert, weitergeschickt oder eingelagert“, erzählt Oberleutnant Tobias Müller. Er hat in der Kaserne in Zeithain das sogenannte Redeployment, die Rückführung des Materials und der Fahrzeuge, federführend koordiniert.

Weiterverwendung oder Einlagerung im Hochregal

Ein kleiner Container, gefüllt mit Funkgeräten und anderer Technik.

Die Technik aus Afghanistan wird in Zeithain sortiert und weiterverarbeitet.

Bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Für die Ausrüstungsgegenstände vom Funkgerät bis zum Kran begann die Rückführung schon vor Ort in den Logistikzellen und Materialschleusen der Camps im afghanischen Einsatzgebiet: Dort hatten die Kameradinnen und Kameraden während ihres Einsatzes in den letzten Monaten vor Ende der Mission alles versandfertig und transportfähig gemacht.

Was genau damit nach dem Rücktransport geschieht, das wurde im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr entschieden. Teil der Rückführung war deshalb auch eine Priorisierungsliste: Für die Bearbeitung der ankommenden Geräte in Zeithain legte das Logistikzentrum der Bundeswehr fest, wer zuerst drankommt: Großgeräte und Fahrzeuge vom Transportpanzer Fuchs über den Eagle bis hin zu einem 20 Tonnen schweren Kran wurden bevorzugt abgefertigt.

Das Hochregallager ist das Herzstück des Materiallagers Zeithain und für einen Großteil des Materials vorläufige Endstation auf dem Rückweg von Afghanistan. Bis zu 17.500 Paletten-Stellplätze gibt es in der 1984 in Betrieb genommenen Anlage.

Aufbereitung der Fahrzeuge für neue Verwendung

Ein Mann schaut durch ein technisches Gerät.

Waffenmechaniker Gerhard Passek überprüft die aus dem Einsatz eingetroffene Technik.

Bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Wenn die in Zeithain eingetroffenen Materialien registriert sind, beginnt das Personal mit der Bearbeitung: Im Bereich Materialerhaltung wurden unter der Führung von Hauptfeldwebel Michael Bodak die Fahrzeuge dekonfiguriert, also umgerüstet. Funkgeräte und Waffenanlage wurden abgebaut, die Waffenstation geprüft und die Elektronik auf ihre Funktionsfähigkeit gecheckt. Waffenmechaniker Gerhard Passek untersuchte, ob alles funktioniert. Die Fernmeldetechnik wurde für die nächsten Nutzer abgebaut und eingelagert. Alle Fahrzeuge, die zur besseren Tarnung für Afghanistan mit Kreide geschlämmt waren, sind gesäubert worden.

Inzwischen sind im Materiallager Zeithain die letzten Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände aus dem Afghanistan-Einsatz fertig bearbeitet, der Auftrag ist abgeschlossen.

von Cornelia Riedel  E-Mail schreiben

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