Streitkräftebasis

Munition: Kampfmittel und pyrotechnisches Werkzeug

Munition: Kampfmittel und pyrotechnisches Werkzeug

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
3 MIN

Munition und Pyrotechnik spielen im täglichen Dienst, bei Übungen oder im Einsatz eine große und teils tragende Rolle. Für den Umgang, die Bewirtschaftung, das Lagern und den Transport gelten besondere Bestimmungen. An der Logistikschule der Bundeswehr wird das Personal im sicheren Umgang und der Bewirtschaftung mit Munition geschult.

Ein Fahrzeug fährt über einen Waldweg und links sowie rechts am Waldrand brennen kleine Bodenleuchtkörper.

Den Gegner und einen möglichen Angriff auch in schlecht einsehbaren Bereichen, wie Wäldern, frühzeitig erkennen ohne den Kräfteansatz zu erhöhen? Hier zeigen Bodenleuchtkörper auf, in welchem Bereich Bewegung ist.

Bundeswehr/Petra Reiter

Munition: Der eigentliche Wirkungsträger einer Waffe. So die Definition des Duden. In der Bundeswehr spielt sie sowohl im täglichen Dienstbetrieb, bei Übungen und bei Auslandseinsätzen eine große und zum Teil tragende Rolle. Der Umgang mit Munition bedarf großer Vorsicht und Sorgfalt. „Munition identifizieren, Zustände bewerten und das sichere Lagern und Transportieren unter Einhaltung aller bundeswehrspezifischen und gesetzlichen Vorgaben, sind die Ziele unserer Ausbildung Sachkunde Munition“, erzählt Stabsfeldwebel Meik Grover. Er ist einer der beiden Sachkunde Munition-Ausbilder an der Logistikschule der Bundeswehr. Gemeinsam mit Oberstabsfeldwebel Dirk Claßen bilden sie derzeit rund 900 Soldatinnen und Soldaten pro Jahr im sicheren Umgang sowie der Bewirtschaftung von Munition an der zentralen Ausbildungseinrichtung für Logistik in der Streitkräftebasis aus.

Qualifikation für den besonderen, täglichen Dienst

Soldaten hocken und stehen im Wald neben Munitionskisten.

Hier kommt es darauf an, alle Vorgaben der munitionstechnischen Sicherheit einzuhalten: Was darf in welchen Mengen zusammen aufbewahrt werden? Wie groß müssen die Sicherheitsabstände zwischen Munitionsbehältern und umliegender Infrastruktur sein?

Bundeswehr/Petra Reiter

Oberfeldwebel Tobias Pfab von der 3. Batterie des Artilleriebataillons 131 reiste aus Weiden in der Oberpfalz an. Dort bewirtschaftet der Fluggerätebedienfeldwebel einen Raketenmotor, der zum Start einer Drohne benötigt wird. Diese wird mit dem Motor, auch Booster genannt, auf Geschwindigkeit gebracht. „Der Booster ist Munition und muss entsprechend aufbewahrt, gelagert, ausgegeben und kontrolliert werden“, erklärt Pfab, der mit Bestehen des Lehrgangs diese Qualifikation erhalten hat.
Es sei sehr viel Stoff, der in zwei Wochen gelernt werden müsse, weiß auch Hauptfeldwebel Dominik Gilbert. Er ist Materialbewirtschaftungsfeldwebel in der 7. Kompanie des Fallschirmjägerregiments in Zweibrücken. „Schwere Kompanie“, ergänzt er. „Ich bewirtschafte dort unter anderem Maschinenkanonen, Mörser, Joint Fire und ein Panzerabwehrsystem.“ Ziel des Lehrgangs ist der sichere und unfallfreie Umgang mit Munition. Dazu gehört es, die Regeln für die Lagerung und Aufbewahrung im Grundbetrieb sowie im Einsatz zu beherrschen. Darunter fallen alle dazu nötigen Vorgaben wie Annahme und Ausgabe von Munition sowie das Verpacken. Auch der Transport der Munition wird thematisiert. Ebenso stehen Blitz- und Brandschutz auf der to-know-Liste.

Hightech-Knaller, Leuchtfeuer und 1.200 Grad

Ein Bodenleuchtkörper

Bodenleuchtkörper sind in der Handhabung sehr aufwendig. Bevor sie im Gelände verbaut werden, erklären ein Ausbildungsvideo und ein Modell im Hörsaal die Anwendung. Zum Entsichern wird die Schiebesicherung über die Sicherungsschnur herausgezogen.

Bundeswehr/Petra Reiter
Soldaten stehen auf einer Freifläche, wo Nebel und kleine Flammen von gerade explodierten Nebelhandgranaten zu sehen sind.

Entsicherungsstift ziehen und dann weg damit! Unsichtbar für den Gegner: Die Nebelhandgranate wird zum Tarnen und Täuschen genutzt.

Bundeswehr/Petra Reiter

Zur Munition gehört ebenfalls die Pyrotechnik. So gibt es pyrotechnische Simulatoren, Hightech-Knaller, wie Grover sie bezeichnet, die etwa eine Detonation simulieren. Diese werden auch für technische Zwecke eingesetzt. Wenn etwa ein Flugzeug in eine Notsituation gerät und den Außentank abwerfen muss. Hier wird mit Pyrotechnik Druck erzeugt, mit dem dann der Tank entriegelt und letztlich abgeworfen wird.
Auch wenn der Ausbildungsschwerpunkt auf Kampfmittel Munition liegt, ist die Anwendung von Pyrotechnik nicht weniger bedeutend, vor allem bei Übungen. So kann ein Simulator den Bodensprengpunkt eines einschlagenden Sprenggeschosses nachahmen. Auch sogenannte Bodenleuchtkörper kommen bei der Inübunghaltung der Truppe immer wieder zum Einsatz. Nicht oder schlecht einsehbare Bereiche, wie Waldkanten, lassen sich damit überwachen. Mittels Stolperdraht werden die Leuchtkörper ausgelöst. In der Praxisausbildung lernen die Trainingsteilnehmenden den sicheren Umgang mit dieser Munition. „Neben dem Knall verbrennt hier Magnesium bei 1.200 Grad und erzeugt eine ein Meter hohe Flamme“, unterstreicht Grover die Bedeutung des praktischen Anteils im Training.
„Das Selbermachen hat mein Bewusstsein geschärft, worauf ich achten muss und welche Gefahr von der Munition ausgeht“, bestätigt Pfab.
Die Anforderungen in dem Lehrgang sind sehr hoch, geben den Trainingsteilnehmenden aber auch eine Qualifikation für den Umgang mit einem sensiblen Material an die Hand.

von Kathleen Riediger  E-Mail schreiben

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