Streitkräftebasis

Militärmusiker werden „Community Health Worker“

Militärmusiker werden „Community Health Worker“

  • Coronavirus
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
München
Lesedauer:
3 MIN

Pilot-Workshop für die Militärmusik: Zehn Musikerinnen und Musiker wurden an der Sanitätsakademie zu „Containment Scouts“ ausgebildet. Sie können nun die der Corona-Krise zivile Gesundheitsämter unterstützen.

Eine Gruppe Soldaten im Feldanzug mit Atemschutzmasken in einem Unterrichtsraum.

Workshop in der Sanitätsakademie: Unter anderem kommen die Militärmusikerinnen und -musiker aus Ulm und Garmisch.

Bundeswehr/Felicia Englmann

Normalerweise spielen sie im Dienst Oboe, Flöte oder Saxophon: die Militärmusiker und –Musikerinnen der Bundeswehr. Sie sind jedoch alle auch im Sanitätsdienst ausgebildet. Damit sie in der Corona-Krise noch besser unterstützen können, wenn sie in der Amtshilfe gebraucht werden, hat der Sanitätsdienst der Bundeswehr in einem Pilot-Workshop die ersten zehn Musikerinnen und Musiker zu sogenannten „Community Health Workers“ („Gemeindegesunheitspersonal“) weitergebildet. Sie können dadurch in zivilen Gesundheitsämtern oder auch bei der Bundeswehr als sogenannter „Containment Scout“ in „Contact Tracing Teams“ eingesetzt werden – als jemand, der Infektionsketten nachverfolgt, Kontaktpersonen von Infizierten anruft und informiert und nach weiteren Kontaktpersonen fragt. Der Sanitätsdienst hat die Weiterbildung unter anderem nach Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHOWorld Health Organization) gestaltet, daher auch die englischsprachigen Bezeichnungen. Auch die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Arbeit der „Containment Scouts“ und die bundeswehrspezifischen Aspekte sind in das maßgeschneiderte Training eingeflossen. Oberstveterinär Dr. Katalyn Roßmann leitete den Workshop und sagt, Musikerinnen und Musiker seien gerade für diese Aufgabe besonders geeignet, denn sie seien durch die Arbeit im Orchester „teamfähig, aufmerksam und kommunikativ“.

E-Learning und zwei Tage Workshop

Eine Soldatin im Feldanzug vor einem Kasernengebäude mit Turm.

Hauptfeldwebel Elisabeth Maier vom Heeresmusikkorps Ulm beim Workshop in der Münchner Sanitätsakademie.

Bundeswehr/Felicia Englmann

Hauptfeldwebel Elisabeth Maier vom Heeresmusikkorps Ulm ist eine der zehn Musikerinnen und Musiker, die im Workshop in der Sanitätsakademie in München dabei sind. Sie spielt im Orchester Flöte, doch Auftritte gibt es für das Musikkorps im Moment keine. Hauptfeldwebel Maier hat sie sich freiwillig für die Weiterbildung gemeldet. Zwei Tage lang sitzt sie mit neun Kameradinnen und Kameraden aus Ulm und vom Gebirgsmusikkorps in einem Hörsaal der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München. „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, sagt Hauptfeldwebel Maier. Für sie sei es selbstverständlich gewesen, sich zu melden und somit ihren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise zu leisten. Vor der Anreise haben sie und die anderen Militärmusiker bereits zu Hause ein Online-Lernprogramm absolviert. In den zwei Workshop-Tagen geht es um Vertiefung, um Fragen und viele Hintergrundinformationen von den Experten des Sanitätsdienstes. Diese wollen das Training auch auf Basis dieses ersten Workshops weiter genau auf die Lernbedürfnisse der Militärmusiker und –Musikerinnen zuschneiden, um noch mehr von ihnen zu Containment Scouts weiterzubilden.

Bereit zur Unterstützung in Gesundheitsämtern

Ein Soldat im Feldanzug sitzt an einem Tisch.

Feldwebel Fabian Engelhardt lernt im Hörsaal der Sanitätsakademie der Bundeswehr, was ein „Containment Scout“ macht.

Bundeswehr/Felicia Englmann

Üben auf seinem Instrument und Sport treiben, manchmal eine Schicht in der Dienststelle – das ist auch der neue Alltag von Feldwebel Fabian Engelhardt vom Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen. Im Orchester spielt er Oboe, und auch er hat sich freiwillig für den Workshop gemeldet. „Es ist sinnvoll, jetzt in der Krise zu helfen“, sagt er, „und für uns Militärmusiker ist es ein wichtiger Auftrag, da wir auch Sanitäter sind“. Feldwebel Engelhardt und Hauptfeldwebel Maier betonen beide, dass sie fachlich viel gelernt haben – und nun einen anderen Blick auf die Pandemie haben, trotz der vielen Medienberichte und Informationen, die sie in den vergangenen Monaten bereits aufgenommen haben. „Das waren Informationen, die man so über die Medien nicht bekommt“, sagt Feldwebel Engelhardt, „ungefilterte Informationen“, fügt Hauptfeldwebel Maier hinzu. Beide sind nun bereit, in Gesundheitsämtern zu unterstützen, wenn von den jeweiligen Landkreisen Amtshilfeanträge an die Bundeswehr gestellt werden und der Einsatz vom Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr genehmigt ist. Feldwebel Engelhardt sagt: „Ich fühle mich darauf gut vorbereitet.“


von Felicia Englmann  E-Mail schreiben

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